Bordeaux 2025

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Diese Seite wird laufend mit neuen Informationen zur Bordeaux 2025 Primeur-Kampagne aktualisiert.


Bordeaux 2025: eine Analyse und Prognose

UPDATE vom 07.06.2026: Preisbild der ersten Juni-Woche

Die erste Juni-Woche der Bordeaux 2025 Subskription brachte ein dichtes Paket wichtiger Lancierungen – mit einigen sehr klugen Preissignalen, aber auch mit deutlichen Erhöhungen. Im Schnitt lagen die veröffentlichten Weine rund 7,2 % über dem ohnehin sehr niedrigen Preisniveau des Jahrgangs 2024. Der Median liegt bei etwa 8,5 %, sieben Weine blieben sogar unverändert gegenüber 2024.

Der auffälligste Preisimpuls kam von Château Mouton Rothschild 2025. Mit einer Erhöhung von 19,0 % setzte der Premier Cru Classé das aggressivste Signal der Woche. Qualitativ ist Mouton Rothschild 2025 ohne Zweifel einer der großen Weine des Jahrgangs, mit Bewertungen bis 100 Punkte. Trotzdem ist diese Preiserhöhung im aktuellen Marktumfeld sehr ambitioniert, selbst wenn der Jahrgang deutlich stärker ausfällt als 2024. Fairerweise muss man aber anmerken, dass der 2025er Mouton Rothschild aktuell der zweitgünstigste Mouton (nach 2024) im Markt ist. Und in dieser Qualitätstufe ist der aktuelle 2025er im Vergleich zu 2023, 2022, 2019, 2018, 2016, 2015, 2010, 2009 oder 2005 konkurrenzlos günstig.

Château Les Carmes Haut-Brion 2025 folgt mit einer Erhöhung von 17,6 %. Auch hier ist die Qualität spektakulär: zahlreiche Bewertungen reichen bis 100 Punkte, und der Wein zählt zu den größten Erfolgen des Jahrgangs. Dennoch zeigt sich klar, dass Kultweine mit starker Nachfrage auch 2025 deutlich selbstbewusster bepreist werden. Auf die Qualität bezogen ist aber dieser Wein ein sehr guter Kauf.

Ganz anders und wesentlich marktnäher agiert Château La Mission Haut-Brion 2025. Trotz exzellenter Bewertungen bis 100 Punkte bleibt der Preis gegenüber 2024 unverändert. Das ist eines der stärksten Signale dieser Woche und macht La Mission Haut-Brion 2025 zu einem der seriösesten Kaufkandidaten im oberen Segment der Bordeaux 2025 Subskription.

Ebenfalls sehr überzeugend ist Château Rauzan-Ségla 2025. Der Margaux bleibt bei 0,0 % Veränderung gegenüber 2024 und verbindet damit hohe Bewertungen bis 99 Punkte mit einer sehr fairen Preisstrategie. In einer Woche mit vielen Erhöhungen wirkt Rauzan-Ségla 2025 dadurch besonders attraktiv.

Château Grand-Puy-Lacoste 2025 gehört zu den klaren Preis-Leistungs-Gewinnern der Woche. Bei 0,0 % Preisveränderung gegenüber 2024 bietet dieser Pauillac sehr starke Bewertungen, klassische Cabernet-Präzision und zusätzlich den wichtigen qualitativen Schritt durch die neue Gravity-Flow-Kellerei. Besonders attraktiv: Der Jahrgang erscheint in einer spektakulären siebbedruckten Sonderflasche und verbindet damit Subskriptionswert, Sammlerreiz und starke Pauillac-Identität.

La Chapelle de La Mission Haut-Brion 2025 zeigt mit 0,0 % Preisveränderung gegenüber 2024 ebenfalls ein sehr faires Signal. Für einen Zweitwein aus dem Umfeld von La Mission Haut-Brion mit Bewertungen bis 95 Punkte, 52,6 % Cabernet Sauvignon und nur 13,1 % Alkohol ist die unveränderte Preisstellung besonders attraktiv. Wer Pessac-Léognan mit Graphit, Frische und klassischer Struktur sucht, findet hier einen der sinnvollsten Käufe im gehobenen Zweitwein-Segment.

Château Pichon Comtesse de Lalande 2025 steigt um 10,0 %. Angesichts der sehr starken Bewertungen bis 100 Punkte ist diese Erhöhung nachvollziehbar, aber nicht mehr günstig. Der Wein bleibt qualitativ einer der absoluten Stars aus Pauillac, doch die Preissetzung ist klar selbstbewusst.

Auch Château Canon 2025 bleibt bei 0,0 % Preisveränderung und gehört damit zu den auffällig fair bepreisten Spitzenweinen der Woche. Bei Bewertungen bis 100 Punkte ist das ein klares Kaufsignal für Liebhaber großer Saint-Émilion-Weine.

Château Clinet 2025 bleibt ebenfalls unverändert bei 0,0 %. Für einen Pomerol mit Bewertungen bis 98 Punkte ist das im aktuellen Umfeld ein starkes Signal. Clinet 2025 wirkt dadurch deutlich marktnäher als viele andere Weine mit vergleichbarem Prestige.

Château Léoville Poyferré 2025 erhöht um 7,5 %. Angesichts der starken Bewertungen bis 99 Punkte und der niedrigen Erträge ist das eine vertretbare Preisanpassung. Der Wein gehört zu den überzeugenden Saint-Julien-Kandidaten der Woche.

Château Beychevelle 2025 legt um 9,6 % zu. Das ist spürbar, aber bei Bewertungen bis 98 Punkte noch im Rahmen. Der Wein bleibt ein sehr gefragter Saint-Julien mit starker Marke (insbesondere in China), hoher Wiedererkennung und solider Subskriptionsattraktivität.

Château Haut-Bailly 2025 steigt um 9,4 %. Bei Bewertungen bis 100 Punkte und der klaren Positionierung unter den höchstbewerteten linken Ufer-Weinen der Kampagne ist diese Erhöhung nachvollziehbar. Haut-Bailly 2025 zählt qualitativ zu den großen Gewinnern des Jahrgangs.

Château Brane-Cantenac 2025 erhöht um 8,3 % und bleibt dennoch einer der spannendsten Preis-Leistungs-Weine der Woche. Mit Bewertungen bis 100 Punkte und dem Jubiläumsetikett zum 100-jährigen Bestehen der Familie Lurton auf dem Château besitzt dieser Margaux zusätzlich starken Sammlercharakter.

Château Giscours 2025 steigt um 11,7 %. Die Bewertungen sind hervorragend und reichen bis 98 Punkte, doch die Erhöhung ist bereits deutlich. Qualitativ bleibt Giscours 2025 sehr stark, preislich aber weniger offensiv als Grand-Puy-Lacoste, Rauzan-Ségla oder Canon.

Château d’Issan 2025 erhöht um 11,5 %. Der Wein ist elegant, klassisch und sehr gelungen, doch die Preisanhebung ist relativ deutlich. Im direkten Vergleich wirken einige andere Margaux-Weine dieser Woche preislich attraktiver.

Château Cantenac Brown 2025 legt um 10,4 % zu. Der Wein zeigt starke Bewertungen bis 98 Punkte und profitiert von der neuen Gravity-Flow-Kellerei. Dennoch ist die Erhöhung klar spürbar und muss durch den klar vorhandenen Qualitätsaufschwung gerechtfertigt werden. Mit einem Preis unter 45,00€ ist der Wein aber eine klare Kaufempfehlung.

Château Pavie 2025 steigt um 12,2 %. Bei Bewertungen bis 99 Punkte ist der Wein qualitativ hervorragend, preislich aber ambitioniert (vielleicht sogar zu ambitioniert). Pavie bleibt ein Prestigewein für Liebhaber kraftvoller Saint-Émilion-Weine.

Château Phélan Ségur 2025 erhöht um 8,3 %. Für einen Saint-Estèphe mit Bewertungen bis 98 Punkte wirkt das insgesamt fair. Der Wein zählt zu den starken, strukturierten und langlebigen Bordeaux 2025 mit gutem Verhältnis aus Qualität und Preisentwicklung.

Château Lagrange 2025 liegt bei +8,7 %. Angesichts der Bewertungen bis 97 Punkte und der klassischen Saint-Julien-Struktur ist diese Erhöhung vertretbar. Lagrange bleibt ein solider Subskriptionskauf für Liebhaber klassischer Médoc-Weine.

Fazit: Die erste Juni-Woche zeigt ein sehr gemischtes Preisbild. Einige Châteaux nutzen die deutlich bessere Qualität des Jahrgangs 2025 für kräftige Erhöhungen, allen voran Mouton Rothschild mit +19,0 % und Les Carmes Haut-Brion mit +17,6 %. Gleichzeitig setzen andere Spitzenweine sehr kluge Signale: La Mission Haut-Brion, Canon, Rauzan-Ségla, Clinet und Grand-Puy-Lacoste bleiben unverändert gegenüber 2024 und zählen damit zu den klaren Preis-Leistungs-Gewinnern dieser Woche.

Gerade weil 2024 bereits ein sehr niedriges Preisniveau gesetzt hatte, sind moderate Erhöhungen bei wirklich starken Bewertungen nachvollziehbar. Die besten Kaufchancen der Bordeaux 2025 Subskription liegen aber dort, wo außergewöhnliche Qualität nicht mit überzogener Preisdynamik kombiniert wird. In dieser Woche ragen deshalb besonders La Mission Haut-Brion 2025, Rauzan-Ségla 2025, Grand-Puy-Lacoste 2025, Canon 2025 und Clinet 2025 als besonders faire und attraktive Subskriptionsweine heraus.An Mouton Rothschild kommt man aber doch nicht vorbei, wenn man einen Wein dieser Reputationsklasse kaufen möchte.

Lancierungen in der zweiten Juni-Woche

Die zweite große Juni-Woche der Bordeaux 2025 Subskription verspricht zahlreiche Highlights und einige der prestigeträchtigsten Namen der gesamten Primeur-Kampagne

Montag, 8. Juni 2026
Die Woche startet direkt mit mehreren wichtigen Saint-Émilion- und Saint-Julien-Weinen. Besonders im Fokus stehen Clos Fourtet 2025, Troplong Mondot 2025 und Chateau Beau-Séjour Bécot 2025, die nach den starken Fassprobenbewertungen zu den gefragtesten Weinen des rechten Ufers zählen dürften. Mit Chateau Ducru-Beaucaillou 2025 und Le Petit Ducru 2025 erscheinen außerdem zwei bedeutende Saint-Julien-Weine. Ebenfalls spannend: Chateau Pavie Macquin 2025, Joanin Bécot 2025 sowie Chateau Église Clinet 2025 aus Pomerol.

Dienstag, 9. Juni 2026
Der Dienstag bringt mit Chateau Haut-Brion 2025 und Haut-Brion blanc 2025 eines der absoluten Highlights der gesamten Bordeaux 2025 Kampagne. Parallel erscheinen La Clarence de Haut-Brion 2025 sowie La Clarté de Haut-Brion 2025. Ebenfalls im Mittelpunkt stehen Chateau Smith Haut Lafitte 2025, Le Petit Smith Haut Lafitte 2025, Le Thil 2025 sowie Pichon Baron 2025 und Les Griffons de Pichon Baron 2025. Vor allem die Preisstrategie von Haut-Brion und Pichon Baron dürfte international genau beobachtet werden.

Mittwoch, 10. Juni 2026
Am Mittwoch richtet sich der Fokus vollständig auf Margaux und Saint-Estèphe. Château Margaux 2025 sowie Pavillon Rouge 2025 und Pavillon Blanc 2025 gehören zu den prestigeträchtigsten Veröffentlichungen des Jahres. Zusätzlich erscheinen Chateau Calon Ségur 2025, Chateau Figeac 2025, Marquis de Calon 2025 sowie Capbern 2025. Besonders spannend wird sein, ob Château Margaux 2025 preislich moderater agiert als einige andere Premiers Crus der bisherigen Kampagne.

