Bordeaux 2025

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Diese Seite wird laufend mit neuen Informationen zur Bordeaux 2025 Primeur-Kampagne aktualisiert.


Bordeaux 2025: eine Analyse und Prognose


UPDATE vom 03.05.2026: Persönliche Eindrücke aus den Primeur-Verkostungen – starke Breite, klare Stilistik und erste Überraschungen

Nach mehreren Tagen intensiver Verkostungen vor Ort verdichtet sich das Bild des Bordeaux-Jahrgangs 2025 weiter – und bestätigt in vielen Punkten die ersten Eindrücke: ein außergewöhnlich homogener Jahrgang mit bemerkenswerter Balance, Frische und Präzision.

Was sofort auffällt: Die Weine präsentieren sich deutlich zugänglicher als in vielen vergleichbaren Jahrgängen, ohne dabei an Tiefe oder Komplexität zu verlieren. Die Kombination aus reifen Tanninen, klarer Frucht und einer präzisen, tragenden Säure verleiht dem Jahrgang eine fast vollständige Harmonie bereits in der Primeur-Phase.



Persönliche Highlights

Zu den überzeugendsten Weinen unserer bisherigen Verkostungen zählen mehrere Gewächse, die sowohl stilistisch als auch qualitativ herausragen.


Der Château Léoville Barton 2025 gehört für uns zu den größten positiven Überraschungen des Jahrgangs. Für uns vielleicht das größte Highlight, weil wir den Wein so nicht erwartet haben – Léoville Barton ist selten in den Primeur-Verkostungen so zugänglich. Bereits in der Nase zeigt sich eine offene, einladende Aromatik mit dunkler Frucht, feinen würzigen Noten und klassischer Saint-Julien-Typizität.

Am Gaumen überzeugt der Wein durch eine sehr gelungene Balance aus Struktur und Eleganz. Die Tannine sind präsent, aber reif und gut integriert, während die Frucht präzise und klar bleibt und von einer feinen mineralischen Spannung getragen wird.

Die Cuvée aus 86 % Cabernet Sauvignon, 12 % Merlot und 2 % Cabernet Franc unterstreicht den klassischen Stil des Hauses, wirkt im Jahrgang 2025 jedoch zugänglicher und etwas charmanter als gewohnt – bei gleichzeitig sehr langem Reifepotenzial.


Der Château Cheval Blanc 2025 zählt für uns ganz klar zu den größten Highlights der Primeur-Verkostungen – wenn nicht sogar zum größten insgesamt. Der Wein zeigt sich bereits jetzt mit einer faszinierenden Präzision und einer fast schwerelosen Eleganz, die in diesem Jahrgang besonders heraussticht.

Am Gaumen wirkt er fokussiert, fein und zugleich tiefgründig, mit einer kühlen, klar definierten Frucht und einer bemerkenswerten Frische. Besonders beeindruckend ist die Balance: nur 12,7 % Alkohol, was dem Wein eine außergewöhnliche Leichtigkeit und Trinkigkeit verleiht, ohne an Struktur zu verlieren.

Die Cuvée aus 51 % Merlot, 45 % Cabernet Franc und 4 % Cabernet Sauvignon bringt eine enorme aromatische Komplexität und eine sehr präzise, fast intellektuelle Stilistik zum Ausdruck. In seiner Art erinnert der Wein irgendwie an den großen Jahrgang 1961, ohne dabei nostalgisch zu wirken. Ein Cheval Blanc mit enormem Potenzial, der sich über viele Jahre hinweg entwickeln dürfte.


Der Château Montrose 2025 zeigt sich als extrem klassischer Vertreter des linken Ufers und unterstreicht eindrucksvoll die Stärke von Saint-Estèphe in diesem Jahrgang. Bereits in der Nase wirkt der Wein tief, präzise und vielschichtig, mit dunkler Frucht, mineralischen Anklängen und einer kühlen, fast straffen Aromatik.

Am Gaumen präsentiert sich Montrose fokussiert und energiegeladen, mit einer klar definierten Struktur und sehr fein gearbeiteten Tanninen. Trotz seiner Konzentration bleibt der Wein bemerkenswert kontrolliert und zeigt eine elegante, fast zurückhaltende Stilistik mit viel innerer Spannung.

Die Cuvée aus 77 % Cabernet Sauvignon, 19 % Merlot und 4 % Cabernet Franc verleiht dem Wein eine ausgeprägte Tiefe und klassische Länge. Ein Montrose, der weniger auf unmittelbare Opulenz setzt, sondern vielmehr auf Präzision, Struktur und langfristiges Reifepotenzial.



Der Château Pontet-Canet 2025 gehört klar zu den stärksten Weinen des Jahrgangs. In der Nase zeigt sich eine präzise Aromatik mit dunkler Frucht, floralen Noten und feiner mineralischer Tiefe.

Am Gaumen wirkt der Wein sehr harmonisch und elegant, mit seidigen, perfekt integrierten Tanninen und einer klaren, saftigen Frucht. Besonders auffällig ist die Balance aus Frische, Finesse und Struktur, die dem Wein bereits jetzt eine große Trinkigkeit verleiht.

Ein Pontet-Canet, der Zugänglichkeit und Komplexität überzeugend verbindet und damit zu den Referenzweinen des Jahrgangs zählt.


Der Château La Conseillante 2025 zählt zu den elegantesten und zugleich präzisesten Weinen des Jahrgangs auf der rechten Seite. In der Nase zeigt sich eine sehr feine, florale Aromatik mit dunkler Beerenfrucht und einer bemerkenswert klaren, fast kühlen Stilistik.

Am Gaumen wirkt der Wein geschliffen, frisch und sehr fokussiert, mit einer saftigen Frucht und einer lebendigen Säure, die ihm viel Spannung verleiht. Trotz seiner Tiefe bleibt er stets elegant und niemals schwer, sondern eher von einer fast schwebenden Leichtigkeit geprägt.

