La Dominique

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Vom Maurer zum Weingut-Magnaten: Die ungewöhnliche Geschichte der Fayat-Familie

Die Geschichte von Château La Dominique beginnt nicht mit einem alten Adelsgeschlecht oder einem Weinbau-Erben, sondern mit einem Maurer aus der Dordogne. Clément Fayat, ein Mann mit starkem Bezug zur Erde und unerschütterlichem Unternehmergeist, gründete in den 1950er Jahren ein Bauunternehmen, das sich zu einem der größten Baukonzerns der Welt entwickeln sollte. 1969, als er das Gut von der Familie de Bailliencourt erwarb, brachte er genau diesen pragmatischen, visionären Geist in die Welt des Bordeaux-Weins. Zum Zeitpunkt des Kaufs umfasste das Gut lediglich 16 Hektar – heute sind es 29 Hektar bestockte Rebfläche. Doch Größe war nie das primäre Ziel. Clément Fayat investierte in Qualität, in Technologie, in Menschen. Er engagierte den renommierten Önologen Michel Rolland als Berater – eine Partnerschaft, die bis heute fortbesteht und das Gut auf einem konstant hohen Niveau hält
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Heute führt die zweite Generation, angeführt von Jean-Claude Fayat, das Erbe fort. Die Fayat-Gruppe, die heute neben dem Baugeschäft auch andere Bordeaux-Güter wie Château Fayat in Pomerol und Château Clément Pichon besitzt, hat La Dominique zu einem Schaufenster ihrer Philosophie gemacht: Tradition respektieren, aber mit modernster Technik und künstlerischer Vision neu interpretieren
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Das rote Juwel von Jean Nouvel: Architektur als Weinphilosophie

Wenn man die Weinberge von Saint-Émilion durchfährt, fällt ein Gebäude sofort ins Auge: Ein glänzendes, tiefrotes, zeitgenössisches Bauwerk, das wie ein futuristisches Schiff zwischen den sanften Hügeln der Weinberge liegt. Dies ist der neue Keller von Château La Dominique, entworfen von dem Stararchitekten Jean Nouvel – dem Mann hinter dem Louvre Abu Dhabi, der Philharmonie de Paris und dem Agbar-Turm in Barcelona Die Inspiration für die rote Fassade? Ein einzener Tropfen Wein, der in ein Glas fällt und sich ausbreitet. Nouvel wollte die „Essenz des Weins in Architektur gießen“
Das Ergebnis ist ein Gebäude, das nicht nur funktional ist – es ist eine Aussage. Ein Statement, dass Bordeaux nicht nur aus verwittertem Stein und historischen Fassaden besteht, sondern auch aus Mut, Innovation und künstlerischer Vision. Im Inneren verbergen sich hochmoderne, computergesteuerte Edelstahl-Gärtanks, die eine präzise, parzellenspezifische Vinifikation ermöglichen. Die Architektur dient hier dem Wein: Jeder Tank ist so positioniert, dass die Trauben per Schwerkraft fließen können – eine schonende Methode, die die Integrität der Beerenhaut und die Extraktion der feinen Tannine optimiert
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Das Terroir: An der Grenze zweier Welten

Die Lage von Château La Dominique ist von außergewöhnlicher strategischer Bedeutung. Das Gut liegt im Nordwesten von Saint-Émilion, direkt an der Grenze zur berühmten Pomerol-Appellation. Die Nachbarschaft liest sich wie das „Who is Who“ des Bordeaux: Château Cheval Blanc und Château Figeac im Osten, Château L'Évangile und Château La Conseillante im Westen auf Pomeroler Boden. Diese Lage prägt den Charakter der Weine nachhaltig. Der berühmte Geologe Henri Enjalbert, der die Böden der Region jahrzehntelang studierte, verglich das Terroir von La Dominique explizit mit dem von Cheval Blanc und Figeac – ein Kompliment von höchstem Rang
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Die Böden sind ein Mosaik aus braunem Lehmboden, alten Sanden und kieshaltigen Lehmen über einer tonigen Unterschicht. Im Norden der Parzellen dominiert Lehm mit Kiesanteilen, der die Wärmespeicherung und Drainage begünstigt – ideal für den spät reifenden Merlot. Im Süden finden sich Lehm-Kalkstein-Mischungen, die dem Wein zusätzliche mineralische Tiefe und Eleganz verleihen. Diese geologische Zweiteilung erlaubt es dem Gut, Weine zu keltern, die sowohl die Generosität von Saint-Émilion als auch die Saftigkeit und Eleganz von Pomerol in sich vereinen
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Die Rebsorten: Merlot regiert, Cabernet Franc verfeinert