Donnerstag, 11. Juni 2026
Der Donnerstag steht ganz im Zeichen von Saint-Julien. Mit Chateau Léoville Las Cases 2025 erscheint einer der meist erwarteten Bordeaux-Weine des Jahrgangs. Ergänzt wird die Veröffentlichung durch Le Clos du Marquis 2025 sowie Le Petit Lion de Léoville Las Cases 2025. Vor allem Léoville Las Cases dürfte aufgrund der außergewöhnlich starken Bewertungen und der sehr klassischen Stilistik des Jahrgangs weltweit enorme Aufmerksamkeit erhalten. Weitere wichtige Nachzügler für diesen Tag sind: Chateau Le Gay 2025, Chateau La Violette 2025 und Chateau La Mondotte 2025.

Freitag, 12. Juni 2026

Für Freitag sind aktuell folgende Lancierungen angekündigt. Chateau Montrose 2025, Dame de Montrose 2025 und Chateau La Conseillante 2025. Erfahrungsgemäß können jedoch kurzfristig zusätzliche Veröffentlichungen erfolgen, insbesondere kleinere Satelliten-Weine oder Nachzügler bedeutender Châteaux.


UPDATE vom 01.06.2026:

Nach einer vergleichsweise ruhigen Woche nimmt die Bordeaux-2025-Primeurkampagne Anfang Juni 2026 wieder massiv Fahrt auf. Während zuletzt lediglich einige wenige Veröffentlichungen wie Chateau Clos du Clocher 2025, Château Barde-Haut 2025, Château La Pointe 2025 und Château Poesia 2025 für Aufmerksamkeit sorgten, wartet die neue Woche nun mit einer ganzen Reihe hochkarätiger Releases auf. Besonders Pauillac, Saint-Julien, Margaux, Pessac-Léognan und Saint-Émilion stehen dabei im Mittelpunkt.

Bereits am Montag, den 1. Juni 2026, startet die Woche mit mehreren interessanten Veröffentlichungen. Besonders im Fokus stehen Château Giscours 2025 sowie Château Grand-Puy-Lacoste 2025. Giscours dürfte erneut zu den elegantesten und zugleich klassischsten Margaux-Weinen des Jahrgangs zählen. Noch gespannter blickt der Markt allerdings auf Grand-Puy-Lacoste 2025, das seit Jahren als eines der zuverlässigsten Preis-Leistungs-Châteaux in Pauillac gilt. Ebenfalls veröffentlicht werden Château Siran 2025, Haut-Médoc de Giscours 2025, La Sirène de Giscours 2025, Château Dauzac 2025 und Chateau Clos René 2025.

Der Dienstag, 2. Juni 2026, bringt dann bereits die erste große Welle prestigeträchtiger Namen. Im Fokus stehen Château Lagrange 2025, Château La Mission Haut-Brion 2025, Château Pichon Comtesse de Lalande 2025 sowie Château Pavie 2025. Gerade La Mission Haut-Brion dürfte zu den meistdiskutierten Weinen der gesamten Primeurkampagne gehören. Nach den teilweise scharf kritisierten Preisentscheidungen einiger Spitzenchâteaux wird insbesondere beobachtet werden, ob sich die großen Namen diesmal stärker am Markt orientieren. Auch Pichon Comtesse zählt qualitativ erneut zu den absoluten Spitzenweinen des linken Ufers. Zusätzlich erscheinen Les Fiefs de Lagrange 2025, Les Arums de Lagrange 2025, La Chapelle de La Mission Haut Brion 2025, Réserve de la Comtesse 2025, Château de Pez 2025, Arômes de Pavie 2025 sowie Château Monbousquet 2025.

Der absolute Höhepunkt der Woche folgt jedoch am Mittwoch, den 3. Juni 2026: die Veröffentlichung von Château Mouton Rothschild 2025. Kaum ein Wein besitzt international eine vergleichbare Strahlkraft. Nach der enorm kritisierten Preisstrategie von Château Lafite Rothschild 2025 steht Mouton nun massiv unter Beobachtung. Der Markt erwartet ein klares Signal. Sollte Mouton Rothschild eine disziplinierte Preisgestaltung wählen, könnte dies die gesamte Bordeaux-2025-Kampagne stabilisieren. Sollte dagegen erneut ein extrem ambitionierter Preis aufgerufen werden, dürfte die Kritik an Bordeaux Primeur weiter eskalieren. Parallel erscheinen an diesem Tag auch Petit Mouton 2025, Aile d’Argent 2025, Château Haut-Bailly 2025 sowie Baron de Brane 2025. Gerade Haut-Bailly dürfte qualitativ erneut zu den elegantesten und präzisesten Weinen aus Pessac-Léognan gehören.

Am Donnerstag, den 4. Juni 2026, richtet sich der Fokus der Bordeaux-2025-Primeurkampagne auf eine ganze Reihe hochkarätiger Veröffentlichungen. Im Mittelpunkt steht dabei zweifellos Château Les Carmes Haut-Brion 2025. Das Château hat sich in den vergangenen Jahren endgültig zum Kultwein entwickelt und zählt heute zu den innovativsten, individuellsten und gefragtesten Weinen des gesamten Bordelais. Die Erwartungen an den Jahrgang 2025 sind entsprechend enorm hoch. Ebenfalls an diesem Tag erscheinen Château Beychevelle 2025, Château Cantenac Brown 2025, Château d’Issan 2025 sowie Château TrotteVieille 2025. Besonders d’Issan und Cantenac Brown gelten als zwei spannenden Margaux-Weine der 2025er Kampagne. Hinzu kommen mit Château Phélan Ségur 2025 ein äußerst gefragter Saint-Estèphe sowie Château Beauregard 2025 aus Pomerol, das in den vergangenen Jahren qualitativ deutlich zulegen konnte. Der 4. Juni entwickelt sich damit zu einem der wichtigen Tag der Subskriptionskampagne.

Den Abschluss der Woche bildet schließlich Freitag, der 5. Juni 2026, mit einer weiteren Serie bedeutender Veröffentlichungen. Neben Château Clinet 2025, das seit Jahren zu den charakterstärksten Pomerol-Weinen überhaupt zählt, erscheinen auch Château Léoville Poyferré 2025, Château Rauzan-Ségla 2025, Château Canon 2025 sowie Château Gloria 2025. Vor allem Léoville Poyferré dürfte als einer der großen Stars aus Saint-Julien enormes Interesse auf sich ziehen, während Rauzan-Ségla und Canon traditionell zu den gefragtesten Weinen aus Margaux beziehungsweise Saint-Émilion zählen. Die erste Juniwoche könnte damit endgültig zur entscheidenden Phase der gesamten Bordeaux-2025-Primeurkampagne werden. Besonders die Preisentscheidungen von Mouton Rothschild, La Mission Haut-Brion, Pichon Comtesse, Haut-Bailly, Les Carmes Haut-Brion, Léoville Poyferré, Canon und Clinet dürften maßgeblich beeinflussen, wie der Markt die Kampagne insgesamt bewertet.


UPDATE vom 24.05.2026:

Die Bordeaux-2025-Primeur-Kampagne hat in der abgelaufenen Woche endgültig ihre entscheidende Phase erreicht – mit einer regelrechten Flut an Lancierungen, zahlreichen hoch bewerteten Weinen und einer Preisstrategie, die den Markt zunehmend spaltet. Vor allem die massive Preiserhöhung von Château Lafite Rothschild 2025 um +16,67 % wirkt weiterhin wie ein Schockmoment dieser Kampagne und setzt aus Sicht vieler Käufer und Händler das völlig falsche Signal für den gesamten Markt. Gerade in einem wirtschaftlich schwierigen Umfeld hätten viele Marktteilnehmer ein stärkeres Zeichen der Vernunft erwartet. Stattdessen wurde eine Preisdynamik ausgelöst, die andere große Châteaux indirekt unter Druck setzt, ihre eigenen Preise ebenfalls ambitioniert anzusetzen.

Umso bemerkenswerter ist es, dass einige Weingüter bewusst einen anderen Weg gewählt haben – und damit vermutlich langfristig deutlich klüger handeln. Der klare Preis-Leistungs-Sieger der Woche ist aus unserer Sicht Château Pédesclaux 2025. Der Wein erhielt zahlreiche sehr hohe Bewertungen bis in den Bereich von 95–96 Punkten und bleibt trotz einer minimalen Preiserhöhung von nur +1,89 % unterhalb der psychologisch wichtigen Marke von 30 Euro. Gerade in Pauillac ist das aktuell nahezu konkurrenzlos attraktiv.

Château Lilian Ladouys 2025 gehört ganz klar zu den positivsten Überraschungen dieser Woche. Der Wein wurde sogar mit einer Preissenkung von -4,00 % lanciert – trotz sehr hoher Bewertungen und einer Qualität, die viele deutlich teurere Saint-Estèphe-Weine herausfordert. Gerade in einem Marktumfeld, das von teils aggressiven Preiserhöhungen geprägt ist, sendet Château Lilian Ladouys damit eines der intelligentesten und marktnächsten Signale der gesamten Primeur-Kampagne. Preis-Leistungstechnisch gehört dieser Wein aktuell zu den spannendsten Käufen des Jahrgangs.

Château Quintus 2025 zeigt dagegen einmal mehr, dass große Namen allein nicht automatisch ein überzeugendes Preis-Leistungs-Verhältnis garantieren. Obwohl der Wein ohne Preiserhöhung (0,00 %) lanciert wurde, war Quintus historisch betrachtet noch nie ein echter Preis-Leistungs-Star innerhalb von Saint-Émilion. Der Wein besitzt zweifellos Qualität und Klasse, doch die Konkurrenz innerhalb der Appellation ist 2025 schlicht enorm stark.

Château Fleur Cardinale 2025 wurde mit einer deutlichen Preiserhöhung von +7,69 % lanciert. Angesichts der hohen Qualität des Jahrgangs und der sehr guten Bewertungen ist dies nachvollziehbar, allerdings bewegt sich der Wein inzwischen in einem Preisbereich, in dem Käufer deutlich kritischer vergleichen. Die Qualität stimmt, doch die Preisfantasie scheint langsam ausgereizt.

Château Lascombes 2025 gehört dennoch zu den positiven Erscheinungen in Margaux. Sehr hohe Bewertungen bis in den Bereich von 98/100 Punkten treffen hier auf eine moderate Preiserhöhung von +4,76 %. Das ist zwar keine Kampfansage an den Markt, wirkt angesichts der enorm hohen Qualität aber noch fair und nachvollziehbar. Lascombes positioniert sich damit 2025 deutlich überzeugender als viele andere große Namen des Médoc.

Château Lynch-Bages 2025 bewegt sich mit einer Preiserhöhung von +10,00 % gerade noch innerhalb eines vertretbaren Rahmens. Die Qualität des Weins ist außergewöhnlich hoch und rechtfertigt einen Teil der Anpassung. Dennoch zeigt auch dieses Beispiel, wie sensibel der Markt inzwischen auf jede Preisbewegung reagiert.

Château Angélus 2025 geht preislich mit einer Erhöhung von +10,00 % bis an die obere Grenze dessen, was aktuell noch akzeptiert werden dürfte. Die Bewertungen sind hervorragend, die Qualität steht außer Frage, doch viele Käufer hätten sich angesichts der allgemeinen Marktlage etwas mehr Zurückhaltung gewünscht.

Château Talbot 2025 wurde mit +9,38 % Preiserhöhung aus Sicht vieler Käufer schlicht zu teuer lanciert. Gerade in einem Jahrgang mit enorm breitem Qualitätsniveau und zahlreichen attraktiven Alternativen hätte eine defensivere Preisstrategie vermutlich deutlich besser funktioniert.

Château Sénéjac 2025 bleibt dagegen seiner Rolle als Preis-Leistungs-Hit treu. Mit einer minimalen Anpassung von nur +2,67 % bietet kaum ein Médoc-Wein konstant ein derart überzeugendes Verhältnis aus Qualität, Trinkfreude und Preis. Diese Erhöhung dürfte vom Markt problemlos akzeptiert werden.

Château Valandraud 2025 erhielt teilweise sensationelle Bewertungen bis 99/100 Punkte und wurde nur moderat um +2,60 % erhöht. Dennoch bleibt Valandraud generell ein sehr hochpreisiges Angebot innerhalb von Saint-Émilion. Die Qualität ist außergewöhnlich, aber die Zielgruppe bleibt naturgemäß relativ exklusiv.