Die Cuvée aus 87 % Merlot, 10 % Cabernet Franc und 3 % Cabernet Sauvignon sowie 13,5 % Alkohol sorgen für eine perfekte Balance aus Reife, Frische und Struktur. Ein sehr nobler, präziser Pomerol mit großem Reifepotenzial.


Der Château Cos d’Estournel 2025 bestätigt eindrucksvoll den sehr hohen Qualitätsanspruch des Jahrgangs und zählt ohne Zweifel zu den stärkeren Vertretern aus Saint-Estèphe. Bereits in der Nase zeigt sich eine tiefe, vielschichtige Aromatik mit dunkler Beerenfrucht, feinen Gewürznoten und einer kühlen, präzisen Ausrichtung.

Am Gaumen wirkt der Wein dicht und konzentriert, gleichzeitig aber bemerkenswert kontrolliert und balanciert. Die Tannine sind fein gearbeitet und verleihen Struktur, ohne Härte zu zeigen, während die Frucht saftig und klar bleibt. Mit 13,25 % Alkohol präsentiert sich der Wein zudem sehr harmonisch und keineswegs überladen.

Die Cuvée aus 60 % Cabernet Sauvignon, 39 % Merlot und 1 % Petit Verdot sorgt für Tiefe, Komplexität und eine sehr elegante Textur. Ein Cos d’Estournel, der Kraft und Finesse überzeugend verbindet und sich mit etwas Reifezeit hervorragend entwickeln dürfte.


Der Château Pichon Longueville Comtesse de Lalande 2025 gehört zu den präzisesten und zugleich beeindruckendsten Weinen des Jahrgangs in Pauillac. In der Nase zeigt sich eine tiefgründige, vielschichtige Aromatik mit dunkler Beerenfrucht, feinen Röstaromen und einer kühlen, sehr eleganten Ausrichtung.

Am Gaumen wirkt der Wein fokussiert, klar und gleichzeitig von bemerkenswerter Intensität, ohne jemals schwer zu erscheinen. Die Tannine sind fein, perfekt eingebunden und verleihen dem Wein Struktur und Länge, während die Frucht saftig und präzise bleibt.

Die Cuvée aus 81 % Cabernet Sauvignon, 15 % Merlot und 4 % Cabernet Franc sowie 13,0 % Alkohol sorgen für eine außergewöhnliche Balance aus Kraft, Finesse und Frische. Ein sehr kompletter, tiefgründiger Pauillac mit großem Reifepotenzial.


Der Château Mouton Rothschild 2025 präsentiert sich in diesem Jahrgang mit einer sehr klaren, Cabernet-geprägten Stilistik und hebt sich damit deutlich hervor. In der Nase zeigt sich eine kühle, präzise Aromatik mit dunkler Frucht, floralen Nuancen und feinen mineralischen Anklängen.

Am Gaumen wirkt der Wein fokussiert und strukturiert, mit sehr feinen, engmaschigen Tanninen und einer bemerkenswerten Frische. Trotz seiner Konzentration bleibt er elegant und kontrolliert, ohne die sonst oft vorhandene Opulenz in den Vordergrund zu stellen.

Die Cuvée aus 98 % Cabernet Sauvignon und 2 % Merlot sowie 13,1 % Alkohol unterstreicht diesen geradlinigen, klassischen Ansatz. Ein Mouton Rothschild, der weniger auf unmittelbare Kraft setzt, sondern vielmehr auf Präzision, Spannung und langfristiges Entwicklungspotenzial.


Der Château Figeac 2025 zeigt sich in diesem Jahrgang besonders überzeugend. Ein Wein, der sehr oft die Meinungen spaltet, präsentiert sich dieses Jahr wieder von seiner besten Seite. Bereits in der Nase wirkt er tief und vielschichtig, mit dunkler Frucht, feinen würzigen Noten und einer klaren, kühlen Stilistik.

Am Gaumen präsentiert sich der Wein kraftvoll und zugleich präzise, mit dichter Struktur und sehr gut integrierten Tanninen. Trotz seiner Intensität bleibt er balanciert und zeigt eine schöne Frische sowie eine bemerkenswerte Länge.

Die Cuvée aus 38 % Merlot, 30 % Cabernet Franc und 32 % Cabernet Sauvignon sowie 13 % Alkohol sorgt für eine harmonische Verbindung aus Struktur, Eleganz und Spannung. Ein sehr kompletter Figeac, der in diesem Jahrgang besonders gelungen wirkt.


Der Château Les Carmes Haut-Brion 2025 bestätigt einmal mehr die beeindruckende Konstanz dieses Weinguts. Jahr für Jahr liefert dieses Weingut höchste Leistungen zu einem bezahlbaren Preis, und auch der 2025er reiht sich nahtlos in diese Entwicklung ein.

In der Nase zeigt sich eine sehr präzise, fast kühle Aromatik mit dunkler Frucht, floralen Noten und feinen würzigen Anklängen. Am Gaumen wirkt der Wein dicht und strukturiert, gleichzeitig aber elegant und getragen von einer lebendigen Frische, die ihm viel Spannung verleiht.

Die Tannine sind fein, engmaschig und geben dem Wein ein klares Rückgrat, ohne ihn unzugänglich wirken zu lassen. Die Cuvée aus 54 % Cabernet Franc, 29 % Cabernet Sauvignon und 17 % Merlot sowie 13 % Alkohol unterstreicht den charaktervollen, modernen Stil des Weinguts. Ein sehr tiefgründiger Pessac-Léognan mit ausgezeichnetem Reifepotenzial.


Überraschungen des Jahrgangs

Eine der größten positiven Überraschungen ist die Entwicklung der Sauternes-Weine. In einem Jahrgang, der klimatisch durchaus herausfordernd war, zeigen sich die Süßweine außergewöhnlich präzise, frisch und aromatisch klar.

Viele der verkosteten Sauternes wirken bereits jetzt zugänglich, gleichzeitig aber komplex und vielschichtig – eine Kombination, die nur in wenigen Jahrgängen gelingt. Der Jahrgang 2025 dürfte hier zu den spannendsten der letzten Jahre zählen.

