Diese Seite wird laufend mit neuen Informationen zur Bordeaux 2025 Primeur-Kampagne aktualisiert.
Bordeaux 2025: eine Analyse und Prognose
Nach mehreren Tagen intensiver Verkostungen vor Ort verdichtet sich das Bild des Bordeaux-Jahrgangs 2025 weiter – und bestätigt in vielen Punkten die ersten Eindrücke: ein außergewöhnlich homogener Jahrgang mit bemerkenswerter Balance, Frische und Präzision.
Was sofort auffällt: Die Weine präsentieren sich deutlich zugänglicher als in vielen vergleichbaren Jahrgängen, ohne dabei an Tiefe oder Komplexität zu verlieren. Die Kombination aus reifen Tanninen, klarer Frucht und einer präzisen, tragenden Säure verleiht dem Jahrgang eine fast vollständige Harmonie bereits in der Primeur-Phase.
Zu den überzeugendsten Weinen unserer bisherigen Verkostungen zählen mehrere Gewächse, die sowohl stilistisch als auch qualitativ herausragen.
Der Château Léoville Barton 2025 gehört für uns zu den größten positiven Überraschungen des Jahrgangs. Für uns vielleicht das größte Highlight, weil wir den Wein so nicht erwartet haben – Léoville Barton ist selten in den Primeur-Verkostungen so zugänglich. Bereits in der Nase zeigt sich eine offene, einladende Aromatik mit dunkler Frucht, feinen würzigen Noten und klassischer Saint-Julien-Typizität.
Am Gaumen überzeugt der Wein durch eine sehr gelungene Balance aus Struktur und Eleganz. Die Tannine sind präsent, aber reif und gut integriert, während die Frucht präzise und klar bleibt und von einer feinen mineralischen Spannung getragen wird.
Die Cuvée aus 86 % Cabernet Sauvignon, 12 % Merlot und 2 % Cabernet Franc unterstreicht den klassischen Stil des Hauses, wirkt im Jahrgang 2025 jedoch zugänglicher und etwas charmanter als gewohnt – bei gleichzeitig sehr langem Reifepotenzial.
Der Château Cheval Blanc 2025 zählt für uns ganz klar zu den größten Highlights der Primeur-Verkostungen – wenn nicht sogar zum größten insgesamt. Der Wein zeigt sich bereits jetzt mit einer faszinierenden Präzision und einer fast schwerelosen Eleganz, die in diesem Jahrgang besonders heraussticht.
Am Gaumen wirkt er fokussiert, fein und zugleich tiefgründig, mit einer kühlen, klar definierten Frucht und einer bemerkenswerten Frische. Besonders beeindruckend ist die Balance: nur 12,7 % Alkohol, was dem Wein eine außergewöhnliche Leichtigkeit und Trinkigkeit verleiht, ohne an Struktur zu verlieren.
Die Cuvée aus 51 % Merlot, 45 % Cabernet Franc und 4 % Cabernet Sauvignon bringt eine enorme aromatische Komplexität und eine sehr präzise, fast intellektuelle Stilistik zum Ausdruck. In seiner Art erinnert der Wein irgendwie an den großen Jahrgang 1961, ohne dabei nostalgisch zu wirken. Ein Cheval Blanc mit enormem Potenzial, der sich über viele Jahre hinweg entwickeln dürfte.
Der Château Montrose 2025 zeigt sich als extrem klassischer Vertreter des linken Ufers und unterstreicht eindrucksvoll die Stärke von Saint-Estèphe in diesem Jahrgang. Bereits in der Nase wirkt der Wein tief, präzise und vielschichtig, mit dunkler Frucht, mineralischen Anklängen und einer kühlen, fast straffen Aromatik.
Am Gaumen präsentiert sich Montrose fokussiert und energiegeladen, mit einer klar definierten Struktur und sehr fein gearbeiteten Tanninen. Trotz seiner Konzentration bleibt der Wein bemerkenswert kontrolliert und zeigt eine elegante, fast zurückhaltende Stilistik mit viel innerer Spannung.