Château Palmer 2025 dürfte dagegen die größte Enttäuschung der Woche gewesen sein. Trotz absoluter Spitzenbewertungen erscheint die Preiserhöhung von +18,52 % weit über dem, was der Markt aktuell vernünftig aufnehmen kann. Gerade weil 2025 qualitativ so viele starke Weine hervorgebracht hat, dürfte Palmer mit dieser aggressiven Preisstrategie erhebliche Schwierigkeiten bekommen.

Château Haut-Marbuzet 2025 bewegt sich mit einer Erhöhung von +7,50 % dagegen nur noch knapp innerhalb eines vertretbaren Rahmens. Die hohen Bewertungen und die enorme Beliebtheit des Weins im Markt geben der Lancierung zwar Rückhalt, dennoch hätten viele Käufer bei einem traditionell eher preisattraktiven Saint-Estèphe eine moderatere Anpassung erwartet.

Château La Gaffelière 2025 bestätigt erneut seine enorme Konstanz. Der Wein war bereits in den Vorjahren sehr fair positioniert, wodurch auch die aktuelle Preissteigerung von +8,45 % trotz leichter Kritik insgesamt noch nachvollziehbar wirkt. In Verbindung mit den starken Bewertungen bleibt La Gaffelière einer der sichersten Käufe in Saint-Émilion.

Sehr kritisch sehen wir dagegen die Lancierung von Château Durfort-Vivens 2025. Trotz der unbestritten hohen Qualität wirkt die Preiserhöhung von +11,54 % im aktuellen Marktumfeld deutlich zu ambitioniert. Gerade in Margaux existieren 2025 mehrere Alternativen mit ähnlicher Bewertung, aber wesentlich attraktiverer Preisgestaltung.

Insgesamt zeigt die Bordeaux-2025-Kampagne damit immer deutlicher zwei vollkommen unterschiedliche Strategien: Einerseits Châteaux, die versuchen, trotz schwieriger Marktlage möglichst viel Preisniveau zu verteidigen. Andererseits Weingüter, die verstanden haben, dass Vertrauen, Fairness und Preis-Leistung im aktuellen Marktumfeld wichtiger sind als kurzfristige Maximierung. Genau diese zweite Gruppe dürfte langfristig die Gewinner dieser Primeur-Kampagne stellen.


UPDATE vom 20.05.2026:

Ein Feuerwerk an Lancierungen prägte den heutigen Tag der Bordeaux 2025 en Primeur Kampagne – mit dem absoluten Höhepunkt Château Lafite Rothschild 2025 sowie weiteren Schwergewichten wie Château Léoville Barton 2025, Château Canon La Gaffelière 2025, Carruades de Lafite 2025 und Château Langoa Barton 2025. Qualitativ brachte der Tag einige der stärksten Weine der bisherigen Kampagne hervor. Preislich hingegen war heute anscheinend der Tag der unklugen Entscheidungen.

Besonders gespannt blickte der Markt auf Château Lafite Rothschild 2025. Nach der vergleichsweise moderaten Preiserhöhung von Duhart-Milon hatten viele Beobachter gehofft, dass auch Lafite trotz des deutlich besseren Jahrgangsmaßstabs mit Augenmaß veröffentlicht werden würde. Stattdessen erfolgte eine massive Preiserhöhung von rund 16,7 % – ein Schritt, der in der aktuellen Marktsituation kaum nachvollziehbar erscheint. Umso überraschender wirkt diese Entscheidung, da die ganz großen 100-Punkte-Bewertungen bei Lafite 2025 bislang eher zurückhaltend vergeben wurden. Zwar erhielt der Wein von einzelnen Kritikern Höchstnoten oder beinahe perfekte Bewertungen, die Mehrheit der einflussreichen Kritiker (ua. Wine Advocate, Jane Anson, Decanter) blieb jedoch etwas konservativer. Dadurch wirkt der Preis ambitionierter als der Markt vermutlich akzeptieren wird. Qualitativ bleibt Château Lafite Rothschild 2025 selbstverständlich ein großer Pauillac und einer der ikonischen Weine des Jahrgangs, wirtschaftlich betrachtet dürfte die Lancierung aber kontrovers diskutiert werden.

Und genau darin liegt möglicherweise eines der größten Probleme dieser Lancierung: Der aggressive Lafite Rothschild-Preis setzt automatisch die Benchmark für die übrigen First Growths. Châteaux wie Mouton Rothschild, Château Margaux oder Haut-Brion werden kaum bereit sein, ihre eigenen Spitzenweine deutlich günstiger (normalerweise sind sie immer ein wenig günstiger, aber nur um Nuancen) als Lafite anzubieten – selbst dann nicht, wenn der Markt eine vorsichtigere Preisstrategie eigentlich dringend verlangen würde. Dadurch könnte eine einzige überzogene Lancierung eine Kettenreaktion auslösen, die die gesamte Spitze der Bordeaux-2025-Kampagne preislich in eine problematische Richtung drückt.

Auch Carruades de Lafite 2025 sendet aus Marktsicht problematische Signale. Mit rund 15 % Preiserhöhung bewegt sich der Zweitwein praktisch auf derselben aggressiven Linie wie der Grand Vin. Gerade Carruades hätte die Chance gehabt, Käufer zurück in die Primeur-Kampagne zu holen. Stattdessen dürfte diese Preisgestaltung viele Interessenten eher abschrecken als motivieren.

Deutlich positiver fällt das Urteil bei Château Canon La Gaffelière 2025 aus. Das Weingut aus Saint-Émilion liefert nicht nur qualitativ einen der überzeugendsten Weine des Tages ab, sondern traf auch die mit Abstand klügste Preisentscheidung. Trotz mehrfacher Bewertungen bis 98 Punkten blieb der Preis auf Vorjahresniveau. Genau solche Signale hätte die Bordeaux 2025 Kampagne deutlich häufiger gebraucht. Besonders bemerkenswert: Auch Clos de l’Oratoire 2025 wurde zum gleichen Preis wie im Vorjahr angeboten. In einem Marktumfeld voller zweistelliger Preissteigerungen wirkt das fast schon wie eine Ausnahmeerscheinung.

Château Léoville Barton 2025 gehört qualitativ ohne Zweifel zu den Highlights der bisherigen Kampagne. Bewertungen bis 99 Punkte unterstreichen eindrucksvoll die Klasse dieses klassischen Saint-Julien. Umso bedauerlicher erscheint die Preiserhöhung von rund 10 %. Angesichts der angespannten wirtschaftlichen Gesamtlage und der weiterhin schwachen internationalen Nachfrage wären maximal 5–7 % vermutlich deutlich marktgerechter gewesen. So bleibt ein leicht bitterer Nachgeschmack, obwohl der Wein selbst hervorragend gelungen ist.

Etwas differenzierter präsentiert sich Château Langoa Barton 2025. Der Wein besitzt traditionell ohnehin ein starkes Preis-Leistungs-Verhältnis und bleibt trotz einer Preiserhöhung von rund 9 % weiterhin attraktiv. Gerade im Vergleich zu vielen anderen Saint-Julien-Weinen bietet Langoa Barton auch 2025 noch einen relativ fairen Einstieg in die Welt der großen Barton-Weine. Dennoch wäre auch hier ein vorsichtigeres Pricing wahrscheinlich das bessere Signal an den Markt gewesen.

Positiv überraschte zudem Château Chasse-Spleen 2025 aus Moulis. Mit einer moderaten Erhöhung von rund 5 % bleibt der Wein trotz starker Bewertungen bis 94 Punkte weiterhin in einem sehr attraktiven Preisbereich unter 30 Euro. Gerade in dieser Kategorie gehört Chasse-Spleen 2025 damit zu den interessanteren Käufen des Tages. Dennoch zeigt auch dieses Beispiel, dass ein unveränderter Preis vermutlich die deutlich intelligentere Entscheidung gewesen wäre.

Der heutige Tag verdeutlicht damit exemplarisch das Grundproblem der Bordeaux 2025 Primeur-Kampagne: Die Qualität vieler Weine ist hervorragend bis außergewöhnlich, doch zahlreiche Châteaux scheinen die fragile Marktlage weiterhin zu unterschätzen. Einige Güter nutzen die Chance, Vertrauen zurückzugewinnen. Andere hingegen riskieren mit überzogenen Preisforderungen, dass selbst große Bewertungen den Markt nicht mehr ausreichend überzeugen können.


UPDATE vom 19.05.2026:

Breaking News: der Preis von Château Lafite Rothschild 2025 wird am 20.05 lanciert

Soeben wurde bestätigt, dass Château Lafite Rothschild den Preis für seinen Jahrgang 2025 am 20. Mai veröffentlichen wird – ein klares Signal für den nächsten Wendepunkt innerhalb der laufenden Bordeaux 2025 Primeur-Kampagne.

Diese Ankündigung kommt zu einem Zeitpunkt, an dem sich der Markt nach den ersten Preisbewegungen der letzten Tage zunehmend differenziert zeigt. Umso größer ist nun die Spannung, welche Preisstrategie Lafite verfolgen wird.

Als einer der einflussreichsten Weine der gesamten Subskription hat Lafite traditionell eine Schlüsselrolle:
Die Veröffentlichung dient nicht nur als Highlight für Sammler und Investoren, sondern wirkt erfahrungsgemäß auch als Referenz für zahlreiche nachfolgende Releases. Die moderate Preisanpassung von rund 6 % bei Château Duhart-Milon 2025 aus dem gleichen Hause ist ein starkes Signal für die Preisstrategie bei Lafite Rothschild. Vor dem Hintergrund der deutlich höheren Qualität des Jahrgangs 2025 im Vergleich zu 2024 erscheint eine erwartete Preiserhöhung von etwa 6–7 % beim Château Lafite Rothschild 2025 nicht nur nachvollziehbar, sondern aus Käufersicht klar attraktiv – insbesondere für einen Wein dieser Strahlkraft, der erfahrungsgemäß zu den gefragtesten Positionen der gesamten Primeur-Kampagne zählt. Wir lassen uns überraschen.

Besonders interessant ist dabei die aktuelle Ausgangslage:
Während einige Châteaux mit sehr fairen Preisen überzeugen konnten, wurden andere deutlicher vom Markt hinterfragt. Genau hier könnte Lafite entweder stabilisierend wirken – oder die bestehende Unsicherheit weiter verstärken.

Parallel zur Lafite-Lancierung werden am 20. Mai weitere wichtige Weine erwartet, darunter Château Léoville Barton 2025 und Château Langoa Barton 2025, die bereits im Update vom 17.05 eingeordnet wurden und als verlässliche Größen innerhalb des Jahrgangs gelten.

Damit richtet sich der Fokus des Marktes nun klar auf den 20. Mai – einen der entscheidenden Tage der gesamten Primeur-Kampagne 2025.


Erste klare Preisstrukturen erkennbar

Nach den Veröffentlichungen vom 18. und 19. Mai zeichnet sich in der Bordeaux 2025 Primeur-Kampagne erstmals ein klareres Bild ab. Während einige Châteaux die außergewöhnliche Qualität des Jahrgangs mit sehr fairen Preisen unterstreichen, zeigen andere bereits deutliche Übertreibungen, die kritisch hinterfragt werden müssen.

Auffällig ist, dass sich der Markt aktuell sehr selektiv entwickelt: Gute Weine mit moderater Preisgestaltung stoßen auf Interesse, während ambitionierte Preisanhebungen selbst bei renommierten Namen nicht automatisch akzeptiert werden.

Sehr faire bis attraktive Angebote

Mehrere Weingüter positionieren sich aktuell sehr überzeugend und bestätigen, dass 2025 trotz geringer Mengen kein durchgehend teurer Jahrgang sein muss:

Château Cos d’Estournel 2025 bleibt preislich auf dem Niveau des Vorjahres und ist angesichts der herausragenden Qualität des Jahrgangs als klar attraktives Angebot zu bewerten.