Ebenfalls bemerkenswert ist der durchgehend moderate Alkoholgehalt vieler Weine. Trotz der Hitzephasen im Sommer zeigen zahlreiche Gewächse eine erstaunliche Frische und Balance. Einzelne Beispiele mit sehr niedrigen Alkoholwerten unterstreichen diesen Trend zusätzlich.


Der Château Guiraud 2025 steht exemplarisch für die außergewöhnlich hohe Qualität der Sauternes-Weine im Jahrgang 2025. Kaum eine andere Kategorie hat in diesem Jahr eine derart geschlossene und überzeugende Leistung gezeigt.

In der Nase präsentiert sich der Wein intensiv und zugleich präzise, mit Zitrusfrische, exotischen Fruchtaromen und feinen floralen Anklängen. Am Gaumen beeindruckt vor allem die Balance: Die Süße wirkt niemals schwer, sondern wird von einer lebendigen Säure perfekt getragen.

Trotz seiner Konzentration bleibt der Wein elegant und klar strukturiert, mit viel Frische und einer langen, animierenden Länge. Ein Sauternes, der stellvertretend für einen Jahrgang steht, den man in dieser Kategorie unbedingt im Blick behalten sollte. Wow!


Kleinere Enttäuschungen

Bei aller Begeisterung für den Jahrgang 2025 gab es in der Vielzahl der verkosteten Weine auch einzelne Gewächse, die nicht ganz die Erwartungen erfüllen konnten. Dabei ist wichtig zu betonen, dass diese Einschätzungen immer im Kontext intensiver Verkostungstage entstehen, in denen eine große Anzahl von Weinen in kurzer Zeit probiert wird.

Gerade bei jungen Primeur-Weinen können sich Eindrücke zudem noch deutlich verändern, sodass es sich hierbei bewusst um Momentaufnahmen handelt. Umso spannender wird es sein zu beobachten, wie sich diese Weine in den kommenden Monaten entwickeln.

Wir sind daher besonders gespannt, ob die internationalen Weinkritiker diese Eindrücke teilen und entsprechend einordnen werden.


Der Château Ausone 2025 gehört für uns zu den größten Enttäuschungen der diesjährigen Primeur-Verkostungen. Hätten wir den Wein nicht zu viert verkostet, hätten wir diese Einschätzung vermutlich nicht so klar formuliert – zumal wir uns sogar eine zweite Flasche öffnen ließen, die vor unseren Augen entkorkt wurde und sich identisch präsentierte.

Die Cuvée aus 65 % Cabernet Franc, 30 % Merlot und 5 % Cabernet Sauvignon wirkt aktuell extrem verschlossen, fast nichtssagend und kaum zugänglich. So sehr, dass es schwerfällt, das große Potenzial zu erkennen, das man bei einem Wein dieses Kalibers eigentlich erwarten würde.


Der Château Vieux Château Certan 2025 bleibt hinter den ganz großen Erwartungen dieses Hauses zurück, ohne jedoch wirklich zu enttäuschen. Im direkten Vergleich zu Spitzenjahren wirkt der Wein aktuell etwas weniger präzise und nicht ganz auf dem gewohnt herausragenden Niveau, zu dem das Weingut in großen Jahrgängen fähig ist.

Die Cuvée aus 80 % Merlot, 15 % Cabernet Franc und 5 % Cabernet Sauvignon sowie üppigen 14,01 % Alkohol zeigt sich entsprechend kraftvoll und dicht, jedoch mit einer leicht breiteren, weniger fokussierten Stilistik als erwartet. Ein Wein, der sicherlich Potenzial besitzt, aber im aktuellen Stadium noch nicht die Klasse erreicht, die man von Vieux Château Certan gewohnt ist.


Preisrhetorik einzelner Châteaux

Neben den weinbaulichen Eindrücken ist uns in diesem Jahr auch vereinzelt eine Entwicklung aufgefallen, die kritisch zu sehen ist. Einige wenige Erzeuger argumentieren bereits im Vorfeld der Primeur-Lancierung mit den historisch niedrigen Erträgen und leiten daraus die Notwendigkeit deutlich höherer Preise im Vergleich zum Jahrgang 2024 ab.

Diese Argumentation greift aus unserer Sicht zu kurz. Die aktuelle globale Marktsituation, geprägt von einer spürbaren Unsicherheit und einem sensiblen Preisumfeld, lässt nur begrenzten Spielraum für solche Strategien. Qualität allein rechtfertigt in diesem Kontext keine beliebigen Preissteigerungen.

Sollten einzelne Châteaux ihre Weine zu deutlich überhöhten Preisen auf den Markt bringen, werden wir dies im weiteren Verlauf der Primeur-Kampagne klar und transparent benennen.


Zwischenfazit: Ein Jahrgang mit Substanz und Marktpotenzial

Bordeaux 2025 bestätigt sich nach den ersten Verkostungen als qualitativ starker und gleichzeitig stilistisch moderner Jahrgang, der sowohl früh zugänglich ist als auch über erhebliches Reifepotenzial verfügt.

Die bisher veröffentlichten Preise zeigen zudem, dass sich ein Teil der Châteaux um eine realistische Marktpositionierung bemüht. Sollte sich dieser Trend fortsetzen, könnte der Jahrgang 2025 auch kommerziell ein voller Erfolg werden. .


Ausblick

Mit den anstehenden Preisbekanntgaben der kommenden Tage wird sich zeigen, ob sich der positive Ersteindruck der Kampagne bestätigt und wie der Markt auf die weiteren Veröffentlichungen reagiert.

Ein ausführliches Update mit weiteren Entwicklungen der Primeur-Kampagne folgt in den kommenden Tagen.


UPDATE vom 30.04.2026: Erste Preisbekanntgaben setzen ein positives Signal – überzeugender Start in die Bordeaux 2025 Kampagne

Mit den ersten Preisbekanntgaben nimmt die Bordeaux 2025 Primeur-Kampagne nun spürbar Fahrt auf – und der Auftakt fällt insgesamt erfreulich aus.