Die Cuvée aus 77 % Cabernet Sauvignon, 19 % Merlot und 4 % Cabernet Franc verleiht dem Wein eine ausgeprägte Tiefe und klassische Länge. Ein Montrose, der weniger auf unmittelbare Opulenz setzt, sondern vielmehr auf Präzision, Struktur und langfristiges Reifepotenzial.
Der Château Pontet-Canet 2025 gehört klar zu den stärksten Weinen des Jahrgangs. In der Nase zeigt sich eine präzise Aromatik mit dunkler Frucht, floralen Noten und feiner mineralischer Tiefe.
Am Gaumen wirkt der Wein sehr harmonisch und elegant, mit seidigen, perfekt integrierten Tanninen und einer klaren, saftigen Frucht. Besonders auffällig ist die Balance aus Frische, Finesse und Struktur, die dem Wein bereits jetzt eine große Trinkigkeit verleiht.
Ein Pontet-Canet, der Zugänglichkeit und Komplexität überzeugend verbindet und damit zu den Referenzweinen des Jahrgangs zählt.
Der Château La Conseillante 2025 zählt zu den elegantesten und zugleich präzisesten Weinen des Jahrgangs auf der rechten Seite. In der Nase zeigt sich eine sehr feine, florale Aromatik mit dunkler Beerenfrucht und einer bemerkenswert klaren, fast kühlen Stilistik.
Am Gaumen wirkt der Wein geschliffen, frisch und sehr fokussiert, mit einer saftigen Frucht und einer lebendigen Säure, die ihm viel Spannung verleiht. Trotz seiner Tiefe bleibt er stets elegant und niemals schwer, sondern eher von einer fast schwebenden Leichtigkeit geprägt.
Die Cuvée aus 87 % Merlot, 10 % Cabernet Franc und 3 % Cabernet Sauvignon sowie 13,5 % Alkohol sorgen für eine perfekte Balance aus Reife, Frische und Struktur. Ein sehr nobler, präziser Pomerol mit großem Reifepotenzial.
Der Château Cos d’Estournel 2025 bestätigt eindrucksvoll den sehr hohen Qualitätsanspruch des Jahrgangs und zählt ohne Zweifel zu den stärkeren Vertretern aus Saint-Estèphe. Bereits in der Nase zeigt sich eine tiefe, vielschichtige Aromatik mit dunkler Beerenfrucht, feinen Gewürznoten und einer kühlen, präzisen Ausrichtung.
Am Gaumen wirkt der Wein dicht und konzentriert, gleichzeitig aber bemerkenswert kontrolliert und balanciert. Die Tannine sind fein gearbeitet und verleihen Struktur, ohne Härte zu zeigen, während die Frucht saftig und klar bleibt. Mit 13,25 % Alkohol präsentiert sich der Wein zudem sehr harmonisch und keineswegs überladen.
Die Cuvée aus 60 % Cabernet Sauvignon, 39 % Merlot und 1 % Petit Verdot sorgt für Tiefe, Komplexität und eine sehr elegante Textur. Ein Cos d’Estournel, der Kraft und Finesse überzeugend verbindet und sich mit etwas Reifezeit hervorragend entwickeln dürfte.
Der Château Pichon Longueville Comtesse de Lalande 2025 gehört zu den präzisesten und zugleich beeindruckendsten Weinen des Jahrgangs in Pauillac. In der Nase zeigt sich eine tiefgründige, vielschichtige Aromatik mit dunkler Beerenfrucht, feinen Röstaromen und einer kühlen, sehr eleganten Ausrichtung.
Am Gaumen wirkt der Wein fokussiert, klar und gleichzeitig von bemerkenswerter Intensität, ohne jemals schwer zu erscheinen. Die Tannine sind fein, perfekt eingebunden und verleihen dem Wein Struktur und Länge, während die Frucht saftig und präzise bleibt.
Die Cuvée aus 81 % Cabernet Sauvignon, 15 % Merlot und 4 % Cabernet Franc sowie 13,0 % Alkohol sorgen für eine außergewöhnliche Balance aus Kraft, Finesse und Frische. Ein sehr kompletter, tiefgründiger Pauillac mit großem Reifepotenzial.