Château Gruaud Larose 2025 überzeugt nicht nur qualitativ, sondern auch strategisch: Preisgleich zu 2024 und zusätzlich mit der limitierten Sonderedition zum 300-jährigen Jubiläum ist dieser Wein eines der spannendsten Angebote der letzten Tage.

Château Dassault 2025 zeigt sich ebenfalls stabil im Preis bei gleichzeitig sehr guten Bewertungen – ein klassischer „Value Buy“ im gehobenen Segment.

Château Suduiraut 2025 überrascht mit einer minimalen Preisanpassung von rund 3 % und gleichzeitig exzellenten Bewertungen, die bis in den Bereich von bis zu 99 von 100 Punkten reichen – eine der positivsten Preis-Leistungs-Überraschungen bislang.

Auch Château Pedesclaux 2025 bestätigt diesen Trend: sehr solide Bewertungen treffen hier auf eine faire Markteinführung.

Solide, aber differenziert zu betrachten

Einige Weine bewegen sich im erwartbaren Rahmen, ohne dabei echte Begeisterung auszulösen:

Château Latour-Martillac Rouge 2025 hingegen zeigt bereits eine Preiserhöhung von knapp unter 10 %, die angesichts „nur“ sehr guter Bewertungen kritisch gesehen werden kann.

Kritische Preisentwicklungen

Deutlich wird aber auch: Nicht jeder Produzent nutzt den Jahrgang 2025 im Sinne der Käufer.

Château Haut-Bages Libéral 2025 liegt mit über 11 % Preisanstieg klar über dem, was der Markt aktuell hergibt – insbesondere in einem Jahrgang, der eine große Anzahl sehr guter Alternativen bietet.

Château Clerc Milon 2025 geht noch einen Schritt weiter: Eine Preissteigerung von über 10 % wirkt angesichts von Bewertungen bis maximal 95 von 100 Punkten nicht gerechtfertigt und dürfte am Markt auf Widerstand stoßen.

Fazit: Die Primeur-Kampagne 2025 entwickelt sich bislang in zwei Richtungen:

  • Einerseits Weine mit sehr fairer Preisstrategie und klarer Kaufempfehlung
  • Andererseits erste Versuche, den starken Jahrgang überproportional zu monetarisieren

Für Käufer bedeutet das aktuell vor allem eines: Selektivität ist entscheidend.

Gerade in dieser frühen Phase der Kampagne lassen sich bereits jetzt klare Chancen identifizieren – insbesondere bei Weinen, die Qualität, Stil und Preis konsequent in Einklang bringen.


UPDATE vom 17.05.2026: Rückblick Bordeaux 2025 Primeur – Preisentwicklung der vergangenen Woche

Die vergangene Woche der Bordeaux 2025 Primeur-Kampagne hat einmal mehr gezeigt, wie stark sich Qualität, Positionierung und Preisstrategie im aktuellen Marktumfeld unterscheiden können. Während einige Châteaux sehr bewusst und marktnah agieren, testen andere klar die Zahlungsbereitschaft der Käufer.

An der Spitze steht ohne Zweifel Château Cheval Blanc 2025 – der qualitative Höhepunkt der Woche. Die deutliche Preiserhöhung von über 20 % wirkt auf den ersten Blick ambitioniert, relativiert sich jedoch durch die drastisch reduzierte Produktionsmenge von rund 50 %. In diesem Kontext erscheint die Preisgestaltung nachvollziehbar und dürfte vom Markt getragen werden.

Sehr positiv aufgenommen wurde Château Larcis Ducasse 2025, das mit exzellenter Qualität, hohen Bewertungen und einer moderaten Preisanpassung unter 10 % zu den klaren Gewinnern zählt. Hier stimmt das Gesamtpaket aus Preis, Leistung und Stilistik.

Ebenfalls interessant zeigt sich Château l’Évangile 2025, das preislich nur minimal angezogen hat, gleichzeitig jedoch mit deutlich geringeren Mengen auf den Markt kommt – ein klassisches Szenario für potenzielle Verknappung bei stabiler Nachfrage.

Im Bereich Pessac-Léognan fällt Domaine de Chevalier Rouge 2025 auf, mit einer Preiserhöhung von rund 10 %. Qualitativ überzeugend, bleibt abzuwarten, wie sensibel der Markt auf diese Anpassung reagiert. Château de Fieuzal Rouge 2025 geht sogar noch einen Schritt weiter und liegt preislich leicht über dem, was man angesichts der Marktdynamik erwarten würde – bei gleichzeitig sehr solider Qualität.

Sehr gelungen positioniert ist Château Sociando-Mallet 2025, das mit einer moderaten Erhöhung unter 8 % und starken Bewertungen ein klassisches Value-Play innerhalb der Kampagne darstellt.

Besonders hervorzuheben ist auch Château Malartic-Lagravière Rouge 2025, das mit einer minimalen Preisanpassung von nur rund 3 % bei gleichzeitig hoher Qualität und starker Kritikerresonanz ein äußerst attraktives Angebot darstellt.

In Pauillac überzeugt Château Duhart-Milon 2025 mit einer fairen, zurückhaltenden Preispolitik bei gleichzeitig hoher Qualität – ein typischer Fall von „vernünftig bepreistem Prestigewein“. Ähnlich verhält es sich bei Château Carbonnieux Rouge 2025, das mit moderater Preissteigerung und starken Bewertungen solide im Markt positioniert ist.

Château Haut-Batailley 2025 bewegt sich mit rund 10 % Aufschlag im erwartbaren Rahmen für Pauillac, gestützt durch gute Bewertungen und eine klare Stilistik.

Fazit der Woche:
Die Spreizung im Markt nimmt weiter zu. Während einige Châteaux sehr präzise und marktgerecht agieren, versuchen andere, die Preisgrenzen auszuloten. Für Käufer ergeben sich dadurch gezielte Chancen – insbesondere dort, wo hohe Qualität auf disziplinierte Preisgestaltung trifft.


Vorschau Bordeaux 2025 Primeur – Veröffentlichungen vom 18.05. bis 21.05.

Die kommende Woche bringt eine deutlich höhere Schlagzahl an Releases und mehrere echte Schwergewichte der Bordeaux 2025 Kampagne. Besonders auffällig ist die starke Präsenz klassischer Médoc- und Saint-Émilion-Weine.

Montag, 18. Mai 2026 eröffnet die Woche direkt mit einem echten Paukenschlag: Château Cos d’Estournel 2025 gehört zu den zentralen Weinen der gesamten Kampagne und dürfte die Preis- und Erwartungshaltung für Saint-Estèphe maßgeblich prägen. Ergänzt wird der Tag durch eine Reihe weiterer Releases aus dem Médoc, darunter Château Lilian Ladouys 2025, Château Pédesclaux 2025, Château Lafon-Rochet 2025 sowie Château Croix-Mouton 2025. Zudem erscheinen mehrere kleinere Crus und Satelliten, die vor allem im Einstiegs- und Value-Segment interessant sind.

Dienstag, 19. Mai 2026 bildet den nächsten Schwerpunkt mit wichtigen Releases aus Pauillac und Saint-Julien. Im Fokus stehen Château Gruaud Larose 2025, Château Clerc Milon 2025 und Château d’Armailhac 2025. Diese Weine decken ein breites Spektrum von klassisch strukturiert bis zugänglicher moderner Stilistik ab. Auf der rechten Uferseite sorgt Château Fleur Cardinale 2025 für zusätzliche Dynamik.

Mittwoch, 20. Mai 2026 gehört zu den stärksten Tagen der Woche. Mit Château Léoville Barton 2025 und Château Langoa Barton 2025 kommen zwei der verlässlichsten Namen aus Saint-Julien auf den Markt. Ergänzt wird das Line-up durch Château Canon La Gaffelière 2025 und Clos de l’Oratoire 2025, die für präzise, terroirgeprägte Saint-Émilion-Weine stehen. Weitere Releases wie Château d’Aiguilhe 2025 und Château Mauvesin Barton 2025 runden den Tag ab.

Donnerstag, 21. Mai 2026 bringt mit Château La Gaffelière 2025 einen weiteren wichtigen Saint-Émilion. Zusätzlich erscheinen mit Château Valandraud 2025 und weiteren Weinen aus diesem Umfeld kraftvolle, modern interpretierte Vertreter der Appellation.

Fazit der Woche:
Der 18. Mai setzt bereits früh den Ton mit einem der wichtigsten Weine der gesamten Kampagne. In den Folgetagen verdichtet sich das Angebot deutlich, sodass sich für Käufer eine seltene Kombination aus Top-Namen, stilistischer Vielfalt und selektiven Kaufchancen ergibt.




UPDATE vom 10.05.2026: Klare Struktur der kommenden Bordeaux 2025 Lancierungen – Schlüsselwoche ab dem 11. Mai

Mit dem Beginn der Woche ab dem 11.05.2026 erreicht die Bordeaux 2025 Primeur-Kampagne eine neue Phase. Erstmals zeichnet sich eine klar strukturierte Abfolge bedeutender Veröffentlichungen ab, die sich über mehrere Tage erstreckt.


Montag, 11.05.2026 – der wichtigste Tag der gesamten Woche

Der Auftakt der Woche hat es in sich und dürfte zu den entscheidenden Moment dieser Bordeaux 2025 Subskription Woche zählen:

  • Château Cheval Blanc 2025 – einer der absoluten Referenzweine des Jahrgangs
  • Château L’Évangile 2025 – hochkarätiger Pomerol mit enormer Erwartung

Flankiert wird dieser Tag ua.von weiteren hochrelevanten Weinen:

  • Domaine de Chevalier 2025 Rouge & Domaine de Chevalier 2025 Blanc
  • Château Kirwan 2025
  • Château Cantemerle 2025
  • Château Grand Corbin 2025
  • Château La Dominique 2025

Ein außergewöhnlich dicht besetzter Tag, der sowohl das linke als auch das rechte Ufer sowie Sauternes abdeckt.


Dienstag, 12.05.2026 – starke Breite mit Fokus auf klassischem Bordeaux

Der Dienstag setzt die Dynamik fort, mit einer Mischung aus etablierten Namen und preislich oft sehr attraktiven Weinen:

  • Château Sociando-Mallet 2025
  • Château Malartic-Lagravière 2025 und Château Malartic-Lagravière Blanc
  • Château Duhart-Milon 2025
  • Croix de Labrie 2025
  • Château Poujeaux 2025
  • Clos Puy Arnaud 2025

Gerade Weine wie Sociando-Mallet oder Duhart-Milon sind traditionell wichtige Gradmesser für das Preis-Leistungs-Niveau der Kampagne.


Mittwoch, 13.05.2026 – gezielte Highlights aus Graves und Pomerol

Am Mittwoch folgt eine kompaktere, aber qualitativ hochinteressante Gruppe:

  • Château Carbonnieux 2025 (Rouge & Blanc)
  • Château de Ferrand 2025
  • Château Gazin 2025

Insbesondere Château Gazin 2025 dürfte als Pomerol eine wichtige Rolle in der Bewertung des rechten Ufers spielen.


Donnerstag, 14.05.2026 – ein Feiertag in Frankreich

Für Donnerstag sind feiertagsbedingt keine Lancierungen angekündigt. Entsprechend ist Freitag ein Brückentag, wo keine Veröffentlichungen stattfinden werden.


Preisanalyse: Woche vom 04.05. bis 08.05.2026 bestätigt klaren Trend

Parallel zu diesen anstehenden Highlights liefert die vergangene Woche eine entscheidende Erkenntnis für die gesamte Bordeaux 2025 Primeur-Kampagne:

Die bisher veröffentlichten Weine zeigen durchgehend sehr moderate Preisanpassungen im Vergleich zu 2024.

  • überwiegend geringe Aufschläge
  • in vielen Fällen nur minimal über Vorjahr
  • keine aggressiven Preisstrategien trotz niedriger Mengen

Diese Entwicklung ist besonders bemerkenswert vor dem Hintergrund der historisch niedrigen Erträge im Jahrgang 2025.