Im Mittelpunkt steht dabei die Veröffentlichung von Château Pontet-Canet 2025, die als einer der ersten großen Namen ihre Preise kommuniziert haben. Besonders positiv: Die Preisgestaltung ist als sehr fair einzustufen. Zwar liegt der Preis leicht (nur ca. 3,2%) über dem Niveau des Jahrgangs 2024, dies steht jedoch in einem klar nachvollziehbaren Verhältnis zur deutlich höheren Jahrgangs- und Weinqualität. Pontet-Canet setzt damit ein wichtiges Signal für die gesamte Kampagne und das bei 98-100 von 100 Punkten bei Wine Advocate als einer DER Weine des Jahrgangs 2025.

Noch deutlicher fällt das Preis-Leistungs-Verhältnis bei Château Lynch-Moussas 2025 aus. Der Wein wird zu einem signifikant reduzierten Preis im Vergleich zu den Jahrgängen 2022 und 2023 angeboten – und das bei gleichzeitig sehr überzeugender Qualität. Bereits jetzt zeichnet sich Lynch-Moussas 2025 als eines der klaren Preis-Leistungs-Highlights der bisherigen Primeur-Kampagne ab.

Die ersten beiden Preisbekanntgaben lassen erkennen, dass sich viele Châteaux der aktuellen Marktsituation bewusst sind. Qualität allein reicht nicht – die Preisgestaltung muss ebenfalls stimmen. Der Start der Bordeaux 2025 Kampagne wirkt bislang überlegt, realistisch und marktorientiert.



Ausblick: Wichtige Lancierungen Anfang Mai

Die kommenden Tage versprechen eine deutliche Intensivierung der Primeur-Kampagne mit einer Reihe spannender Preisveröffentlichungen:

04.05.2026 – Fokus auf die Weine der Peter-Kwok-Gruppe

  • Château Bellefont-Belcier 2025
  • Château Tour Saint Christophe 2025
  • Enclos Tourmaline 2025
  • Château Haut-Brisson 2025


05.05.2026 – Sauternes im Fokus (ein herausragender Jahrgang für Süßweine)

  • Château Bastor-Lamontagne 2025
  • Château Sigalas-Rabaud 2025
  • Château Doisy-Védrines 2025
  • Château de Rayne Vigneau 2025
  • Château La Tour Blanche 2025
  • Château Guiraud 2025

Zusätzlich wird mit Château Grand Mayne ein Weingut erwartet, das im Jahrgang 2025 qualitativ besonders überzeugen konnte und entsprechend im Fokus stehen dürfte.


06.05.2026 – weitere bedeutende Markt-Starts

  • L’Extravagant du Château Doisy-Daëne 2025
  • Château Doisy-Daëne 2025
  • Château Haura (Graves rouge)
  • Château Reynon Rouge 2025
  • Clos Floridène Rouge 2025
  • Clos Floridène Blanc 2025
  • Château Malescot Saint-Exupéry 2025
  • Château Larrivet Haut-Brion Rouge 2025
  • Château Larrivet Haut-Brion Blanc 2025

Nach diesen Veröffentlichungen wird die Primeur-Kampagne zunächst eine kurze Pause einlegen und ab dem 11.05.2026 in die nächste Runde gehen.


Ausblick auf das nächste Update

Ein ausführliches Update mit persönlichen Eindrücken aus den Verkostungen – inklusive Highlights und kleineren Enttäuschungen – folgt am 03.05.2026. Auf Punktebewertungen verzichten wir bewusst und überlassen diese den Kritikern.


UPDATE vom 23.04.2026: Erste Lancierung kündigt sich an – Château Pontet-Canet 2025 eröffnet die 2025 Primeur-Kampagne

Mit Spannung richtet sich der Blick der Bordeaux-Welt auf den Beginn der En-Primeur-Kampagne 2025. Als erstes Château hat Château Pontet-Canet die Veröffentlichung seines Preises für den 2025er Jahrgang für Mittwoch, den 29. April 2026, angekündigt.

Die Bordeaux 2025 Primeur-Kampagne nimmt damit konkret Fahrt auf. Händler, Investoren und Sammler weltweit beobachten die ersten Preisveröffentlichungen genau, da sie als Referenz für die gesamte 2025 En-Primeur-Saison gelten.

Damit startet offiziell die entscheidende Phase des Jahrgangs 2025 – und zugleich die erste echte Bewährungsprobe für die Preisstrategie in einem wirtschaftlich sensiblen Marktumfeld.


Nach den bisherigen Eindrücken aus den Verkostungen verdichtet sich ein klares Bild:

Der Jahrgang 2025 überzeugt qualitativ auf breiter Front. Besonders bemerkenswert ist die seltene Konstellation, dass Rotweine, trockene Weißweine und Süßweine (Sauternes und Barsac) gleichzeitig ein außergewöhnlich hohes Niveau erreichen – eine Kombination, die in Bordeaux nur äußerst selten vorkommt.

Gerade die Sauternes-Weine präsentieren sich bereits jetzt als spektakulär: früh zugänglich, gleichzeitig aber mit enormer aromatischer Tiefe und Komplexität – ein Stil, der sowohl unmittelbaren Trinkgenuss als auch langfristiges Reifepotenzial vereint.

Ein weiterer zentraler Aspekt des Jahrgangs ist die erfreulich moderate Alkoholstruktur. Trotz der extremen klimatischen Bedingungen zeigen viele Weine überraschend niedrige Werte. Einzelne Spitzenweine – wie beispielsweise Château Cheval Blanc mit nur rund 12,7 % vol. (sicherlich einer der niedrigsten Werte des Jahrgangs) – unterstreichen diese Entwicklung eindrucksvoll. Die meisten Weine bewegen sich im Bereich 13% bis 13,5% Alkohol (am rechten Ufer teilweise bis zu 14%)


Sensorisch zeigt sich Bordeaux 2025 aktuell mit:

  • reifen, feinkörnigen Tanninen
  • intensiver, klarer Frucht
  • präziser, tragender Säurestruktur

Das Ergebnis sind Weine (jedoch nicht alle), die bereits früh zugänglich wirken, gleichzeitig aber eine bemerkenswerte innere Spannung und Komplexität besitzen.