Der Château Mouton Rothschild 2025 präsentiert sich in diesem Jahrgang mit einer sehr klaren, Cabernet-geprägten Stilistik und hebt sich damit deutlich hervor. In der Nase zeigt sich eine kühle, präzise Aromatik mit dunkler Frucht, floralen Nuancen und feinen mineralischen Anklängen.
Am Gaumen wirkt der Wein fokussiert und strukturiert, mit sehr feinen, engmaschigen Tanninen und einer bemerkenswerten Frische. Trotz seiner Konzentration bleibt er elegant und kontrolliert, ohne die sonst oft vorhandene Opulenz in den Vordergrund zu stellen.
Die Cuvée aus 98 % Cabernet Sauvignon und 2 % Merlot sowie 13,1 % Alkohol unterstreicht diesen geradlinigen, klassischen Ansatz. Ein Mouton Rothschild, der weniger auf unmittelbare Kraft setzt, sondern vielmehr auf Präzision, Spannung und langfristiges Entwicklungspotenzial.
Der Château Figeac 2025 zeigt sich in diesem Jahrgang besonders überzeugend. Ein Wein, der sehr oft die Meinungen spaltet, präsentiert sich dieses Jahr wieder von seiner besten Seite. Bereits in der Nase wirkt er tief und vielschichtig, mit dunkler Frucht, feinen würzigen Noten und einer klaren, kühlen Stilistik.
Am Gaumen präsentiert sich der Wein kraftvoll und zugleich präzise, mit dichter Struktur und sehr gut integrierten Tanninen. Trotz seiner Intensität bleibt er balanciert und zeigt eine schöne Frische sowie eine bemerkenswerte Länge.
Die Cuvée aus 38 % Merlot, 30 % Cabernet Franc und 32 % Cabernet Sauvignon sowie 13 % Alkohol sorgt für eine harmonische Verbindung aus Struktur, Eleganz und Spannung. Ein sehr kompletter Figeac, der in diesem Jahrgang besonders gelungen wirkt.
Der Château Les Carmes Haut-Brion 2025 bestätigt einmal mehr die beeindruckende Konstanz dieses Weinguts. Jahr für Jahr liefert dieses Weingut höchste Leistungen zu einem bezahlbaren Preis, und auch der 2025er reiht sich nahtlos in diese Entwicklung ein.
In der Nase zeigt sich eine sehr präzise, fast kühle Aromatik mit dunkler Frucht, floralen Noten und feinen würzigen Anklängen. Am Gaumen wirkt der Wein dicht und strukturiert, gleichzeitig aber elegant und getragen von einer lebendigen Frische, die ihm viel Spannung verleiht.
Die Tannine sind fein, engmaschig und geben dem Wein ein klares Rückgrat, ohne ihn unzugänglich wirken zu lassen. Die Cuvée aus 54 % Cabernet Franc, 29 % Cabernet Sauvignon und 17 % Merlot sowie 13 % Alkohol unterstreicht den charaktervollen, modernen Stil des Weinguts. Ein sehr tiefgründiger Pessac-Léognan mit ausgezeichnetem Reifepotenzial.
Eine der größten positiven Überraschungen ist die Entwicklung der Sauternes-Weine. In einem Jahrgang, der klimatisch durchaus herausfordernd war, zeigen sich die Süßweine außergewöhnlich präzise, frisch und aromatisch klar.
Viele der verkosteten Sauternes wirken bereits jetzt zugänglich, gleichzeitig aber komplex und vielschichtig – eine Kombination, die nur in wenigen Jahrgängen gelingt. Der Jahrgang 2025 dürfte hier zu den spannendsten der letzten Jahre zählen.
Ebenfalls bemerkenswert ist der durchgehend moderate Alkoholgehalt vieler Weine. Trotz der Hitzephasen im Sommer zeigen zahlreiche Gewächse eine erstaunliche Frische und Balance. Einzelne Beispiele mit sehr niedrigen Alkoholwerten unterstreichen diesen Trend zusätzlich.
