Grand Cru Classé, Bordeaux, 750ml Flasche Rotwein
Lieferbar ab Herbst 2028
Trinkreife: 2030-2060
BEWERTUNGEN:
Wine Advocate: 92–94/100
Jeb Dunnuck: 92–94/100
Bernard Burtschy: 93–94/100
Bettane & Desseauve: 93–94/100
James Suckling: 95–96/100
The Wine Cellar Insider: 91–93/100
Vinous (Neal Martin): 91–93/100
The Drinks Business: 91–93/100
Jane Anson: 93/100
Vinum: 89–91/100
Vinous (Antonio Galloni): 92–94/100
Falstaff: 92/100
Yves Beck: 92–94/100
Alexandre Ma: 94–95/100
Rebsorte(n): Cabernet Sauvignon 45%, Merlot 45%, Cabernet Franc 5%, Petit Verdot 5%
Château Carbonnieux 2025 ist der Jahrgang, der das Kalkül der Natur neu schrieb. Ein Extremjahr, das die 119 Parzellen des Pessac-Léognan Grand Cru Classé auf die Probe stellte – und sie bestanden mit Bravour. Wenn die Winzer von Léognan im September 2025 in ihre Weinberge blickten, sahen sie ein Paradoxon: kleinste Trauben, die je an den Reben hingen – und ein Lächeln auf den Gesichtern der Geologen. Denn was zunächst wie Katastrophe aussah, entpuppte sich als Meisterstück des Terroirs.
Der Jahrgang 2025 wird in die Annalen des Bordeaux als einer der extremsten der jüngeren Geschichte eingehen. Ein Frühling, der mit späten Märzfrösten begann und in einen trockenen, frühen Austrieb mündete. Ein Sommer, der fast regenlos verbrannte und kleine, konzentrierte Beeren hervorbrachte. Doch genau in diesen widrigen Bedingungen zeigt sich die wahre Stärke eines Terroirs – und Parzellen von Carbonnieux haben sich erneut bewährt
.
Die Blüte verlief schnell und gleichmäßig Mitte Mai, gefolgt von Hitze ab Juni. Der extrem heiße, fast regenlose Sommer produzierte kleine Beeren, reich an Substanz und Aromen. Regenfälle Mitte Juli ermöglichten eine vollständige und schnelle Veraison über alle Parzellen hinweg. Die geringe Erntemenge und die extremen Bedingungen beschleunigten die Reife, erforderten jedoch schnelle organisatorische Anpassungen von den Teams
.
Die Lese der roten Trauben erfolgte von 5. bis 24. September 2025 – manuell, präzise, in kleinen Kisten. Die Gärung in temperaturgeregelten Edelstahltanks dauerte 10 Tage, gefolgt von einer 15-tägigen Post-Fermentations-Mazeration. Insgesamt 25 Chargen wurden separat vinifiziert, bevor die finale Assemblage die Cuvée formte.
Die Cuvée 2025 spiegelt die neue Carbonnieux-Philosophie wider: Weniger Neuholz, mehr Terroir-Ausdruck. Mit nur 20% neuen Fässern (gegenüber früher 100%) und einer moderaten Reifedauer von 14 Monaten steht die Frucht und die mineralische Eleganz im Vordergrund – nicht die Eiche.
Verkostungsnotiz:
Tiefes Granat-Purpur mit leuchtendem Kern und violetten Randreflexen. Dichte, fast opake Farbkonzentration, die die geringen Erträge und die kleinen Beeren des Jahrgangs widerspiegelt. Das Bukett entfaltet sich zunächst zurückhaltend, öffnet sich dann jedoch zu einem komplexen Zusammenspiel aus reifen schwarzen Johannisbeeren, dunklen Kirschen, Pflaumenkompott und feinen Noten von Zedernholz, Tabakblatt und Graphit. Subtile Untertöne von Lakritz, getrockneten Kräutern und einem Hauch Rauch verleihen der Nase zusätzliche Tiefe. Mit zunehmender Belüftung zeigen sich Nuancen von Veilchen, Erdbeermarmelade und gerösteten Kaffeebohnen – die typische Handschrift des kiesigen Terroirs von Léognan.
Am Gaumen präsentiert sich der 2025er als mittel- bis vollmundig, mit einer Textur, die überraschend seidig und feminin wirkt für einen Jahrgang dieser Intensität. Die Tannine sind fein und perfekt integriert, die Säure lebendig und präzise – ein Balanceakt, der nur in den besten Parzellen von Pessac-Léognan gelingt. Die Frucht ist konzentriert, aber niemals überladen, getragen von einer salzigen, mineralischen Rückgratstruktur, die das Finale überdurchschnittlich lang erscheinen lässt.
Der Abgang ist rein, elegant und von erstaunlicher Frische, mit Noten von dunkler Schokolade, gerösteten Mandeln und einem Hauch Pfeffer. Ein Wein, der bereits in der Jugend Zugänglichkeit verspricht, aber das Potenzial für zwei Jahrzehnte Reifung mitbringt.
Der Château Carbonnieux 2025 verkörpert die moderne Interpretation eines klassischen Pessac-Léognan: Kraft ohne Schwere, Eleganz ohne Leichtigkeit. Ein Jahrgang, der die Extreme des Klimas in terroirtypische Finesse transformiert – und damit die DNA des Gutes aufs Schönste bestätigt.
Speiseempfehlungen:
Der 2025er ist ein vielseitiger Begleiter, der sowohl kräftige als auch feine Küche meistert:
Klassische Paarungen
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Gegrilltes Entrecôte mit Kräuterbutter und Pommes Sarladaises – die Tannine greifen das Fett auf, die Frucht harmoniert mit den Röstaromen
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Lammkarree mit Rosmarin-Knoblauch-Kruste und Ratatouille – mediterrane Eleganz trifft auf bordelesische Struktur
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Rehkeule in Rotweinsauce mit Preiselbeeren und Spätzle – die würzigen Noten des Wilds spiegeln die Unterholzaromen des Weins
Moderne Interpretationen
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Gebratene Entenbrust mit Orangen-Zimt-Reduktion und Süßkartoffelpüree – die Süße der Sauce hebt die Frucht hervor
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Rinderbäckchen mit Trüffeljus und Selleriepüree – 24 Stunden geschmort, perfekt für die Tannin-Struktur
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Gegrillter Thunfisch mit Pfefferkruste und Balsamico-Reduktion – überraschend, aber die mineralische Tiefe des Terroirs trägt
Käse & Finale
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Gereifter Comté (36 Monate) oder Mimolette – die Nussaromen des Käses spiegeln die holzigen Nuancen des Weins
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Blauschimmelkäse (Roquefort, Fourme d'Ambert) – der salzige Schimmel kontrastiert die Frucht auf köstliche Weise
Zum Winzer - Chateau Carbonnieux
Serviertemperatur: 16-18 °C nach 1-2 Stunden Dekantation
Alkoholgrad: 14,0% vol
Allergene: enthält Sulfite
Abfüller: Erzeuger Château Cabonnieux, Chemin de Peyssardet, 33850 Léognan, France