Umso entscheidender wird nun die Preisgestaltung:
Innerhalb der Chateau-Besitzer besteht weitgehend Konsens, dass die Preise über dem Niveau von 2024 liegen werden. Gleichzeitig scheint sich jedoch ein neues Bewusstsein durchzusetzen: Die Preissteigerungen müssen moderat bleiben, um den Markt nicht zu überfordern.

Aktuell wird ein Korridor von etwa +2 % bis maximal +10 % als realistisch angesehen.

Die Veröffentlichung von Château Pontet-Canet am 29. April wird damit zum ersten echten Gradmesser – und dürfte richtungsweisend für die gesamte Primeur-Kampagne sein.



UPDATE vom 11.04.2026:

Die ersten konkreten Ertragszahlen aus den führenden Bordeaux-Gütern bestätigen die dramatische Erntesituation des Jahrgangs 2025. Diese Daten aus der Primeur-Kampagne 2026 verdeutlichen die historische Knappheit, die den Markt prägen wird.


ERTRÄGE IN DEN TOP-APPELLATIONEN

Margaux Das legendäre Château Palmer meldet lediglich 20 Hektoliter pro Hektar, während Château Margaux mit ähnlich mageren 20 Hektoliter pro Hektar um 40 bis 50 Prozent unter dem Normalniveau liegt. Diese drastischen Einbußen bei den prestigeträchtigsten Namen der Appellation signalisieren extreme Seltenheit.

Château Giscours kommt auf 32 Hektoliter pro Hektar, was einem Rückgang von 25 bis 30 Prozent entspricht. Der Zweitwein La Sirène de Giscours bricht mit minus 50 Prozent noch stärker ein.


Saint-Émilion Bei Château Cheval Blanc – einem der renommiertesten Premier Grand Cru Classé A – fallen die Erträge auf historische Tiefststände von nur 15 Hektoliter pro Hektar. Als direkte Konsequenz wurde der Zweitwein Petit Cheval 2025 komplett eingestellt, um das gesamte verfügbare Volumen in den Grand Vin fließen zu lassen.

Pauillac Die Weine um Château Lafite Rothschild erreichen durchschnittlich 28 Hektoliter pro Hektar, wobei Lafite selbst um 30 Prozent reduziert ist und der Zweitwein Carruades de Lafite noch deutlich stärker betroffen wurde. Diese Verteilung zeigt die selektive Strenge der Güter.


Saint-Julien Der gesamte Saint-Julien AOC liegt im Durchschnitt bei nur 22 Hektoliter pro Hektar. Einzelne Güter bestätigen dieses Bild: Château Talbot erreicht 28 Hektoliter pro Hektar (minus 30 Prozent), während der Zweitwein Connétable de Talbot mit minus 50 Prozent halbiert ist. Léoville-Las-Cases, Léoville-Poyferré und Langoa Barton liegen gemeinsam bei 22 Hektoliter pro Hektar. Château Beychevelle meldet 28 Hektoliter pro Hektar – ein dramatischer Rückgang verglichen mit 50 Hektoliter pro Hektar im Vorjahr 2024.


Fazit der Ertragsanalyse

Die Bordeaux 2025 Erträge bestätigen sich als historisch niedrig. Mit durchschnittlichen Werten zwischen 15 und 32 Hektoliter pro Hektar – teilweise 50 Prozent unter dem Vorjahr – wird der Jahrgang zu einer der seltensten Veröffentlichungen der letzten Jahrzehnte. Die ersten Primeur-Preise, die Anfang Mai 2026 erwartet werden, müssen diese Knappheit widerspiegeln, so die Logik der Chateau-Besitzer. Und genau hier wird das Problem liegen, sofern nicht doch die strategische Weitsicht der Produzenten obsiegen wird. Fest steht aber: eine Preiserhöhung gegenüber dem Bordeaux-Jahrgang 2024 ist unumgänglich, die große Frage ist aber: um wie viel Prozent? Preiserhöhungen im einstelligen Prozentbereich dürfte der Markt problemlos verkraften – deutlich höhere Aufschläge jedoch würden die 2025 Primeur-Kampagne unweigerlich zum Scheitern verurteilen.


UPDATE vom 07.04.2026:

Der Bordeaux-Jahrgang 2025 etabliert sich zunehmend als weiteres herausragendes Jahr, das auf die Tradition der exzellenten Jahrgänge mit Endziffer 5 anknüpft. Die ersten Primeur-Verkostungen bestätigen eine faszinierende Kombination aus Reife und Struktur, gepaart mit moderner Präzision und purer Eleganz. Trotz der extremen klimatischen Herausforderungen mit unerbittlicher Hitze und Dürre über die gesamte Vegetationsperiode entstehen Weine von bemerkenswerter Qualität.
Die initialen Verkostungen von über hundertvierzig Weinen offenbaren ein einheitliches Bild: Der Jahrgang 2025 zeichnet sich durch ausgewogene, fokussierte Weine aus, die zwei dominante Stilrichtungen erkennen lassen. Tonböden produzieren Weine mit runden, fleischigen Tanninen, während Kalkstein-Terroirs eher geradlinige, straffe Strukturen hervorbringen. Gemeinsam ist allen ein frisches, cooles Fruchtprofil – im Gegensatz zur opulenten Sonnigkeit des Jahrgangs 2022.

CHARAKTERISTIKEN DES JAHRGANGS 2025

Aromatische Ausdruckskraft:
Die Weine entfalten expressive, präzise Buketts ohne überreife oder sonnige Überladung. Die aromatische Reinheit steht im Vordergrund, unterstützt durch leuchtende Säurestrukturen mit niedrigen pH-Werten.
Tannin-Qualität:
Die reifen Tannine präsentieren sich als saftig, delikat und verfeinert – trotz ihrer Reife niemals schwerfällig. Sie verleihen den Weinen Textur und Langlebigkeit ohne die Eleganz zu beeinträchtigen.
Holzintegration:
Eine bemerkenswerte Reduktion neuen Eichenholzes in vielen Châteaus führt zu exzellenter Holzintegration. Die Fässer unterstützen die Frucht ohne zu dominieren.
Fruchtprofil:
Das kühle Fruchtprofil überrascht angesichts der rekordbrechenden Temperaturen. Keine übermäßige Opulenz, sondern konzentrierte Intensität ohne Schwere.
Cabernet-Sauvignon:
Die cabernet-lastigen Weine zeigen sich aktuell noch straff und kompakt – ein Zeichen für enormes Entwicklungspotenzial und lange Lagerfähigkeit.