Der Château Guiraud 2025 steht exemplarisch für die außergewöhnlich hohe Qualität der Sauternes-Weine im Jahrgang 2025. Kaum eine andere Kategorie hat in diesem Jahr eine derart geschlossene und überzeugende Leistung gezeigt.
In der Nase präsentiert sich der Wein intensiv und zugleich präzise, mit Zitrusfrische, exotischen Fruchtaromen und feinen floralen Anklängen. Am Gaumen beeindruckt vor allem die Balance: Die Süße wirkt niemals schwer, sondern wird von einer lebendigen Säure perfekt getragen.
Trotz seiner Konzentration bleibt der Wein elegant und klar strukturiert, mit viel Frische und einer langen, animierenden Länge. Ein Sauternes, der stellvertretend für einen Jahrgang steht, den man in dieser Kategorie unbedingt im Blick behalten sollte. Wow!
Kleinere Enttäuschungen
Bei aller Begeisterung für den Jahrgang 2025 gab es in der Vielzahl der verkosteten Weine auch einzelne Gewächse, die nicht ganz die Erwartungen erfüllen konnten. Dabei ist wichtig zu betonen, dass diese Einschätzungen immer im Kontext intensiver Verkostungstage entstehen, in denen eine große Anzahl von Weinen in kurzer Zeit probiert wird.
Gerade bei jungen Primeur-Weinen können sich Eindrücke zudem noch deutlich verändern, sodass es sich hierbei bewusst um Momentaufnahmen handelt. Umso spannender wird es sein zu beobachten, wie sich diese Weine in den kommenden Monaten entwickeln.
Wir sind daher besonders gespannt, ob die internationalen Weinkritiker diese Eindrücke teilen und entsprechend einordnen werden.
Der Château Ausone 2025 gehört für uns zu den größten Enttäuschungen der diesjährigen Primeur-Verkostungen. Hätten wir den Wein nicht zu viert verkostet, hätten wir diese Einschätzung vermutlich nicht so klar formuliert – zumal wir uns sogar eine zweite Flasche öffnen ließen, die vor unseren Augen entkorkt wurde und sich identisch präsentierte.
Die Cuvée aus 65 % Cabernet Franc, 30 % Merlot und 5 % Cabernet Sauvignon wirkt aktuell extrem verschlossen, fast nichtssagend und kaum zugänglich. So sehr, dass es schwerfällt, das große Potenzial zu erkennen, das man bei einem Wein dieses Kalibers eigentlich erwarten würde.
Der Château Vieux Château Certan 2025 bleibt hinter den ganz großen Erwartungen dieses Hauses zurück, ohne jedoch wirklich zu enttäuschen. Im direkten Vergleich zu Spitzenjahren wirkt der Wein aktuell etwas weniger präzise und nicht ganz auf dem gewohnt herausragenden Niveau, zu dem das Weingut in großen Jahrgängen fähig ist.
Die Cuvée aus 80 % Merlot, 15 % Cabernet Franc und 5 % Cabernet Sauvignon sowie üppigen 14,01 % Alkohol zeigt sich entsprechend kraftvoll und dicht, jedoch mit einer leicht breiteren, weniger fokussierten Stilistik als erwartet. Ein Wein, der sicherlich Potenzial besitzt, aber im aktuellen Stadium noch nicht die Klasse erreicht, die man von Vieux Château Certan gewohnt ist.
Neben den weinbaulichen Eindrücken ist uns in diesem Jahr auch vereinzelt eine Entwicklung aufgefallen, die kritisch zu sehen ist. Einige wenige Erzeuger argumentieren bereits im Vorfeld der Primeur-Lancierung mit den historisch niedrigen Erträgen und leiten daraus die Notwendigkeit deutlich höherer Preise im Vergleich zum Jahrgang 2024 ab.
Diese Argumentation greift aus unserer Sicht zu kurz. Die aktuelle globale Marktsituation, geprägt von einer spürbaren Unsicherheit und einem sensiblen Preisumfeld, lässt nur begrenzten Spielraum für solche Strategien. Qualität allein rechtfertigt in diesem Kontext keine beliebigen Preissteigerungen.
