Larcis Ducasse

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Château Larcis Ducasse – Saint-Émilion 1er Grand Cru Classé B

Vom Underdog zum Premier Cru: Die größte Überraschung der Saint-Émilion-Klassifikation 2012

Wenn die Geschichte des Bordeaux-Lehrbüchern eine Lektion erteilt, dann die, dass großes Terroir nicht automatisch große Weine hervorbringt. Château Larcis Ducasse ist der vielleicht eindringlichste Beweis dafür – und zugleich die inspirierendste Wende. Ein Gut, das seit dem 16. Jahrhundert existierte, das im 18. Jahrhundert bereits zu den begehrtesten Weinen der Region zählte und das dennoch Jahrzehnte lang als Underperformer galt, bis ein Mann aus der berühmten Thienpont-Dynastie den Schlüssel zu seinem Potenzial fand
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Die Klassifikation von 2012 sollte in die Geschichte von Saint-Émilion eingehen als das Jahr, in dem Château Pavie und Château Angélus zum Premier Grand Cru Classé A erhoben wurden. Doch für Kenner war eine andere Promotion mindestens ebenso bemerkenswert: Die Erhebung von Larcis Ducasse vom Grand Cru Classé zum Premier Grand Cru Classé B – nur zehn Jahre, nachdem Nicolas Thienpont das Management übernommen hatte Robert Parker, der einflussreichste Weinkritiker seiner Zeit, hatte das Gut 2003 noch als „durchweg solide, aber meist unbeeindruckend“ beschrieben – ein Underachiever trotz exzellenten Terroirs. Die Wende kam 2002, als die Gratiot-Alphandéry-Familie, die das Gut seit 1893 besitzt, Nicolas Thienpont – Cousin von Alexandre Thienpont (Vieux Château Certan) und Jacques Thienpont (Le Pin) – als Manager engagierte
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Vom Seefahrer-Erben zum Weinpatriarchen: 130 Jahre Familie Gratiot

Die Geschichte von Larcis Ducasse beginnt nicht mit Weinbauern, sondern mit Seeleuten und Kaufleuten. 1893 erwarb Henri Raba, ein direkter Nachkomme einer bedeutenden Bordeaux-Schifffahrts- und Handelsfamilie, die seit dem 18. Jahrhundert in der Stadt ansässig war, das Gut. Sein Engagement war leidenschaftlich und finanziell erheblich: Er investierte einen Großteil seines Vermögens in die Terrassenweinberge und rüstete das Gut mit modernster Kellertechnik aus
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Sein Sohn André übernahm 1925, starb jedoch kinderlos während des Zweiten Weltkriegs. 1941 erbte seine Nichte Hélène Gratiot Alphandéry das Anwesen und führte es gemeinsam mit Kellermeister Pharaon Roche. Ihr Sohn Jacques-Olivier Gratiot, gleichzeitig Direktor bei L'Oréal und Mitglied der Jura de de Saint-Émilion, übernahm 1990 die Geschäftsführung. Doch trotz der langen Familientradition blieb das Potenzial des Terroirs weitgehend ungenutzt. Erst die Partnerschaft mit Nicolas Thienpont und seinem technischen Direktor David Suire, unterstützt von den Beratern Stéphane Derenoncourt und Julien Lavenu, entfachte die wahre Revolution
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Das Terroir: Ein Garten, abseits der Welt

Die 11 Hektar Weinberge von Larcis Ducasse bilden seit 1893 einen einzigen, ungeteilten Block – eine Seltenheit in der zersplitterten Landschaft von Saint-Émilion. Das Gut liegt eingebettet in die Côte de Pavie, die südexponierte Steillage direkt am Fuße des berühmten Kalkstein-Plateaus, Nachbar von Château Pavie und Château Pavie Decesse. David Suire, der technische Direktor, beschreibt das Terroir mit einer poetischen Präzision: „Es gibt viele Quellen unter dem Plateau. Wir haben einige der kühlesten Böden der Appellation“. Diese kühlen, wasserspeichernden Böden aus Kalkstein und Ton – in manchen Parzellen mit blauem Lehm unter der Kalksteinschicht – sind der geheime Schatz des Gutes, besonders in Hitzejahren
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Die Weinberge sind in drei geologische Zonen unterteilt:

- 70% Côte Pavie: Steile Südhangterrassen (bis 25% Gefälle), Boden: Kalkstein-Lehm-Mischung, blauer Lehm

- 15% Plateau: Kalkstein-Plateau direkt neben Pavie, Boden: Hartkalkstein (calcaire à astéries)

- 15% Pied de Côte: Fuß des Hanges, sanftes Gefälle (2-5%), Sandig-lehmige Mischung

Diese „Millefeuille“ aus verschiedenen Böden – eine Schichtung aus Kalkstein und Ton mit wechselnden Verhältnissen – erlaubt dem Gut eine parzellenspezifische Vinifikation von bemerkenswerter Feinheit.