Marktbewusstsein der Châteaux deutlich erkennbar

Die Preisstrategie der bisherigen Lancierungen zeigt klar, dass viele Erzeuger den aktuellen Kontext verstanden haben:

  • wirtschaftliche Unsicherheit
  • unklare Nachfrageentwicklung
  • steigende Sensibilität im Markt

Anstatt kurzfristig von der Knappheit zu profitieren, setzen zahlreiche Châteaux auf eine nachhaltige und marktorientierte Preisgestaltung.



Ausblick: Jetzt entscheidet sich die Kampagne

Die kommenden Tage – insbesondere rund um den 11.05.2026 mit Cheval Blanc und L’Évangile – und am 12.05.2026 mit Duhart-Milon werden richtungsweisend sein.

Sollten auch diese Schlüsselweine preislich im bisherigen Rahmen bleiben, könnte sich die Bordeaux 2025 Subskription zu einer der stabilsten und überzeugendsten Kampagnen der letzten Jahre entwickeln.


Ein weiteres Update mit konkreter Einordnung der Preise und Bewertungen folgt zeitnah. Bereits verfügbare Weine aus der Subskriptionskampagne 2025 finden Sie auf unsere Bordeaux Subskription 2025 Seite.


UPDATE vom 03.05.2026: Persönliche Eindrücke aus den Primeur-Verkostungen – starke Breite, klare Stilistik und erste Überraschungen

Nach mehreren Tagen intensiver Verkostungen vor Ort verdichtet sich das Bild des Bordeaux-Jahrgangs 2025 weiter – und bestätigt in vielen Punkten die ersten Eindrücke: ein außergewöhnlich homogener Jahrgang mit bemerkenswerter Balance, Frische und Präzision.

Was sofort auffällt: Die Weine präsentieren sich deutlich zugänglicher als in vielen vergleichbaren Jahrgängen, ohne dabei an Tiefe oder Komplexität zu verlieren. Die Kombination aus reifen Tanninen, klarer Frucht und einer präzisen, tragenden Säure verleiht dem Jahrgang eine fast vollständige Harmonie bereits in der Primeur-Phase.



Persönliche Highlights

Zu den überzeugendsten Weinen unserer bisherigen Verkostungen zählen mehrere Gewächse, die sowohl stilistisch als auch qualitativ herausragen.


Der Château Léoville Barton 2025 gehört für uns zu den größten positiven Überraschungen des Jahrgangs. Für uns vielleicht das größte Highlight, weil wir den Wein so nicht erwartet haben – Léoville Barton ist selten in den Primeur-Verkostungen so zugänglich. Bereits in der Nase zeigt sich eine offene, einladende Aromatik mit dunkler Frucht, feinen würzigen Noten und klassischer Saint-Julien-Typizität.

Am Gaumen überzeugt der Wein durch eine sehr gelungene Balance aus Struktur und Eleganz. Die Tannine sind präsent, aber reif und gut integriert, während die Frucht präzise und klar bleibt und von einer feinen mineralischen Spannung getragen wird.

Die Cuvée aus 86 % Cabernet Sauvignon, 12 % Merlot und 2 % Cabernet Franc unterstreicht den klassischen Stil des Hauses, wirkt im Jahrgang 2025 jedoch zugänglicher und etwas charmanter als gewohnt – bei gleichzeitig sehr langem Reifepotenzial.


Der Château Cheval Blanc 2025 zählt für uns ganz klar zu den größten Highlights der Primeur-Verkostungen – wenn nicht sogar zum größten insgesamt. Der Wein zeigt sich bereits jetzt mit einer faszinierenden Präzision und einer fast schwerelosen Eleganz, die in diesem Jahrgang besonders heraussticht.

Am Gaumen wirkt er fokussiert, fein und zugleich tiefgründig, mit einer kühlen, klar definierten Frucht und einer bemerkenswerten Frische. Besonders beeindruckend ist die Balance: nur 12,7 % Alkohol, was dem Wein eine außergewöhnliche Leichtigkeit und Trinkigkeit verleiht, ohne an Struktur zu verlieren.

Die Cuvée aus 51 % Merlot, 45 % Cabernet Franc und 4 % Cabernet Sauvignon bringt eine enorme aromatische Komplexität und eine sehr präzise, fast intellektuelle Stilistik zum Ausdruck. In seiner Art erinnert der Wein irgendwie an den großen Jahrgang 1961, ohne dabei nostalgisch zu wirken. Ein Cheval Blanc mit enormem Potenzial, der sich über viele Jahre hinweg entwickeln dürfte.


Der Château Montrose 2025 zeigt sich als extrem klassischer Vertreter des linken Ufers und unterstreicht eindrucksvoll die Stärke von Saint-Estèphe in diesem Jahrgang. Bereits in der Nase wirkt der Wein tief, präzise und vielschichtig, mit dunkler Frucht, mineralischen Anklängen und einer kühlen, fast straffen Aromatik.

Am Gaumen präsentiert sich Montrose fokussiert und energiegeladen, mit einer klar definierten Struktur und sehr fein gearbeiteten Tanninen. Trotz seiner Konzentration bleibt der Wein bemerkenswert kontrolliert und zeigt eine elegante, fast zurückhaltende Stilistik mit viel innerer Spannung.

Die Cuvée aus 77 % Cabernet Sauvignon, 19 % Merlot und 4 % Cabernet Franc verleiht dem Wein eine ausgeprägte Tiefe und klassische Länge. Ein Montrose, der weniger auf unmittelbare Opulenz setzt, sondern vielmehr auf Präzision, Struktur und langfristiges Reifepotenzial.



Der Château Pontet-Canet 2025 gehört klar zu den stärksten Weinen des Jahrgangs. In der Nase zeigt sich eine präzise Aromatik mit dunkler Frucht, floralen Noten und feiner mineralischer Tiefe.

Am Gaumen wirkt der Wein sehr harmonisch und elegant, mit seidigen, perfekt integrierten Tanninen und einer klaren, saftigen Frucht. Besonders auffällig ist die Balance aus Frische, Finesse und Struktur, die dem Wein bereits jetzt eine große Trinkigkeit verleiht.

Ein Pontet-Canet, der Zugänglichkeit und Komplexität überzeugend verbindet und damit zu den Referenzweinen des Jahrgangs zählt.


Der Château La Conseillante 2025 zählt zu den elegantesten und zugleich präzisesten Weinen des Jahrgangs auf der rechten Seite. In der Nase zeigt sich eine sehr feine, florale Aromatik mit dunkler Beerenfrucht und einer bemerkenswert klaren, fast kühlen Stilistik.

Am Gaumen wirkt der Wein geschliffen, frisch und sehr fokussiert, mit einer saftigen Frucht und einer lebendigen Säure, die ihm viel Spannung verleiht. Trotz seiner Tiefe bleibt er stets elegant und niemals schwer, sondern eher von einer fast schwebenden Leichtigkeit geprägt.

Die Cuvée aus 87 % Merlot, 10 % Cabernet Franc und 3 % Cabernet Sauvignon sowie 13,5 % Alkohol sorgen für eine perfekte Balance aus Reife, Frische und Struktur. Ein sehr nobler, präziser Pomerol mit großem Reifepotenzial.


Der Château Cos d’Estournel 2025 bestätigt eindrucksvoll den sehr hohen Qualitätsanspruch des Jahrgangs und zählt ohne Zweifel zu den stärkeren Vertretern aus Saint-Estèphe. Bereits in der Nase zeigt sich eine tiefe, vielschichtige Aromatik mit dunkler Beerenfrucht, feinen Gewürznoten und einer kühlen, präzisen Ausrichtung.

Am Gaumen wirkt der Wein dicht und konzentriert, gleichzeitig aber bemerkenswert kontrolliert und balanciert. Die Tannine sind fein gearbeitet und verleihen Struktur, ohne Härte zu zeigen, während die Frucht saftig und klar bleibt. Mit 13,25 % Alkohol präsentiert sich der Wein zudem sehr harmonisch und keineswegs überladen.

Die Cuvée aus 60 % Cabernet Sauvignon, 39 % Merlot und 1 % Petit Verdot sorgt für Tiefe, Komplexität und eine sehr elegante Textur. Ein Cos d’Estournel, der Kraft und Finesse überzeugend verbindet und sich mit etwas Reifezeit hervorragend entwickeln dürfte.


Der Château Pichon Longueville Comtesse de Lalande 2025 gehört zu den präzisesten und zugleich beeindruckendsten Weinen des Jahrgangs in Pauillac. In der Nase zeigt sich eine tiefgründige, vielschichtige Aromatik mit dunkler Beerenfrucht, feinen Röstaromen und einer kühlen, sehr eleganten Ausrichtung.

Am Gaumen wirkt der Wein fokussiert, klar und gleichzeitig von bemerkenswerter Intensität, ohne jemals schwer zu erscheinen. Die Tannine sind fein, perfekt eingebunden und verleihen dem Wein Struktur und Länge, während die Frucht saftig und präzise bleibt.

Die Cuvée aus 81 % Cabernet Sauvignon, 15 % Merlot und 4 % Cabernet Franc sowie 13,0 % Alkohol sorgen für eine außergewöhnliche Balance aus Kraft, Finesse und Frische. Ein sehr kompletter, tiefgründiger Pauillac mit großem Reifepotenzial.


Der Château Mouton Rothschild 2025 präsentiert sich in diesem Jahrgang mit einer sehr klaren, Cabernet-geprägten Stilistik und hebt sich damit deutlich hervor. In der Nase zeigt sich eine kühle, präzise Aromatik mit dunkler Frucht, floralen Nuancen und feinen mineralischen Anklängen.

Am Gaumen wirkt der Wein fokussiert und strukturiert, mit sehr feinen, engmaschigen Tanninen und einer bemerkenswerten Frische. Trotz seiner Konzentration bleibt er elegant und kontrolliert, ohne die sonst oft vorhandene Opulenz in den Vordergrund zu stellen.

Die Cuvée aus 98 % Cabernet Sauvignon und 2 % Merlot sowie 13,1 % Alkohol unterstreicht diesen geradlinigen, klassischen Ansatz. Ein Mouton Rothschild, der weniger auf unmittelbare Kraft setzt, sondern vielmehr auf Präzision, Spannung und langfristiges Entwicklungspotenzial.


Der Château Figeac 2025 zeigt sich in diesem Jahrgang besonders überzeugend. Ein Wein, der sehr oft die Meinungen spaltet, präsentiert sich dieses Jahr wieder von seiner besten Seite. Bereits in der Nase wirkt er tief und vielschichtig, mit dunkler Frucht, feinen würzigen Noten und einer klaren, kühlen Stilistik.

Am Gaumen präsentiert sich der Wein kraftvoll und zugleich präzise, mit dichter Struktur und sehr gut integrierten Tanninen. Trotz seiner Intensität bleibt er balanciert und zeigt eine schöne Frische sowie eine bemerkenswerte Länge.

Die Cuvée aus 38 % Merlot, 30 % Cabernet Franc und 32 % Cabernet Sauvignon sowie 13 % Alkohol sorgt für eine harmonische Verbindung aus Struktur, Eleganz und Spannung. Ein sehr kompletter Figeac, der in diesem Jahrgang besonders gelungen wirkt.


Der Château Les Carmes Haut-Brion 2025 bestätigt einmal mehr die beeindruckende Konstanz dieses Weinguts. Jahr für Jahr liefert dieses Weingut höchste Leistungen zu einem bezahlbaren Preis, und auch der 2025er reiht sich nahtlos in diese Entwicklung ein.

In der Nase zeigt sich eine sehr präzise, fast kühle Aromatik mit dunkler Frucht, floralen Noten und feinen würzigen Anklängen. Am Gaumen wirkt der Wein dicht und strukturiert, gleichzeitig aber elegant und getragen von einer lebendigen Frische, die ihm viel Spannung verleiht.

Die Tannine sind fein, engmaschig und geben dem Wein ein klares Rückgrat, ohne ihn unzugänglich wirken zu lassen. Die Cuvée aus 54 % Cabernet Franc, 29 % Cabernet Sauvignon und 17 % Merlot sowie 13 % Alkohol unterstreicht den charaktervollen, modernen Stil des Weinguts. Ein sehr tiefgründiger Pessac-Léognan mit ausgezeichnetem Reifepotenzial.