Sollten einzelne Châteaux ihre Weine zu deutlich überhöhten Preisen auf den Markt bringen, werden wir dies im weiteren Verlauf der Primeur-Kampagne klar und transparent benennen.
Bordeaux 2025 bestätigt sich nach den ersten Verkostungen als qualitativ starker und gleichzeitig stilistisch moderner Jahrgang, der sowohl früh zugänglich ist als auch über erhebliches Reifepotenzial verfügt.
Die bisher veröffentlichten Preise zeigen zudem, dass sich ein Teil der Châteaux um eine realistische Marktpositionierung bemüht. Sollte sich dieser Trend fortsetzen, könnte der Jahrgang 2025 auch kommerziell ein voller Erfolg werden. .
Mit den anstehenden Preisbekanntgaben der kommenden Tage wird sich zeigen, ob sich der positive Ersteindruck der Kampagne bestätigt und wie der Markt auf die weiteren Veröffentlichungen reagiert.
Ein ausführliches Update mit weiteren Entwicklungen der Primeur-Kampagne folgt in den kommenden Tagen.
Mit den ersten Preisbekanntgaben nimmt die Bordeaux 2025 Primeur-Kampagne nun spürbar Fahrt auf – und der Auftakt fällt insgesamt erfreulich aus.
Im Mittelpunkt steht dabei die Veröffentlichung von Château Pontet-Canet 2025, die als einer der ersten großen Namen ihre Preise kommuniziert haben. Besonders positiv: Die Preisgestaltung ist als sehr fair einzustufen. Zwar liegt der Preis leicht (nur ca. 3,2%) über dem Niveau des Jahrgangs 2024, dies steht jedoch in einem klar nachvollziehbaren Verhältnis zur deutlich höheren Jahrgangs- und Weinqualität. Pontet-Canet setzt damit ein wichtiges Signal für die gesamte Kampagne und das bei 98-100 von 100 Punkten bei Wine Advocate als einer DER Weine des Jahrgangs 2025.
Noch deutlicher fällt das Preis-Leistungs-Verhältnis bei Château Lynch-Moussas 2025 aus. Der Wein wird zu einem signifikant reduzierten Preis im Vergleich zu den Jahrgängen 2022 und 2023 angeboten – und das bei gleichzeitig sehr überzeugender Qualität. Bereits jetzt zeichnet sich Lynch-Moussas 2025 als eines der klaren Preis-Leistungs-Highlights der bisherigen Primeur-Kampagne ab.
Die ersten beiden Preisbekanntgaben lassen erkennen, dass sich viele Châteaux der aktuellen Marktsituation bewusst sind. Qualität allein reicht nicht – die Preisgestaltung muss ebenfalls stimmen. Der Start der Bordeaux 2025 Kampagne wirkt bislang überlegt, realistisch und marktorientiert.
Die kommenden Tage versprechen eine deutliche Intensivierung der Primeur-Kampagne mit einer Reihe spannender Preisveröffentlichungen:
Zusätzlich wird mit Château Grand Mayne ein Weingut erwartet, das im Jahrgang 2025 qualitativ besonders überzeugen konnte und entsprechend im Fokus stehen dürfte.
Nach diesen Veröffentlichungen wird die Primeur-Kampagne zunächst eine kurze Pause einlegen und ab dem 11.05.2026 in die nächste Runde gehen.
Ein ausführliches Update mit persönlichen Eindrücken aus den Verkostungen – inklusive Highlights und kleineren Enttäuschungen – folgt am 03.05.2026. Auf Punktebewertungen verzichten wir bewusst und überlassen diese den Kritikern.
UPDATE vom 23.04.2026: Erste Lancierung kündigt sich an – Château Pontet-Canet 2025 eröffnet die 2025 Primeur-Kampagne
Mit Spannung richtet sich der Blick der Bordeaux-Welt auf den Beginn der En-Primeur-Kampagne 2025. Als erstes Château hat Château Pontet-Canet die Veröffentlichung seines Preises für den 2025er Jahrgang für Mittwoch, den 29. April 2026, angekündigt.