Stilistische Einordnung:

Stilistisch positioniert sich der Jahrgang als Synthese aus 2022 und 2023 – die Reife des einen mit der Frische des anderen vereint.

Aussagen von Weinbauern und Önologen

Winzer und Önologen betonen durchweg die außergewöhnliche Konzentration, die aromatische Reinheit und eine Frische, die der extremen Hitze widerspricht. Diese scheinbare Paradoxie erklärt sich durch die niedrigen Erträge und die damit verbundene natürliche Konzentration in den Beeren.

Sehr niedrige Erträge

Die brillante Qualität steht in starkem Kontrast zu den Erträgen. Die Region Gironde erwartet etwa 3,6 Millionen Hektoliter, was 15 Prozent unter dem Fünfjahresdurchschnitt liegt. Viele Güter melden 28 bis 40 Hektoliter pro Hektar – in Pauillac liegt der Durchschnitt bei nur 30 Hektoliter pro Hektar. Einige Weißwein-Parzellen verzeichneten sogar Einbußen von bis zu 50 Prozent.
Die Ursachen liegen in den Vorjahresbedingungen: Die niedrige Traubenanzahl und begrenzten Volumina resultierten aus den klimatischen Stressfaktoren des Vorjahrs. Während dies wirtschaftlich herausfordernd ist, erwies sich die natürliche Ertragsreduktion möglicherweise als verborgener Segen: Die extreme Hitze und Dürre hätten größere Mengen kaum verkraften können.


Preisgestaltung Bordeaux 2025

Die Bordeaux 2025 Primeur-Preise stehen vor einer kritischen Weichenstellung, da den Winzern die fundamentale Bedeutung einer attraktiven Preisgestaltung für den Erfolg ihrer Primeur-Kampagne vollkommen bewusst ist. Die dramatisch niedrigen Erträge des Jahrgangs 2025 – teilweise bis zu 50 Prozent unter dem Normalniveau – lassen jedoch keinen Spielraum für übermäßige Preissprünge oder spekulative Preispolitik. Die Erzeuger agieren in wirtschaftlich enorm herausfordernden Zeiten, in denen Kaufkraft und Nachfrage global unter Druck stehen, was die Preisfindung zusätzlich komplex macht. Die Primeur-Kampagne 2025 wird damit zu einem Balanceakt zwischen notwendiger Umsatzmaximierung bei geringen Mengen und der Sicherung langfristiger Marktbeziehungen. Ob die Bordeaux-Winzer die von außen kommenden Marktsignale und Konsumentenerwartungen tatsächlich verinnerlicht haben, wird sich spätestens mit den ersten Primeur-Preisen Anfang Mai 2026 entscheidend zeigen. Die En Primeur 2025 Preisgestaltung wird damit nicht nur über den kommerziellen Erfolg des Jahrgangs entscheiden, sondern auch Signale für die gesamte Bordeaux-Weinwirtschaft setzen.



Fazit der ersten Verkostungen:

Die ersten verkosteten Weine aus den Primeur-Tastings überzeugen durch Balance und Fokus. Keine überreifen, sonnigen Aromatik, keine übermäßige Holzeinfluss, sondern helle Säuren und saftige, reine Frucht. Der Bordeaux-Jahrgang 2025 entwickelt sich zu einem Sammlerjahrgang von herausragender Qualität – jedoch in historisch niedrigen Mengen.



Die monatliche Wetteranalyse (Region Bordeaux)

JANUAR 2025

Der Januar 2025 begann außergewöhnlich mild mit Temperaturen, die etwa 1,5 Grad Celsius über dem langjährigen Mittel lagen. Die Niederschläge fielen mit 80 bis 100 Millimetern im normalen Bereich, was eine ausreichende Bodenwasserspeicherung für den Winter ermöglichte. Die Sonnenscheindauer lag im Durchschnitt, ohne extreme Wetterereignisse. Dieser milde Winterbeginn führte zu einem frühen Start der Vegetationsruhe. Die Reben zeigten keine Winterhärteprobleme, aber die milden Temperaturen verhinderten eine tiefe Dormanz. Die Bodenfeuchte war für den Jahresbeginn gut gefüllt, was für die spätere Trockenheit von Bedeutung sein sollte.

FEBRUAR 2025

Der Februar setzte den milden Trend fort mit Temperaturen, die 2 Grad Celsius über dem langjährigen Mittel lagen. Die Niederschläge gingen leicht auf 60 bis 80 Millimeter zurück, während die Sonnenscheindauer überdurchschnittlich ausfiel. Diese frühe Lichtstimulation beschleunigte den inneren Stoffwechsel der Reben. Erste Knospenanschwellen wurden bereits beobachtet, ein deutliches Zeichen für einen frühen Jahrgang. Die Wasserversorgung blieb noch ausreichend, doch die ersten Sorgen über zu geringe Winterfeuchte machten sich breit.

MÄRZ 2025

Der März 2025 war extrem mild mit Temperaturen, die 3,5 Grad Celsius über dem langjährigen Mittel lagen. Entscheidend war das Niederschlagsdefizit von 73 Prozent, das den kritischen Trockenstress einleitete. Die Sonnenscheindauer erreichte sehr hohe Werte, was eine maximale Lichtexposition bedeutete. Der Bud Break, also der Austrieb der Reben, erfolgte bereits um den 27. März, etwa 14 Tage früher als normal. Dies stellt eine der frühesten je registrierten Austriebsdaten dar. Die jungen Triebe waren aufgrund der Trockenheit gezwungen, sofort tiefere Wurzeln zu suchen, was später ein Vorteil werden sollte, aber zunächst ein Risiko für Frostschäden darstellte.