Überraschungen des Jahrgangs

Eine der größten positiven Überraschungen ist die Entwicklung der Sauternes-Weine. In einem Jahrgang, der klimatisch durchaus herausfordernd war, zeigen sich die Süßweine außergewöhnlich präzise, frisch und aromatisch klar.

Viele der verkosteten Sauternes wirken bereits jetzt zugänglich, gleichzeitig aber komplex und vielschichtig – eine Kombination, die nur in wenigen Jahrgängen gelingt. Der Jahrgang 2025 dürfte hier zu den spannendsten der letzten Jahre zählen.

Ebenfalls bemerkenswert ist der durchgehend moderate Alkoholgehalt vieler Weine. Trotz der Hitzephasen im Sommer zeigen zahlreiche Gewächse eine erstaunliche Frische und Balance. Einzelne Beispiele mit sehr niedrigen Alkoholwerten unterstreichen diesen Trend zusätzlich.


Der Château Guiraud 2025 steht exemplarisch für die außergewöhnlich hohe Qualität der Sauternes-Weine im Jahrgang 2025. Kaum eine andere Kategorie hat in diesem Jahr eine derart geschlossene und überzeugende Leistung gezeigt.

In der Nase präsentiert sich der Wein intensiv und zugleich präzise, mit Zitrusfrische, exotischen Fruchtaromen und feinen floralen Anklängen. Am Gaumen beeindruckt vor allem die Balance: Die Süße wirkt niemals schwer, sondern wird von einer lebendigen Säure perfekt getragen.

Trotz seiner Konzentration bleibt der Wein elegant und klar strukturiert, mit viel Frische und einer langen, animierenden Länge. Ein Sauternes, der stellvertretend für einen Jahrgang steht, den man in dieser Kategorie unbedingt im Blick behalten sollte. Wow!


Kleinere Enttäuschungen

Bei aller Begeisterung für den Jahrgang 2025 gab es in der Vielzahl der verkosteten Weine auch einzelne Gewächse, die nicht ganz die Erwartungen erfüllen konnten. Dabei ist wichtig zu betonen, dass diese Einschätzungen immer im Kontext intensiver Verkostungstage entstehen, in denen eine große Anzahl von Weinen in kurzer Zeit probiert wird.

Gerade bei jungen Primeur-Weinen können sich Eindrücke zudem noch deutlich verändern, sodass es sich hierbei bewusst um Momentaufnahmen handelt. Umso spannender wird es sein zu beobachten, wie sich diese Weine in den kommenden Monaten entwickeln.

Wir sind daher besonders gespannt, ob die internationalen Weinkritiker diese Eindrücke teilen und entsprechend einordnen werden.


Der Château Ausone 2025 gehört für uns zu den größten Enttäuschungen der diesjährigen Primeur-Verkostungen. Hätten wir den Wein nicht zu viert verkostet, hätten wir diese Einschätzung vermutlich nicht so klar formuliert – zumal wir uns sogar eine zweite Flasche öffnen ließen, die vor unseren Augen entkorkt wurde und sich identisch präsentierte.

Die Cuvée aus 65 % Cabernet Franc, 30 % Merlot und 5 % Cabernet Sauvignon wirkt aktuell extrem verschlossen, fast nichtssagend und kaum zugänglich. So sehr, dass es schwerfällt, das große Potenzial zu erkennen, das man bei einem Wein dieses Kalibers eigentlich erwarten würde.


Der Château Vieux Château Certan 2025 bleibt hinter den ganz großen Erwartungen dieses Hauses zurück, ohne jedoch wirklich zu enttäuschen. Im direkten Vergleich zu Spitzenjahren wirkt der Wein aktuell etwas weniger präzise und nicht ganz auf dem gewohnt herausragenden Niveau, zu dem das Weingut in großen Jahrgängen fähig ist.

Die Cuvée aus 80 % Merlot, 15 % Cabernet Franc und 5 % Cabernet Sauvignon sowie üppigen 14,01 % Alkohol zeigt sich entsprechend kraftvoll und dicht, jedoch mit einer leicht breiteren, weniger fokussierten Stilistik als erwartet. Ein Wein, der sicherlich Potenzial besitzt, aber im aktuellen Stadium noch nicht die Klasse erreicht, die man von Vieux Château Certan gewohnt ist.


Preisrhetorik einzelner Châteaux

Neben den weinbaulichen Eindrücken ist uns in diesem Jahr auch vereinzelt eine Entwicklung aufgefallen, die kritisch zu sehen ist. Einige wenige Erzeuger argumentieren bereits im Vorfeld der Primeur-Lancierung mit den historisch niedrigen Erträgen und leiten daraus die Notwendigkeit deutlich höherer Preise im Vergleich zum Jahrgang 2024 ab.

Diese Argumentation greift aus unserer Sicht zu kurz. Die aktuelle globale Marktsituation, geprägt von einer spürbaren Unsicherheit und einem sensiblen Preisumfeld, lässt nur begrenzten Spielraum für solche Strategien. Qualität allein rechtfertigt in diesem Kontext keine beliebigen Preissteigerungen.

Sollten einzelne Châteaux ihre Weine zu deutlich überhöhten Preisen auf den Markt bringen, werden wir dies im weiteren Verlauf der Primeur-Kampagne klar und transparent benennen.


Zwischenfazit: Ein Jahrgang mit Substanz und Marktpotenzial

Bordeaux 2025 bestätigt sich nach den ersten Verkostungen als qualitativ starker und gleichzeitig stilistisch moderner Jahrgang, der sowohl früh zugänglich ist als auch über erhebliches Reifepotenzial verfügt.

Die bisher veröffentlichten Preise zeigen zudem, dass sich ein Teil der Châteaux um eine realistische Marktpositionierung bemüht. Sollte sich dieser Trend fortsetzen, könnte der Jahrgang 2025 auch kommerziell ein voller Erfolg werden. .


Ausblick

Mit den anstehenden Preisbekanntgaben der kommenden Tage wird sich zeigen, ob sich der positive Ersteindruck der Kampagne bestätigt und wie der Markt auf die weiteren Veröffentlichungen reagiert.

Ein ausführliches Update mit weiteren Entwicklungen der Primeur-Kampagne folgt in den kommenden Tagen.


UPDATE vom 30.04.2026: Erste Preisbekanntgaben setzen ein positives Signal – überzeugender Start in die Bordeaux 2025 Kampagne

Mit den ersten Preisbekanntgaben nimmt die Bordeaux 2025 Primeur-Kampagne nun spürbar Fahrt auf – und der Auftakt fällt insgesamt erfreulich aus.

Im Mittelpunkt steht dabei die Veröffentlichung von Château Pontet-Canet 2025, die als einer der ersten großen Namen ihre Preise kommuniziert haben. Besonders positiv: Die Preisgestaltung ist als sehr fair einzustufen. Zwar liegt der Preis leicht (nur ca. 3,2%) über dem Niveau des Jahrgangs 2024, dies steht jedoch in einem klar nachvollziehbaren Verhältnis zur deutlich höheren Jahrgangs- und Weinqualität. Pontet-Canet setzt damit ein wichtiges Signal für die gesamte Kampagne und das bei 98-100 von 100 Punkten bei Wine Advocate als einer DER Weine des Jahrgangs 2025.

Noch deutlicher fällt das Preis-Leistungs-Verhältnis bei Château Lynch-Moussas 2025 aus. Der Wein wird zu einem signifikant reduzierten Preis im Vergleich zu den Jahrgängen 2022 und 2023 angeboten – und das bei gleichzeitig sehr überzeugender Qualität. Bereits jetzt zeichnet sich Lynch-Moussas 2025 als eines der klaren Preis-Leistungs-Highlights der bisherigen Primeur-Kampagne ab.

Die ersten beiden Preisbekanntgaben lassen erkennen, dass sich viele Châteaux der aktuellen Marktsituation bewusst sind. Qualität allein reicht nicht – die Preisgestaltung muss ebenfalls stimmen. Der Start der Bordeaux 2025 Kampagne wirkt bislang überlegt, realistisch und marktorientiert.



Ausblick: Wichtige Lancierungen Anfang Mai

Die kommenden Tage versprechen eine deutliche Intensivierung der Primeur-Kampagne mit einer Reihe spannender Preisveröffentlichungen:

04.05.2026 – Fokus auf die Weine der Peter-Kwok-Gruppe

  • Château Bellefont-Belcier 2025
  • Château Tour Saint Christophe 2025
  • Enclos Tourmaline 2025
  • Château Haut-Brisson 2025


05.05.2026 – Sauternes im Fokus (ein herausragender Jahrgang für Süßweine)

  • Château Bastor-Lamontagne 2025
  • Château Sigalas-Rabaud 2025
  • Château Doisy-Védrines 2025
  • Château de Rayne Vigneau 2025
  • Château La Tour Blanche 2025
  • Château Guiraud 2025

Zusätzlich wird mit Château Grand Mayne ein Weingut erwartet, das im Jahrgang 2025 qualitativ besonders überzeugen konnte und entsprechend im Fokus stehen dürfte.


06.05.2026 – weitere bedeutende Markt-Starts

  • L’Extravagant du Château Doisy-Daëne 2025
  • Château Doisy-Daëne 2025
  • Château Haura (Graves rouge)
  • Château Reynon Rouge 2025
  • Clos Floridène Rouge 2025
  • Clos Floridène Blanc 2025
  • Château Malescot Saint-Exupéry 2025
  • Château Larrivet Haut-Brion Rouge 2025
  • Château Larrivet Haut-Brion Blanc 2025

Nach diesen Veröffentlichungen wird die Primeur-Kampagne zunächst eine kurze Pause einlegen und ab dem 11.05.2026 in die nächste Runde gehen.


Ausblick auf das nächste Update

Ein ausführliches Update mit persönlichen Eindrücken aus den Verkostungen – inklusive Highlights und kleineren Enttäuschungen – folgt am 03.05.2026. Auf Punktebewertungen verzichten wir bewusst und überlassen diese den Kritikern.


UPDATE vom 23.04.2026: Erste Lancierung kündigt sich an – Château Pontet-Canet 2025 eröffnet die 2025 Primeur-Kampagne

Mit Spannung richtet sich der Blick der Bordeaux-Welt auf den Beginn der En-Primeur-Kampagne 2025. Als erstes Château hat Château Pontet-Canet die Veröffentlichung seines Preises für den 2025er Jahrgang für Mittwoch, den 29. April 2026, angekündigt.

Die Bordeaux 2025 Primeur-Kampagne nimmt damit konkret Fahrt auf. Händler, Investoren und Sammler weltweit beobachten die ersten Preisveröffentlichungen genau, da sie als Referenz für die gesamte 2025 En-Primeur-Saison gelten.

Damit startet offiziell die entscheidende Phase des Jahrgangs 2025 – und zugleich die erste echte Bewährungsprobe für die Preisstrategie in einem wirtschaftlich sensiblen Marktumfeld.


Nach den bisherigen Eindrücken aus den Verkostungen verdichtet sich ein klares Bild:

Der Jahrgang 2025 überzeugt qualitativ auf breiter Front. Besonders bemerkenswert ist die seltene Konstellation, dass Rotweine, trockene Weißweine und Süßweine (Sauternes und Barsac) gleichzeitig ein außergewöhnlich hohes Niveau erreichen – eine Kombination, die in Bordeaux nur äußerst selten vorkommt.

Gerade die Sauternes-Weine präsentieren sich bereits jetzt als spektakulär: früh zugänglich, gleichzeitig aber mit enormer aromatischer Tiefe und Komplexität – ein Stil, der sowohl unmittelbaren Trinkgenuss als auch langfristiges Reifepotenzial vereint.