Die Bordeaux 2025 Primeur-Kampagne nimmt damit konkret Fahrt auf. Händler, Investoren und Sammler weltweit beobachten die ersten Preisveröffentlichungen genau, da sie als Referenz für die gesamte 2025 En-Primeur-Saison gelten.
Damit startet offiziell die entscheidende Phase des Jahrgangs 2025 – und zugleich die erste echte Bewährungsprobe für die Preisstrategie in einem wirtschaftlich sensiblen Marktumfeld.
Nach den bisherigen Eindrücken aus den Verkostungen verdichtet sich ein klares Bild:
Der Jahrgang 2025 überzeugt qualitativ auf breiter Front. Besonders bemerkenswert ist die seltene Konstellation, dass Rotweine, trockene Weißweine und Süßweine (Sauternes und Barsac) gleichzeitig ein außergewöhnlich hohes Niveau erreichen – eine Kombination, die in Bordeaux nur äußerst selten vorkommt.
Gerade die Sauternes-Weine präsentieren sich bereits jetzt als spektakulär: früh zugänglich, gleichzeitig aber mit enormer aromatischer Tiefe und Komplexität – ein Stil, der sowohl unmittelbaren Trinkgenuss als auch langfristiges Reifepotenzial vereint.
Ein weiterer zentraler Aspekt des Jahrgangs ist die erfreulich moderate Alkoholstruktur. Trotz der extremen klimatischen Bedingungen zeigen viele Weine überraschend niedrige Werte. Einzelne Spitzenweine – wie beispielsweise Château Cheval Blanc mit nur rund 12,7 % vol. (sicherlich einer der niedrigsten Werte des Jahrgangs) – unterstreichen diese Entwicklung eindrucksvoll. Die meisten Weine bewegen sich im Bereich 13% bis 13,5% Alkohol (am rechten Ufer teilweise bis zu 14%)
Sensorisch zeigt sich Bordeaux 2025 aktuell mit:
Das Ergebnis sind Weine (jedoch nicht alle), die bereits früh zugänglich wirken, gleichzeitig aber eine bemerkenswerte innere Spannung und Komplexität besitzen.
Umso entscheidender wird nun die Preisgestaltung:
Innerhalb der Chateau-Besitzer besteht weitgehend Konsens, dass die Preise über dem Niveau von 2024 liegen werden. Gleichzeitig scheint sich jedoch ein neues Bewusstsein durchzusetzen: Die Preissteigerungen müssen moderat bleiben, um den Markt nicht zu überfordern.
Aktuell wird ein Korridor von etwa +2 % bis maximal +10 % als realistisch angesehen.
Die Veröffentlichung von Château Pontet-Canet am 29. April wird damit zum ersten echten Gradmesser – und dürfte richtungsweisend für die gesamte Primeur-Kampagne sein.
UPDATE vom 11.04.2026:
Château Giscours kommt auf 32 Hektoliter pro Hektar, was einem Rückgang von 25 bis 30 Prozent entspricht. Der Zweitwein La Sirène de Giscours bricht mit minus 50 Prozent noch stärker ein.
Saint-Julien Der gesamte Saint-Julien AOC liegt im Durchschnitt bei nur 22 Hektoliter pro Hektar. Einzelne Güter bestätigen dieses Bild: Château Talbot erreicht 28 Hektoliter pro Hektar (minus 30 Prozent), während der Zweitwein Connétable de Talbot mit minus 50 Prozent halbiert ist. Léoville-Las-Cases, Léoville-Poyferré und Langoa Barton liegen gemeinsam bei 22 Hektoliter pro Hektar. Château Beychevelle meldet 28 Hektoliter pro Hektar – ein dramatischer Rückgang verglichen mit 50 Hektoliter pro Hektar im Vorjahr 2024.