Die Rebsorten: Merlots Dominanz, Cabernet Francs Aufstieg

Die Weinberge waren traditionell mit 85 % Merlot und 15 % Cabernet Franc bestockt. Doch unter der Thienpont-Regie hat sich eine subtile, aber bedeutsame Verschiebung vollzogen. Aktuelle Pflanzungen tendieren zu 83 % Merlot und 17 % Cabernet Franc und die Tendenz zeigt leicht aufwärts für den Cabernet Franc – eine Entwicklung, die der klimatischen Herausforderung Rechnung trägt und dem Wein zusätzliche Frische und strukturelle Komplexität verleiht. Besonders wertvoll sind die 65 Jahre alten Merlot-Reben auf der Côte Pavie – kleine, konzentrierte Trauben mit süßem Saft und knackigen, toastigen Kernen ohne Bitterkeit. Die Rebdichte liegt mit 8.888 Rebstöcken pro Hektar vergleichsweise hoch, was für niedrigere Erträge und höhere Konzentration sorgt
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Die Vinifikation: Wenn Wissen in Tun übergeht

„Wissen ist das eine, Tun das andere“ – dieses Motto durchzieht die Arbeit bei Larcis Ducasse seit 2002. Nicolas Thienpont und David Suire begannen mit umfangreichen Boden- und Weinbergstudien, um die Bedürfnisse des Terroirs zu verstehen und die Praktiken darauf abzustimmen. Die Lese erfolgt nicht nur parzellenweise, sondern individuell nach Reben innerhalb der Parzellen – ein Game-Changer, der sicherstellt, dass nur Trauben optimaler Reife in die Kellerei gelangen. Die Trauben werden von Hand gelesen, streng selektiert und in kleinen Kisten transportiert. Die Vinifikation erfolgt ausschließlich in Beton- und Holztanks – keine Edelstahlgefäße. Die Gärung dauert etwa vier Wochen, der Ausbau des Grand Vin über 12 bis 18 Monate in 50 % neuen französischen Eichenfässern
.2010 wurde mit Les Songes de Larcis Ducasse ein Zweitwein eingeführt, der die Qualität des Grand Vin zusätzlich schärft. Ein besonderes Merkmal: Der komplette Neubau der Kellerei, der die parzellenspezifische Arbeit noch präziser macht.


Besonderheiten, die Larcis Ducasse auszeichnen

  1. Die schnellste Premier-Cru-Aufstieg: Von der Engagierung Thienponts (2002) zur Erhebung zum Premier Grand Cru Classé B (2012) vergingen nur zehn Jahre – ein Rekord in der Geschichte der Saint-Émilion-Klassifikation..
  2. Thienpont-Dynastie: Nicolas Thienpont ist Teil einer der einflussreichsten Weinfamilien des rechten Ufers – Alexandre (Vieux Château Certan) und Jacques (Le Pin) sind seine Cousins. Dieses Netzwerk an Expertise und Erfahrung fließt direkt in Larcis Ducasse ein..
  3. Einheitlicher Weinbergblock: Die 11 Hektar bilden seit 1893 einen einzigen, ungeteilten Block – eine Kontinuität, die sich in der Homogenität und Terroir-Ausprägung der Weine widerspiegelt..
  4. Kühle Böden in einer heißen Welt: Die Quellen unter dem Plateau und die wasserspeichernden Kalkstein-Ton-Böden sind ein natürlicher Vorteil in Zeiten des Klimawandels. .
  5. Massal-Selektion: Die Neuanpflanzungen erfolgen durch Massenselektion aus den eigenen Rebstöcken, was die genetische Vielfalt und die Terroir-Anpassung der Reben bewahrt..
  6. Beton- und Holzvinifikation: Der Verzicht auf Edelstahl zugunsten von Beton und Holz ermöglicht eine sanftere, terroir-nähere Gärung und Ausbau
    .

Servierempfehlung und Lagerfähigkeit

Die Rotweine von Château Larcis Ducasse sind für ihre beeindruckende Lagerfähigkeit bekannt, entfalten aber auch in jungen Jahren bereits erstaunliche Komplexität. Der Grand Vin sollte mindestens 5-8 Jahre reifen, kann aber problemlos 20-30 Jahre gelagert werden. Vor dem Genuss empfiehlt sich eine Dekantation von etwa einer bis zwei Stunden, um das volle Aromaspektrum zu entfalten. Serviertemperatur: 16-18 °C.
Als kulinarische Begleiter eignen sich gegrilltes rotes Fleisch, Lammkarree mit Kräuterkruste, geschmorte Short Ribs, Wildgerichte und gereifter Hartkäse besonders gut . Die frischen, mineralischen Noten harmonieren auch mit herzhaften Pilzgerichten und kräftigen Eintöpfen.


Fazit

Château Larcis Ducasse ist die Geschichte eines Gutes, das sein Potenzial fast zwei Jahrhunderte lang verborgen hielt, bis das richtige Team den Schlüssel fand. Die Kombination aus historischem Erbe (Gratiot-Familie seit 1893), visionärer Leitung (Nicolas Thienpont seit 2002), außergewöhnlichem Terroir (Côte de Pavie, kühle Kalkstein-Ton-Böden) und akribischer Weinbereitung (individuelle Reben-Selektion, Betonvinifikation) macht diesen Premier Grand Cru Classé B zu einem der faszinierendsten Weine des rechten Bordeaux-Ufers.

Die Weine bieten ein hervorragendes Preis-Leistungs-Verhältnis für einen Premier Cru – besonders im Vergleich zu den „A“-Klassifizierten Pavie und Angélus – und sind sowohl für den mittelfristigen Genuss als auch für die langfristige Kellerreifung bestens geeignet. Wer Saint-Émilion in seiner terroirgetreuesten, elegantesten Form erleben möchte, findet hier einen der charaktervollsten und authentischsten Vertreter der Appellation.


Hier geht es zum Video von Chateau Larcis Ducasse:



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