Ein weiterer zentraler Aspekt des Jahrgangs ist die erfreulich moderate Alkoholstruktur. Trotz der extremen klimatischen Bedingungen zeigen viele Weine überraschend niedrige Werte. Einzelne Spitzenweine – wie beispielsweise Château Cheval Blanc mit nur rund 12,7 % vol. (sicherlich einer der niedrigsten Werte des Jahrgangs) – unterstreichen diese Entwicklung eindrucksvoll. Die meisten Weine bewegen sich im Bereich 13% bis 13,5% Alkohol (am rechten Ufer teilweise bis zu 14%)


Sensorisch zeigt sich Bordeaux 2025 aktuell mit:

  • reifen, feinkörnigen Tanninen
  • intensiver, klarer Frucht
  • präziser, tragender Säurestruktur

Das Ergebnis sind Weine (jedoch nicht alle), die bereits früh zugänglich wirken, gleichzeitig aber eine bemerkenswerte innere Spannung und Komplexität besitzen.

Umso entscheidender wird nun die Preisgestaltung:
Innerhalb der Chateau-Besitzer besteht weitgehend Konsens, dass die Preise über dem Niveau von 2024 liegen werden. Gleichzeitig scheint sich jedoch ein neues Bewusstsein durchzusetzen: Die Preissteigerungen müssen moderat bleiben, um den Markt nicht zu überfordern.

Aktuell wird ein Korridor von etwa +2 % bis maximal +10 % als realistisch angesehen.

Die Veröffentlichung von Château Pontet-Canet am 29. April wird damit zum ersten echten Gradmesser – und dürfte richtungsweisend für die gesamte Primeur-Kampagne sein.



UPDATE vom 11.04.2026:

Die ersten konkreten Ertragszahlen aus den führenden Bordeaux-Gütern bestätigen die dramatische Erntesituation des Jahrgangs 2025. Diese Daten aus der Primeur-Kampagne 2026 verdeutlichen die historische Knappheit, die den Markt prägen wird.


ERTRÄGE IN DEN TOP-APPELLATIONEN

Margaux Das legendäre Château Palmer meldet lediglich 20 Hektoliter pro Hektar, während Château Margaux mit ähnlich mageren 20 Hektoliter pro Hektar um 40 bis 50 Prozent unter dem Normalniveau liegt. Diese drastischen Einbußen bei den prestigeträchtigsten Namen der Appellation signalisieren extreme Seltenheit.

Château Giscours kommt auf 32 Hektoliter pro Hektar, was einem Rückgang von 25 bis 30 Prozent entspricht. Der Zweitwein La Sirène de Giscours bricht mit minus 50 Prozent noch stärker ein.


Saint-Émilion Bei Château Cheval Blanc – einem der renommiertesten Premier Grand Cru Classé A – fallen die Erträge auf historische Tiefststände von nur 15 Hektoliter pro Hektar. Als direkte Konsequenz wurde der Zweitwein Petit Cheval 2025 komplett eingestellt, um das gesamte verfügbare Volumen in den Grand Vin fließen zu lassen.

Pauillac Die Weine um Château Lafite Rothschild erreichen durchschnittlich 28 Hektoliter pro Hektar, wobei Lafite selbst um 30 Prozent reduziert ist und der Zweitwein Carruades de Lafite noch deutlich stärker betroffen wurde. Diese Verteilung zeigt die selektive Strenge der Güter.


Saint-Julien Der gesamte Saint-Julien AOC liegt im Durchschnitt bei nur 22 Hektoliter pro Hektar. Einzelne Güter bestätigen dieses Bild: Château Talbot erreicht 28 Hektoliter pro Hektar (minus 30 Prozent), während der Zweitwein Connétable de Talbot mit minus 50 Prozent halbiert ist. Léoville-Las-Cases, Léoville-Poyferré und Langoa Barton liegen gemeinsam bei 22 Hektoliter pro Hektar. Château Beychevelle meldet 28 Hektoliter pro Hektar – ein dramatischer Rückgang verglichen mit 50 Hektoliter pro Hektar im Vorjahr 2024.


Fazit der Ertragsanalyse

Die Bordeaux 2025 Erträge bestätigen sich als historisch niedrig. Mit durchschnittlichen Werten zwischen 15 und 32 Hektoliter pro Hektar – teilweise 50 Prozent unter dem Vorjahr – wird der Jahrgang zu einer der seltensten Veröffentlichungen der letzten Jahrzehnte. Die ersten Primeur-Preise, die Anfang Mai 2026 erwartet werden, müssen diese Knappheit widerspiegeln, so die Logik der Chateau-Besitzer. Und genau hier wird das Problem liegen, sofern nicht doch die strategische Weitsicht der Produzenten obsiegen wird. Fest steht aber: eine Preiserhöhung gegenüber dem Bordeaux-Jahrgang 2024 ist unumgänglich, die große Frage ist aber: um wie viel Prozent? Preiserhöhungen im einstelligen Prozentbereich dürfte der Markt problemlos verkraften – deutlich höhere Aufschläge jedoch würden die 2025 Primeur-Kampagne unweigerlich zum Scheitern verurteilen.


UPDATE vom 07.04.2026:

Der Bordeaux-Jahrgang 2025 etabliert sich zunehmend als weiteres herausragendes Jahr, das auf die Tradition der exzellenten Jahrgänge mit Endziffer 5 anknüpft. Die ersten Primeur-Verkostungen bestätigen eine faszinierende Kombination aus Reife und Struktur, gepaart mit moderner Präzision und purer Eleganz. Trotz der extremen klimatischen Herausforderungen mit unerbittlicher Hitze und Dürre über die gesamte Vegetationsperiode entstehen Weine von bemerkenswerter Qualität.
Die initialen Verkostungen von über hundertvierzig Weinen offenbaren ein einheitliches Bild: Der Jahrgang 2025 zeichnet sich durch ausgewogene, fokussierte Weine aus, die zwei dominante Stilrichtungen erkennen lassen. Tonböden produzieren Weine mit runden, fleischigen Tanninen, während Kalkstein-Terroirs eher geradlinige, straffe Strukturen hervorbringen. Gemeinsam ist allen ein frisches, cooles Fruchtprofil – im Gegensatz zur opulenten Sonnigkeit des Jahrgangs 2022.

CHARAKTERISTIKEN DES JAHRGANGS 2025

Aromatische Ausdruckskraft:
Die Weine entfalten expressive, präzise Buketts ohne überreife oder sonnige Überladung. Die aromatische Reinheit steht im Vordergrund, unterstützt durch leuchtende Säurestrukturen mit niedrigen pH-Werten.
Tannin-Qualität:
Die reifen Tannine präsentieren sich als saftig, delikat und verfeinert – trotz ihrer Reife niemals schwerfällig. Sie verleihen den Weinen Textur und Langlebigkeit ohne die Eleganz zu beeinträchtigen.
Holzintegration:
Eine bemerkenswerte Reduktion neuen Eichenholzes in vielen Châteaus führt zu exzellenter Holzintegration. Die Fässer unterstützen die Frucht ohne zu dominieren.
Fruchtprofil:
Das kühle Fruchtprofil überrascht angesichts der rekordbrechenden Temperaturen. Keine übermäßige Opulenz, sondern konzentrierte Intensität ohne Schwere.
Cabernet-Sauvignon:
Die cabernet-lastigen Weine zeigen sich aktuell noch straff und kompakt – ein Zeichen für enormes Entwicklungspotenzial und lange Lagerfähigkeit.


Stilistische Einordnung:

Stilistisch positioniert sich der Jahrgang als Synthese aus 2022 und 2023 – die Reife des einen mit der Frische des anderen vereint.

Aussagen von Weinbauern und Önologen

Winzer und Önologen betonen durchweg die außergewöhnliche Konzentration, die aromatische Reinheit und eine Frische, die der extremen Hitze widerspricht. Diese scheinbare Paradoxie erklärt sich durch die niedrigen Erträge und die damit verbundene natürliche Konzentration in den Beeren.

Sehr niedrige Erträge

Die brillante Qualität steht in starkem Kontrast zu den Erträgen. Die Region Gironde erwartet etwa 3,6 Millionen Hektoliter, was 15 Prozent unter dem Fünfjahresdurchschnitt liegt. Viele Güter melden 28 bis 40 Hektoliter pro Hektar – in Pauillac liegt der Durchschnitt bei nur 30 Hektoliter pro Hektar. Einige Weißwein-Parzellen verzeichneten sogar Einbußen von bis zu 50 Prozent.
Die Ursachen liegen in den Vorjahresbedingungen: Die niedrige Traubenanzahl und begrenzten Volumina resultierten aus den klimatischen Stressfaktoren des Vorjahrs. Während dies wirtschaftlich herausfordernd ist, erwies sich die natürliche Ertragsreduktion möglicherweise als verborgener Segen: Die extreme Hitze und Dürre hätten größere Mengen kaum verkraften können.


Preisgestaltung Bordeaux 2025

Die Bordeaux 2025 Primeur-Preise stehen vor einer kritischen Weichenstellung, da den Winzern die fundamentale Bedeutung einer attraktiven Preisgestaltung für den Erfolg ihrer Primeur-Kampagne vollkommen bewusst ist. Die dramatisch niedrigen Erträge des Jahrgangs 2025 – teilweise bis zu 50 Prozent unter dem Normalniveau – lassen jedoch keinen Spielraum für übermäßige Preissprünge oder spekulative Preispolitik. Die Erzeuger agieren in wirtschaftlich enorm herausfordernden Zeiten, in denen Kaufkraft und Nachfrage global unter Druck stehen, was die Preisfindung zusätzlich komplex macht. Die Primeur-Kampagne 2025 wird damit zu einem Balanceakt zwischen notwendiger Umsatzmaximierung bei geringen Mengen und der Sicherung langfristiger Marktbeziehungen. Ob die Bordeaux-Winzer die von außen kommenden Marktsignale und Konsumentenerwartungen tatsächlich verinnerlicht haben, wird sich spätestens mit den ersten Primeur-Preisen Anfang Mai 2026 entscheidend zeigen. Die En Primeur 2025 Preisgestaltung wird damit nicht nur über den kommerziellen Erfolg des Jahrgangs entscheiden, sondern auch Signale für die gesamte Bordeaux-Weinwirtschaft setzen.



Fazit der ersten Verkostungen:

Die ersten verkosteten Weine aus den Primeur-Tastings überzeugen durch Balance und Fokus. Keine überreifen, sonnigen Aromatik, keine übermäßige Holzeinfluss, sondern helle Säuren und saftige, reine Frucht. Der Bordeaux-Jahrgang 2025 entwickelt sich zu einem Sammlerjahrgang von herausragender Qualität – jedoch in historisch niedrigen Mengen.



Die monatliche Wetteranalyse (Region Bordeaux)

JANUAR 2025

Der Januar 2025 begann außergewöhnlich mild mit Temperaturen, die etwa 1,5 Grad Celsius über dem langjährigen Mittel lagen. Die Niederschläge fielen mit 80 bis 100 Millimetern im normalen Bereich, was eine ausreichende Bodenwasserspeicherung für den Winter ermöglichte. Die Sonnenscheindauer lag im Durchschnitt, ohne extreme Wetterereignisse. Dieser milde Winterbeginn führte zu einem frühen Start der Vegetationsruhe. Die Reben zeigten keine Winterhärteprobleme, aber die milden Temperaturen verhinderten eine tiefe Dormanz. Die Bodenfeuchte war für den Jahresbeginn gut gefüllt, was für die spätere Trockenheit von Bedeutung sein sollte.

FEBRUAR 2025

Der Februar setzte den milden Trend fort mit Temperaturen, die 2 Grad Celsius über dem langjährigen Mittel lagen. Die Niederschläge gingen leicht auf 60 bis 80 Millimeter zurück, während die Sonnenscheindauer überdurchschnittlich ausfiel. Diese frühe Lichtstimulation beschleunigte den inneren Stoffwechsel der Reben. Erste Knospenanschwellen wurden bereits beobachtet, ein deutliches Zeichen für einen frühen Jahrgang. Die Wasserversorgung blieb noch ausreichend, doch die ersten Sorgen über zu geringe Winterfeuchte machten sich breit.