Die Bordeaux 2025 Erträge bestätigen sich als historisch niedrig. Mit durchschnittlichen Werten zwischen 15 und 32 Hektoliter pro Hektar – teilweise 50 Prozent unter dem Vorjahr – wird der Jahrgang zu einer der seltensten Veröffentlichungen der letzten Jahrzehnte. Die ersten Primeur-Preise, die Anfang Mai 2026 erwartet werden, müssen diese Knappheit widerspiegeln, so die Logik der Chateau-Besitzer. Und genau hier wird das Problem liegen, sofern nicht doch die strategische Weitsicht der Produzenten obsiegen wird. Fest steht aber: eine Preiserhöhung gegenüber dem Bordeaux-Jahrgang 2024 ist unumgänglich, die große Frage ist aber: um wie viel Prozent? Preiserhöhungen im einstelligen Prozentbereich dürfte der Markt problemlos verkraften – deutlich höhere Aufschläge jedoch würden die 2025 Primeur-Kampagne unweigerlich zum Scheitern verurteilen.
UPDATE vom 07.04.2026:
Stilistische Einordnung:
Stilistisch positioniert sich der Jahrgang als Synthese aus 2022 und 2023 – die Reife des einen mit der Frische des anderen vereint.
Preisgestaltung Bordeaux 2025
Die Bordeaux 2025 Primeur-Preise stehen vor einer kritischen Weichenstellung, da den Winzern die fundamentale Bedeutung einer attraktiven Preisgestaltung für den Erfolg ihrer Primeur-Kampagne vollkommen bewusst ist. Die dramatisch niedrigen Erträge des Jahrgangs 2025 – teilweise bis zu 50 Prozent unter dem Normalniveau – lassen jedoch keinen Spielraum für übermäßige Preissprünge oder spekulative Preispolitik. Die Erzeuger agieren in wirtschaftlich enorm herausfordernden Zeiten, in denen Kaufkraft und Nachfrage global unter Druck stehen, was die Preisfindung zusätzlich komplex macht. Die Primeur-Kampagne 2025 wird damit zu einem Balanceakt zwischen notwendiger Umsatzmaximierung bei geringen Mengen und der Sicherung langfristiger Marktbeziehungen. Ob die Bordeaux-Winzer die von außen kommenden Marktsignale und Konsumentenerwartungen tatsächlich verinnerlicht haben, wird sich spätestens mit den ersten Primeur-Preisen Anfang Mai 2026 entscheidend zeigen. Die En Primeur 2025 Preisgestaltung wird damit nicht nur über den kommerziellen Erfolg des Jahrgangs entscheiden, sondern auch Signale für die gesamte Bordeaux-Weinwirtschaft setzen.
Die monatliche Wetteranalyse (Region Bordeaux)
JANUAR 2025
Die kumulativen Wetterbedingungen prägten den Jahrgang 2025 eindeutig. Die extreme Milde von Januar bis März mit dem dramatischen Niederschlagsdefizit im März legte den Grundstein für den frühen Austrieb und den späteren Wasserstress. Die frühe, homogene Blüte im Mai ermöglichte eine gleichmäßige Reife bei geringer Krankheitsgefahr. Die Hitze und extreme Trockenheit im Juni und Juli führten zu kleinen, konzentrierten Beeren und einer frühesten je registrierten Véraison. Die Hitzewelle im August mit Temperaturen bis zu 40 Grad Celsius brachte die Reben an ihre Grenzen, bevor die rettenden August-Regen die Balance wiederherstellten. Der September schließlich bot mit warmen Tagen und kühlen Nächten ideale Bedingungen für die selektive Ernte.
Die vorsichtige Prognose VOR der Primeur-Verkostung 2025
Prognose: ⭐⭐⭐⭐⭐ Exzellente Qualität, besonders bei Grand Cru Classé
Fazit:
Bordeaux 2025 ist am ehesten mit Bordeaux 2022 vergleichbar, jedoch mit etwas mehr Balance und Frische durch die bessere Nachtkühle und die späten August-Regen. Einige Experten sehen einige Parallelen zu Bordeaux 2009 und Bordeaux 2010, aber mit modernerer, eleganterer Ausprägung.