Die Weinberge von La Dominique sind bestockt mit 81 % Merlot, 16 % Cabernet Franc und 3 % Cabernet Sauvignon. Die Reben haben ein durchschnittliches Alter von 31 Jahren und sind mit einer Dichte von 7.000 bis 9.000 Rebstöcken pro Hektar angepflanzt – eine relativ hohe Dichte, die für geringere Erträge und konzentriertere Trauben sorgt. Besonders interessant ist die jüngere Entwicklung: Das Gut hat begonnen, den Anteil an Cabernet Franc sukzessive zu erhöhen. Diese Rebsorte, die auf den kühleren, kalkhaltigen Parzellen besonders gut gedeiht, verleiht den Weinen zusätzliche Frische, florale Noten und eine feinwobige Struktur, die das Alterungspotenzial erhöht.
Die Bewirtschaftung folgt ökologischen Prinzipien: Natürliche Bodenbedeckung in jeder zweiten Reihe, je nach Vigour der Reben, schützt die Bodenstruktur und fördert die Biodiversität. Das Gut ist zertifiziert nach Haute Valeur Environnementale (HVE) und ISO 14001 – Auszeichnungen, die den nachhaltigen Umgang mit Ressourcen und Ökosystem bestätigen
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Die Vinifikation: Schwerkraft, Präzision und globale Vision

Die Ernte bei La Dominique erfolgt ausschließlich von Hand. Die Trauben werden in kleinen Kisten transportiert, um Bruch zu minimieren, und durchlaufen eine strenge Selektion, bevor sie in die Gärtanks gelangen. Die Kellertechnik ist auf höchstem Niveau: Computergesteuerte, temperaturgeregelte Edelstahltanks ermöglichen eine parzellenspezifische Vinifikation. Jeder Weinbergblock wird separat vergoren, was dem Kellerteam maximale Flexibilität bei der späteren Assemblage bietet. Die Gärung erfolgt unter Einsatz der Schwerkraftmethode – die Trauben und der Most fließen ohne Pumpen von oben nach unten, was eine besonders schonende Extraktion von Farbe, Tanninen und Aromen gewährleistet
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Der Ausbau des Grand Vin erfolgt über 16 Monate in französischen Eichenfässern, wobei 60 % neue Barriques zum Einsatz kommen. Zusätzlich experimentiert das Gut mit alternativen Gefäßen: Amphoren und Tonkrüge komplementieren den Holzausbau und verleihen bestimmten Parzellen zusätzliche mineralische Tiefe und Texturvielfalt
Die Assemblage unter der Leitung von Michel Rolland (bis 2025) ist ein kunstvolles Balancieren: Die Merlot-Trauben von den warmen, kiesigen Nord-Parzellen liefern Fülle und samtige Frucht, während der Cabernet Franc von den kalkhaltigen Süd-Hängen Struktur und Frische beisteuert. Das Ergebnis ist ein Wein, der die DNA beider Nachbar-Appellationen in sich trägt.

Der Wein im Glas: Eleganz trifft auf kraftvolle Frucht

Château La Dominique – Der Grand Vin

Im Glas präsentiert sich La Dominique von tiefem, leuchtendem Granat mit violetten Reflexen in jungen Jahren. Die Nase ist ein komplexes Zusammenspiel aus schwarzen Kirschen, Pflaumen, Brombeeren und Veilchen, untermalt von feinen Noten von Lakritz, Zedernholz, Vanille und einem Hauch Graphit. Am Gaumen offenbart sich die Handschrift des Terroirs: Der Wein ist mittel- bis vollmundig, mit einer Textur, die die Weichheit von Pomerol mit der strukturierten Eleganz von Saint-Émilion verbindet. Die Tannine sind seidig und gut integriert, die Säure lebendig und präzise. Ein salziger, mineralischer Rückhalt – typisch für die besten Lagen am Kiesrand – zieht sich durch den gesamten Gaumenverlauf und verleiht dem Wein eine erstaunliche Länge
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Die jüngeren Jahrgänge unter der neuen Generation zeigen eine klare Entwicklung hin zu mehr Frische, Präzision und Trinkfähigkeit. Der Jahrgang 2022 besticht durch „dichte, konzentrierte Frucht, feine Tannine und einen mineralischen, fast salzigen Abgang“. Der 2019er wurde von Kritikern als „seidig, präzise und saftig, mit schwarzen Früchten, Veilchen und einem langen, eleganten Finale“ beschrieben
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La Terrasse Rouge: Wein, Kunst und Gastronomie in luftiger Höhe