MÄRZ 2025

Der März 2025 war extrem mild mit Temperaturen, die 3,5 Grad Celsius über dem langjährigen Mittel lagen. Entscheidend war das Niederschlagsdefizit von 73 Prozent, das den kritischen Trockenstress einleitete. Die Sonnenscheindauer erreichte sehr hohe Werte, was eine maximale Lichtexposition bedeutete. Der Bud Break, also der Austrieb der Reben, erfolgte bereits um den 27. März, etwa 14 Tage früher als normal. Dies stellt eine der frühesten je registrierten Austriebsdaten dar. Die jungen Triebe waren aufgrund der Trockenheit gezwungen, sofort tiefere Wurzeln zu suchen, was später ein Vorteil werden sollte, aber zunächst ein Risiko für Frostschäden darstellte.

APRIL 2025

Der April blieb mit 2 Grad Celsius über dem langjährigen Mittel weiterhin warm. Die Niederschläge fielen mit 40 bis 50 Millimetern unterdurchschnittlich aus, was den anhaltenden Wasserstress verstärkte. Die Sonnenscheindauer war sehr hoch, was zu einem schnellen Triebwachstum führte. Entscheidend war, dass die Frostgefahr ausblieb, ein Glücksfall für den frühen Jahrgang. Die Trockenheit führte zu kleineren Blättern und kompakteren Trieben. Die Reben mussten verstärkt auf tiefe Wasserreserven zurückgreifen. Die ersten Blütenknospen wurden bereits sichtbar, ein Zeichen für die bevorstehende extrem frühe Blüte.

MAI 2025

Der Mai brachte Temperaturen, die 1,5 Grad Celsius über dem langjährigen Mittel lagen. Warm, aber nicht extrem. Die Niederschläge von 50 bis 60 Millimetern waren leicht unterdurchschnittlich, was die kritische Blütephase trocken hielt. Die Sonnenscheindauer war hoch und ermöglichte optimale Blütebedingungen. Die Blüte erfolgte Mitte Mai, etwa 10 bis 14 Tage früher als im langjährigen Durchschnitt. Entscheidend war die Homogenität: Durch das stabile, warme Wetter blühten alle Rebsorten nahezu gleichzeitig und vollständig. Dies versprach eine gleichmäßige Reife später im Jahr. Die geringe Luftfeuchtigkeit minimierte das Risiko von Blütenfäule und anderen Krankheiten. Die Trockenheit begann jedoch zunehmend kritisch zu werden.

JUNI 2025

Der Juni markierte den Beginn der Hitzewellen mit Temperaturen, die 2,5 Grad Celsius über dem langjährigen Mittel lagen. Die Niederschläge fielen mit 30 bis 40 Millimetern stark unterdurchschnittlich aus, was den Wasserstress intensivierte. Die Sonnenscheindauer erreichte extrem hohe Werte, was eine maximale Photosynthese ermöglichte. Der Beerenansatz war dank der homogenen Blüte außergewöhnlich gleichmäßig, mit geringer Coulure, also wenig Fruchtverlust. Die ersten Anzeichen der Véraison, des Farbumschlags, wurden bereits Ende Juni bei einigen Merlot-Parzellen beobachtet, ein beispiellos früher Beginn.

JULI 2025

Der Juli war entscheidend für die Reifeentwicklung mit Temperaturen, die 3 Grad Celsius über dem langjährigen Mittel lagen. Die Niederschläge fielen mit 20 bis 30 Millimetern extrem niedrig aus, was den maximalen Trockenstress bedeutete. Die Sonnenscheindauer erreichte Rekordwerte, was die Reife beschleunigte. Die Véraison war bis zum 19. Juli abgeschlossen, historisch früh. Die extreme Trockenheit führte zu kleinen, dickhäutigen Beeren mit hohem Verhältnis von Schale zu Fruchtfleisch. Dies versprach intensive Farbe und dichte Tannine. Die Nächte blieben relativ kühl zwischen 15 und 18 Grad Celsius, was die Säureerhaltung ermöglichte. Erste Sorgen über übermäßige Alkoholwerte und ausgebrannte Säure machten sich breit.

AUGUST 2025

Der August brachte die dramatischsten Wetterbedingungen des Jahres mit Temperaturen, die 4 Grad Celsius über dem langjährigen Mittel lagen. Die Hitzewelle vom 8. bis 18. August dauerte 10 Tage mit Temperaturen über 35 Grad Celsius, mit Spitzenwerten von 40 Grad Celsius. Dies brachte die Reben an ihre physiologischen Grenzen. Die Photosynthese kam nahe zum Erliegen, die Reben gingen in einen Überlebensmodus. Die späten August-Regen mit 40 bis 50 Millimetern um den 20. bis 25. August waren rettend für den Jahrgang. Sie ermöglichten eine finale Reifeverzögerung, verhinderten übermäßige Alkoholwerte und erhalten die Säurestruktur. Die Weißweinernte begann bereits am 12. August, ein historischer Rekord. Sauvignon Blanc und Sémillon zeigten aromatische Reife ohne Krankheitsdruck.

SEPTEMBER 2025

Der September bot ideale Erntebedingungen mit Temperaturen, die 1,5 Grad Celsius über dem langjährigen Mittel lagen. Warm, aber milder als der August. Die Niederschläge von 30 bis 40 Millimetern waren ausreichend für die finale Reife. Die Sonnenscheindauer blieb hoch. Die Rotweinernte begann bereits am 26. August, wobei der Merlot zuerst gelesen wurde. Château Troplong Mondot startete am 28. August in Saint-Émilion. Die Cabernet Sauvignon-Ernte folgte in der ersten Septemberhälfte. Die warmen Tage mit 25 bis 28 Grad Celsius und die kühlen Nächte mit 12 bis 15 Grad Celsius ermöglichten eine optimale phenolische Reife bei erhaltener Säure. Die selektive Ernte nach Rebsorten und Parzellen war entscheidend für die Qualität. Die Erträge lagen durchschnittlich 15 Prozent unter dem Normalniveau, bei einzelnen Weißweinen sogar minus 50 Prozent.


Zusammenfassung der entscheidenden Wetterphasen

Die kumulativen Wetterbedingungen prägten den Jahrgang 2025 eindeutig. Die extreme Milde von Januar bis März mit dem dramatischen Niederschlagsdefizit im März legte den Grundstein für den frühen Austrieb und den späteren Wasserstress. Die frühe, homogene Blüte im Mai ermöglichte eine gleichmäßige Reife bei geringer Krankheitsgefahr. Die Hitze und extreme Trockenheit im Juni und Juli führten zu kleinen, konzentrierten Beeren und einer frühesten je registrierten Véraison. Die Hitzewelle im August mit Temperaturen bis zu 40 Grad Celsius brachte die Reben an ihre Grenzen, bevor die rettenden August-Regen die Balance wiederherstellten. Der September schließlich bot mit warmen Tagen und kühlen Nächten ideale Bedingungen für die selektive Ernte.



Parallelen zu historischen Jahrgängen

Der Bordeaux 2025 Jahrgang zeigt Wetter technisch die stärkste Ähnlichkeit zum Jahr 2022, mit frühen, heißen und trockenen Bedingungen. Der Unterschied liegt in der noch früheren Ernte und den mehr August-Regen im Jahr 2025. Das Jahr 2003 zeigt ebenfalls Parallelen bezüglich Extremhitze und Trockenheit, jedoch war dort die Hitzewelle länger und die Nachtkühle geringer. Das Jahr 1989 war bis dahin der früheste Jahrgang, wurde aber 2025 noch übertroffen. Das Jahr 2010 bietet Vergleiche bezüglich Struktur und Konzentration, war aber insgesamt kühler und klassischer im Verlauf. Das Jahr 1945 als Extremjahrgang mit kleinen Mengen ist ebenfalls vergleichbar, jedoch ohne die modernen Bewässerungstechniken der Gegenwart.


Gesamtfazit

Der Bordeaux 2025 Jahrgang war geprägt von einer kumulativen Wirkung milder Winter, früher Vegetation, extremer Sommerhitze und rettenden August-Regen. Die monatliche Entwicklung zeigt einen beispiellos frühen, konzentrierten Jahrgang mit hervorragender Qualität, aber extrem niedrigen Mengen. Die Parallele zu 2022 ist evident, jedoch mit einer besseren Balance durch die späten August-Niederschläge.



Die vorsichtige Prognose VOR der Primeur-Verkostung 2025


Pauillac, Saint-Julien, Saint-Estèphe (Nördliches Médoc)

Die kiesigen Böden des nördlichen Médoc verstärkten den Trockenstress, besonders bei jungen Reben. Ältere Cabernet Sauvignon-Reben mit tiefen Wurzeln profitierten jedoch vom Wasserreservoir in den Unterböden. Die atlantischen Brisen halfen, die Säure zu erhalten. Erwartet werden strukturierte, lagerfähige Rotweine mit dichten Tanninen, tiefer Farbe und komplexer Aromatik – ähnlich 2022, aber mit etwas mehr Frische.
Prognose: ⭐⭐⭐⭐⭐ Herausragende Qualität, sehr geringe Mengen

Margaux

Margaux' dünnere Kiesböden und höherer Merlot-Anteil machten die Appellation besonders anfällig für Wasserstress. Dennoch sorgten die kühlenden Nächte und die Nähe zur Gironde für ausreichend Frische. Die Weine zeigen elegante, fast feminne Struktur mit floralen Noten und seidigen Tanninen.
Prognose: ⭐⭐⭐⭐⭐ Exzellente Qualität, sehr limitiert

Pessac-Léognan (Graves)

Die kiesbedeckten Hügel von Pessac-Léognan erwiesen sich als besonders widerstandsfähig. Die Weißweine (Sauvignon Blanc, Sémillon) erreichten aromatische Reife ohne Krankheitsdruck – eine Seltenheit in heißen Jahren. Die Rotweine profitieren von der mineralischen Tiefe des Terroirs und zeigen die typische rauchig-erdige Signatur in Reinform.
Prognose: ⭐⭐⭐⭐⭐ Herausragend für Rot- und Weißwein

Pomerol

Pomerol litt am stärksten unter dem Hitzestress. Die tonreichen Böden speicherten zwar Wasser, aber die extreme Trockenheit führte zu drastisch reduzierten Erträgen (teilweise nur 30% der Normalmenge). Die Merlot-Beeren waren klein, konzentriert und zeigen intensive schwarze Frucht mit reifen Tanninen. Das Risiko übermäßiger Alkoholwerte war hoch, wurde aber durch die späten August-Regen gemildert.
Prognose: ⭐⭐⭐⭐ Sehr gute Qualität, extrem selten (niedrigste Mengen)

Saint-Émilion

Die kalkhaltigen und tonigen Böden von Saint-Émilion boten ideale Bedingungen für den Merlot. Die Reben mit tiefen Wurzeln (besonders alte Cabernet Franc-Bestände) zeigten bemerkenswerte Resilienz. Die Weine verbinden reife, dunkle Beerenfrucht mit frischer Säure und feiner Mineralität. Château Troplong Mondot begann die früheste Ernte ihrer Geschichte am 28. August.

Prognose: ⭐⭐⭐⭐⭐ Exzellente Qualität, besonders bei Grand Cru Classé


Fazit:

Bordeaux 2025 ist am ehesten mit Bordeaux 2022 vergleichbar, jedoch mit etwas mehr Balance und Frische durch die bessere Nachtkühle und die späten August-Regen. Einige Experten sehen einige Parallelen zu Bordeaux 2009 und Bordeaux 2010, aber mit modernerer, eleganterer Ausprägung.


Der Bordeaux-Jahrgang 2025 wird als "kleines, aber glorreiches" Jahr in die Geschichte eingehen. Die Kombination aus:
  • ✅ Extremer Frühe (früheste Ernte seit 1989/2022)
  • ✅ Hoher Konzentration durch kleine Beeren
  • ✅ Erstaunlich frische Säure trotz Hitze
  • ✅ Minimale Krankheitsdruck
  • ✅ Sehr niedrige Erträge (-15% bis -50%)
...verspricht Spitzenqualität für alle Haupt-Appellationen, jedoch in extrem limitierten Mengen. Die Weine werden dicht, strukturiert und lagerfähig sein, mit einem Potenzial von 30–50+ Jahren. Für Sammler dürfte 2025 ein äußerst begehrtes Jahr werden – vergleichbar mit 2022, aber noch seltener und aufgrund der wirtschaftlichen Gesamtlage, hoffentlich, deutlich günstiger.



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