APRIL 2025

Der April blieb mit 2 Grad Celsius über dem langjährigen Mittel weiterhin warm. Die Niederschläge fielen mit 40 bis 50 Millimetern unterdurchschnittlich aus, was den anhaltenden Wasserstress verstärkte. Die Sonnenscheindauer war sehr hoch, was zu einem schnellen Triebwachstum führte. Entscheidend war, dass die Frostgefahr ausblieb, ein Glücksfall für den frühen Jahrgang. Die Trockenheit führte zu kleineren Blättern und kompakteren Trieben. Die Reben mussten verstärkt auf tiefe Wasserreserven zurückgreifen. Die ersten Blütenknospen wurden bereits sichtbar, ein Zeichen für die bevorstehende extrem frühe Blüte.

MAI 2025

Der Mai brachte Temperaturen, die 1,5 Grad Celsius über dem langjährigen Mittel lagen. Warm, aber nicht extrem. Die Niederschläge von 50 bis 60 Millimetern waren leicht unterdurchschnittlich, was die kritische Blütephase trocken hielt. Die Sonnenscheindauer war hoch und ermöglichte optimale Blütebedingungen. Die Blüte erfolgte Mitte Mai, etwa 10 bis 14 Tage früher als im langjährigen Durchschnitt. Entscheidend war die Homogenität: Durch das stabile, warme Wetter blühten alle Rebsorten nahezu gleichzeitig und vollständig. Dies versprach eine gleichmäßige Reife später im Jahr. Die geringe Luftfeuchtigkeit minimierte das Risiko von Blütenfäule und anderen Krankheiten. Die Trockenheit begann jedoch zunehmend kritisch zu werden.

JUNI 2025

Der Juni markierte den Beginn der Hitzewellen mit Temperaturen, die 2,5 Grad Celsius über dem langjährigen Mittel lagen. Die Niederschläge fielen mit 30 bis 40 Millimetern stark unterdurchschnittlich aus, was den Wasserstress intensivierte. Die Sonnenscheindauer erreichte extrem hohe Werte, was eine maximale Photosynthese ermöglichte. Der Beerenansatz war dank der homogenen Blüte außergewöhnlich gleichmäßig, mit geringer Coulure, also wenig Fruchtverlust. Die ersten Anzeichen der Véraison, des Farbumschlags, wurden bereits Ende Juni bei einigen Merlot-Parzellen beobachtet, ein beispiellos früher Beginn.

JULI 2025

Der Juli war entscheidend für die Reifeentwicklung mit Temperaturen, die 3 Grad Celsius über dem langjährigen Mittel lagen. Die Niederschläge fielen mit 20 bis 30 Millimetern extrem niedrig aus, was den maximalen Trockenstress bedeutete. Die Sonnenscheindauer erreichte Rekordwerte, was die Reife beschleunigte. Die Véraison war bis zum 19. Juli abgeschlossen, historisch früh. Die extreme Trockenheit führte zu kleinen, dickhäutigen Beeren mit hohem Verhältnis von Schale zu Fruchtfleisch. Dies versprach intensive Farbe und dichte Tannine. Die Nächte blieben relativ kühl zwischen 15 und 18 Grad Celsius, was die Säureerhaltung ermöglichte. Erste Sorgen über übermäßige Alkoholwerte und ausgebrannte Säure machten sich breit.

AUGUST 2025

Der August brachte die dramatischsten Wetterbedingungen des Jahres mit Temperaturen, die 4 Grad Celsius über dem langjährigen Mittel lagen. Die Hitzewelle vom 8. bis 18. August dauerte 10 Tage mit Temperaturen über 35 Grad Celsius, mit Spitzenwerten von 40 Grad Celsius. Dies brachte die Reben an ihre physiologischen Grenzen. Die Photosynthese kam nahe zum Erliegen, die Reben gingen in einen Überlebensmodus. Die späten August-Regen mit 40 bis 50 Millimetern um den 20. bis 25. August waren rettend für den Jahrgang. Sie ermöglichten eine finale Reifeverzögerung, verhinderten übermäßige Alkoholwerte und erhalten die Säurestruktur. Die Weißweinernte begann bereits am 12. August, ein historischer Rekord. Sauvignon Blanc und Sémillon zeigten aromatische Reife ohne Krankheitsdruck.

SEPTEMBER 2025

Der September bot ideale Erntebedingungen mit Temperaturen, die 1,5 Grad Celsius über dem langjährigen Mittel lagen. Warm, aber milder als der August. Die Niederschläge von 30 bis 40 Millimetern waren ausreichend für die finale Reife. Die Sonnenscheindauer blieb hoch. Die Rotweinernte begann bereits am 26. August, wobei der Merlot zuerst gelesen wurde. Château Troplong Mondot startete am 28. August in Saint-Émilion. Die Cabernet Sauvignon-Ernte folgte in der ersten Septemberhälfte. Die warmen Tage mit 25 bis 28 Grad Celsius und die kühlen Nächte mit 12 bis 15 Grad Celsius ermöglichten eine optimale phenolische Reife bei erhaltener Säure. Die selektive Ernte nach Rebsorten und Parzellen war entscheidend für die Qualität. Die Erträge lagen durchschnittlich 15 Prozent unter dem Normalniveau, bei einzelnen Weißweinen sogar minus 50 Prozent.


Zusammenfassung der entscheidenden Wetterphasen

Die kumulativen Wetterbedingungen prägten den Jahrgang 2025 eindeutig. Die extreme Milde von Januar bis März mit dem dramatischen Niederschlagsdefizit im März legte den Grundstein für den frühen Austrieb und den späteren Wasserstress. Die frühe, homogene Blüte im Mai ermöglichte eine gleichmäßige Reife bei geringer Krankheitsgefahr. Die Hitze und extreme Trockenheit im Juni und Juli führten zu kleinen, konzentrierten Beeren und einer frühesten je registrierten Véraison. Die Hitzewelle im August mit Temperaturen bis zu 40 Grad Celsius brachte die Reben an ihre Grenzen, bevor die rettenden August-Regen die Balance wiederherstellten. Der September schließlich bot mit warmen Tagen und kühlen Nächten ideale Bedingungen für die selektive Ernte.