Ein Besuch bei Château La Dominique wäre unvollständig ohne den Aufstieg auf die Dachterrasse des neuen Kellers. Hier befindet sich La Terrasse Rouge, das Restaurant des Gutes, das von einem der besten Köche der Region geführt wird und einen atemberaubenden 360-Grad-Blick über die Weinberge von Saint-Émilion und Pomerol bietet. Die Küche ist modern-südwestfranzösisch, mit einem Fokus auf lokale, saisonale Zutaten und – natürlich – perfekter Harmonie mit den Weinen des Gutes. Die Terrasse selbst ist ein Kunstwerk: Die rote Glasfassade des Kellers reflektiert das Licht und taucht den Raum in warmes, weinrotes Glühen. Hier wird Wein nicht nur getrunken, er wird erlebt.
Das Gut bietet verschiedene Besuchererlebnisse an: von der klassischen Führung mit Verkostung über Blindverkostungen im privaten Keller bis hin zu Schokoladen-Wein-Paarungen mit dem lokalen Chocolatier Maëlig. Das Weintourismus-Angebot wurde mehrfach ausgezeichnet und zählt zu den innovativsten der Region.

Besonderheiten, die La Dominique auszeichnen

  1. Vom Maurer zum Weltkonzern: Clément Fayat ist die lebende Verkörperung des französischen Traums – von der Handwerkskraft zum internationalen Unternehmer. Diese Geschichte durchzieht das Gut wie ein roter Faden..
  2. Jean Nouvels roter Keller: Das 2014 eingeweihte Gebäude ist nicht nur funktional, sondern ein architektonisches Statement, das La Dominique zu einem Wahrzeichen der Region macht..
  3. Michel Rolland als Berater (bis 2025): Seit Jahrzehnten begleitet der weltberühmte Önologe das Gut und prägt dessen Stil maßgeblich mit..
  4. Grenzlage Saint-Émilion/Pomerol: Kein anderes Gut vereint die Eigenschaften beider Appellationen so harmonisch wie La Dominique – die Generosität von Saint-Émilion mit der Eleganz von Pomerol..
  5. HVE- und ISO-14001-Zertifizierung: Die ökologische Verantwortung ist nicht nur Lippenbekenntnis, sondern durch unabhängige Zertifizierungen belegt..
  6. Weintourismus-Exzellenz: Von der „Audacity at La Dominique“-Tour bis zur vertikalen Jahrgangsverkostung – das Gut ist Vorreiter für moderne, erlebnisorientierte Weinkultur
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Servierempfehlung und Lagerfähigkeit

Die Rotweine von Château La Dominique sind für ihre frühe Zugänglichkeit bekannt, entfalten aber auch mit zunehmendem Alter beeindruckende Komplexität. Der Grand Vin sollte mindestens 4-6 Jahre reifen, kann aber problemlos 12-18 Jahre gelagert werden. Vor dem Genuss empfiehlt sich eine Dekantation von etwa einer bis zwei Stunden, um das volle Aromaspektrum zu entfalten. Serviertemperatur: 16-18 °C.
Als kulinarische Begleiter eignen sich gegrilltes rotes Fleisch, Lammkarree mit Kräuterkruste, gebratene Entenbrust, Pilzrisotto und gereifter Hartkäse besonders gut. Die frischen, fruchtigen Jahrgänge harmonieren auch mit asiatischen Gerichten – ein weiteres Zeichen der modernen, vielseitigen Philosophie des Gutes.

Fazit

Château La Dominique ist ein Gut, das Brüche und Kontinuitäten meisterhaft vereint. Die Geschichte reicht zurück ins 18. Jahrhundert (der Name stammt angeblich von einer karibischen Insel, auf der ein früherer Besitzer sein Vermögen machte), doch das moderne Gesicht wurde von einem Maurer aus der Dordogne geformt. Die Architektur ist futuristisch, der Weinbau traditionsbewusst. Die Weine vereinen zwei Appellationen in einer Flasche.

Was bleibt, ist ein Grand Cru Classé von außergewöhnlicher Konstanz und moderner Eleganz. Die Weine bieten ein hervorragendes Preis-Leistungs-Verhältnis für die Qualität und das Terroir und sind sowohl für den kurzfristigen Genuss als auch für die mittelfristige Kellerreifung bestens geeignet. Wer Saint-Émilion in seiner vielschichtigsten Form erleben möchte – mit einem Hauch Pomerol, einem Schuss Innovation und einer Prise französischem Unternehmergeist – findet in La Dominique einen der charaktervollsten Vertreter der Appellation.


Technische Daten: Chateau LA DOMINIQUE

Rebfläche: 29.0 ha, Rebenalter: 35 Jahre, Rebsatz: Merlot 81% Cabernet Franc 16%, Cabernet Sauvignon 3%. Durchschnittliche Jahresproduktion: 90 000 Flaschen, Durchschnittlicher Ertrag: 40.0 hl/ha Vinifikation und Ausbau: 2 bis 5 wöchige temperaturgeregelte Gärung und Maischung, 12-monatiger Ausbau in zu 70 bie 80% neuen Eichenfässern.
Hier geht es zum Video von Chateau LA DOMINIQUE:

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