Parallelen zu historischen Jahrgängen

Der Bordeaux 2025 Jahrgang zeigt Wetter technisch die stärkste Ähnlichkeit zum Jahr 2022, mit frühen, heißen und trockenen Bedingungen. Der Unterschied liegt in der noch früheren Ernte und den mehr August-Regen im Jahr 2025. Das Jahr 2003 zeigt ebenfalls Parallelen bezüglich Extremhitze und Trockenheit, jedoch war dort die Hitzewelle länger und die Nachtkühle geringer. Das Jahr 1989 war bis dahin der früheste Jahrgang, wurde aber 2025 noch übertroffen. Das Jahr 2010 bietet Vergleiche bezüglich Struktur und Konzentration, war aber insgesamt kühler und klassischer im Verlauf. Das Jahr 1945 als Extremjahrgang mit kleinen Mengen ist ebenfalls vergleichbar, jedoch ohne die modernen Bewässerungstechniken der Gegenwart.


Gesamtfazit

Der Bordeaux 2025 Jahrgang war geprägt von einer kumulativen Wirkung milder Winter, früher Vegetation, extremer Sommerhitze und rettenden August-Regen. Die monatliche Entwicklung zeigt einen beispiellos frühen, konzentrierten Jahrgang mit hervorragender Qualität, aber extrem niedrigen Mengen. Die Parallele zu 2022 ist evident, jedoch mit einer besseren Balance durch die späten August-Niederschläge.



Die vorsichtige Prognose VOR der Primeur-Verkostung 2025


Pauillac, Saint-Julien, Saint-Estèphe (Nördliches Médoc)

Die kiesigen Böden des nördlichen Médoc verstärkten den Trockenstress, besonders bei jungen Reben. Ältere Cabernet Sauvignon-Reben mit tiefen Wurzeln profitierten jedoch vom Wasserreservoir in den Unterböden. Die atlantischen Brisen halfen, die Säure zu erhalten. Erwartet werden strukturierte, lagerfähige Rotweine mit dichten Tanninen, tiefer Farbe und komplexer Aromatik – ähnlich 2022, aber mit etwas mehr Frische.
Prognose: ⭐⭐⭐⭐⭐ Herausragende Qualität, sehr geringe Mengen

Margaux

Margaux' dünnere Kiesböden und höherer Merlot-Anteil machten die Appellation besonders anfällig für Wasserstress. Dennoch sorgten die kühlenden Nächte und die Nähe zur Gironde für ausreichend Frische. Die Weine zeigen elegante, fast feminne Struktur mit floralen Noten und seidigen Tanninen.
Prognose: ⭐⭐⭐⭐⭐ Exzellente Qualität, sehr limitiert

Pessac-Léognan (Graves)

Die kiesbedeckten Hügel von Pessac-Léognan erwiesen sich als besonders widerstandsfähig. Die Weißweine (Sauvignon Blanc, Sémillon) erreichten aromatische Reife ohne Krankheitsdruck – eine Seltenheit in heißen Jahren. Die Rotweine profitieren von der mineralischen Tiefe des Terroirs und zeigen die typische rauchig-erdige Signatur in Reinform.
Prognose: ⭐⭐⭐⭐⭐ Herausragend für Rot- und Weißwein

Pomerol

Pomerol litt am stärksten unter dem Hitzestress. Die tonreichen Böden speicherten zwar Wasser, aber die extreme Trockenheit führte zu drastisch reduzierten Erträgen (teilweise nur 30% der Normalmenge). Die Merlot-Beeren waren klein, konzentriert und zeigen intensive schwarze Frucht mit reifen Tanninen. Das Risiko übermäßiger Alkoholwerte war hoch, wurde aber durch die späten August-Regen gemildert.
Prognose: ⭐⭐⭐⭐ Sehr gute Qualität, extrem selten (niedrigste Mengen)

Saint-Émilion

Die kalkhaltigen und tonigen Böden von Saint-Émilion boten ideale Bedingungen für den Merlot. Die Reben mit tiefen Wurzeln (besonders alte Cabernet Franc-Bestände) zeigten bemerkenswerte Resilienz. Die Weine verbinden reife, dunkle Beerenfrucht mit frischer Säure und feiner Mineralität. Château Troplong Mondot begann die früheste Ernte ihrer Geschichte am 28. August.

Prognose: ⭐⭐⭐⭐⭐ Exzellente Qualität, besonders bei Grand Cru Classé


Fazit:

Bordeaux 2025 ist am ehesten mit Bordeaux 2022 vergleichbar, jedoch mit etwas mehr Balance und Frische durch die bessere Nachtkühle und die späten August-Regen. Einige Experten sehen einige Parallelen zu Bordeaux 2009 und Bordeaux 2010, aber mit modernerer, eleganterer Ausprägung.


Der Bordeaux-Jahrgang 2025 wird als "kleines, aber glorreiches" Jahr in die Geschichte eingehen. Die Kombination aus:
  • ✅ Extremer Frühe (früheste Ernte seit 1989/2022)
  • ✅ Hoher Konzentration durch kleine Beeren
  • ✅ Erstaunlich frische Säure trotz Hitze
  • ✅ Minimale Krankheitsdruck
  • ✅ Sehr niedrige Erträge (-15% bis -50%)
...verspricht Spitzenqualität für alle Haupt-Appellationen, jedoch in extrem limitierten Mengen. Die Weine werden dicht, strukturiert und lagerfähig sein, mit einem Potenzial von 30–50+ Jahren. Für Sammler dürfte 2025 ein äußerst begehrtes Jahr werden – vergleichbar mit 2022, aber noch seltener und aufgrund der wirtschaftlichen Gesamtlage, hoffentlich, deutlich günstiger.



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