Gruaud Larose

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Château Gruaud-Larose – Saint-Julien 2ème Grand Cru Classé 1855

Vom Fahnenmast zum Storch: 300 Jahre königliche Weintradition

Château Gruaud-Larose trägt ein Motto, das so kühn ist wie seine Geschichte: „Le Roi des Vins, le Vin des Rois" – Der König der Weine, der Wein der Könige. Diese königliche Prädikation stammt nicht aus moderner Marketingabteilung, sondern aus der Zeit, als der Wein tatsächlich an europäische Höfe geliefert wurde. Und wer heute die Flasche in die Hand nimmt, findet auf dem Etikett nicht nur diesen Wahlspruch, sondern seit 2022 auch zwei Störche – ein Symbol für den Beginn der biologischen Zertifizierung

Die Geschichte beginnt 1725 mit Joseph Stanislas Gruaud, einem Ritter, der das Land unter dem Namen Fond-Bedeau bewirtschaftete. Der Magistrat und Priester Gruaud führten das Gut gemeinsam, doch erst 1778 – nach dem Tod des Chevaliers – erhielt es seinen heutigen Namen, als Joseph Sébastien de La Rose die Parzelle erbte und sie mit seinem Namen vereinte. Die 1855er Klassifikation krönte das Gut als 2ème Grand Cru Classé, doch der wahre Höhepunkt sollte erst über 150 Jahre später folgen. Ein amüsanter historischer Fakt: Der exzentrische Gruaud errichtete 1740 einen Turm, von dem aus er Fahnen hisste – nicht als Wetterfahne, sondern als stolze Anzeige der Nationalitäten seiner jüngsten Kunden. Ein frühes Beispiel für globales Marketing, das die Nachbarn in Saint-Julien sicherlich neidisch beobachteten
.

Vom Zersplittern zur Wiedergeburt: Die vier Familiendynastien

Die Geschichte von Gruaud-Larose ist geprägt von Zersplitterung und Wiedervereinigung. Nach 1867 wurde das Gut in zwei Entitäten aufgeteilt: Gruaud-Larose-Sarget und Gruaud-Larose-Faure. Erst die Familie Cordier kaufte 1917 den Sarget-Teil und 1935 den Faure-Teil und vereinte das Gut wieder – mitten in der großen Cordier-Weinimperiums, das auch Château Lafaurie-Peyraguey und Château Talbot umfasste.
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Doch die Moderne brachte neue Herausforderungen. 1983 erwarb die Compagnie de Suez das Gut, 1993 folgte Alcatel-Alsthom – Unternehmen, die Wein als Finanzanlage sahen, nicht als Leidenschaft. Arnaud Frédéric, der langjährige Vertriebsdirektor, erinnert sich: „Von 1983 bis 1990 wurde das Gut nur als Investition behandelt. Jede Investition floss in Schloss und Keller, aber sie vergaßen den Weinberg!". Die Wende kam 1997, als Jacques Merlaut mit seiner Taillan Group das Gut erwarb. Die Merlauts begannen eine radikale Restrukturierung: Fast 50 % der Weinberge wurden neu angepflanzt, moderne Kellertechnik installiert, und – entscheidend – eine langfristige Familienperspektive etabliert. Heute führt Nicolas Sinoquet als CEO das Gut, begleitet von Virginie Sallette als technische Direktorin – ein Team, das die jüngste Metamorphose vollzogen hat
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Das Terroir: 82 Hektar kiesige Perfektion westlich von Beychevelle

Die 82 Hektar Weinberge von Gruaud-Larose liegen auf einem kiesreichen Plateau westlich von Château Beychevelle – einem der begehrtesten Terroirs des Médoc. Die Böden bestehen aus Garonne-Kies aus dem Quartär, vor über 600.000 Jahren abgelagert, über einem tonig-kalkhaltigen Unterboden. Diese geologische Formation ist der Schlüssel zum Gruaud-Stil: Die Kiesablagerungen garantieren exzellente Drainage und Wärmespeicherung, während der tonige Untergrund Wasserreserven für Trockenperioden bietet. Das Ergebnis ist ein Wein von natürlicher Konzentration und mineralischer Tiefe, der selbst in schwierigen Jahrgängen seine Eleganz bewahrt.


Die Rebsortenverteilung hat sich in den letzten Jahren dramatisch verschoben:

- Cabernet Sauvignon: 64–83% und steigend (Klimawandel-Anpassung

- Merlot: 12-17% und leicht sinkend

- Cabernet Franc: 2-4 stabil bleibend

- Petit Verdot: 0-5% selektiv je nach Jahrgang

Besonders bemerkenswert ist der extrem hohe Cabernet-Sauvignon-Anteil in jüngeren Jahrgängen: Der 2022er erreichte 83 % Cabernet Sauvignon – ein klares Statement für strukturierte, lagerfähige Weine in Zeiten des Klimawandels . Die Reben haben ein durchschnittliches Alter von 48 Jahren, was für außergewöhnliche Komplexität und Wurzeltiefe sorgt


Die Vinifikation: Vier Sortierstufen und die Hagelkanone

Die Weinbereitung bei Gruaud-Larose ist von akribischer Präzision geprägt. Die Lese erfolgt von Hand, gefolgt von vier Ebenen der Sortierung – darunter eine optische Sortierung, die nur perfekte Trauben passieren lässt. Die Gärung findet in abgestuften Holzgefäßen (truncated wooden vats) statt, die eine sanfte Extraktion ermöglichen. Der Ausbau des Grand Vin erfolgt über 18 Monate in französischen Eichenfässern, wobei der Anteil neuer Barriques je nach Jahrgang zwischen 60 % und 95 % variiert . Besonders der 2022er reifte in 95 % neuen Fässern – ein Zeichen des Selbstvertrauens der Kellerei in die Rohstoffqualität
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Ein ungewöhnliches Merkmal des Gutes: Gruaud-Larose besitzt eine Hagelabwehrkanone. Wenn Radarsysteme herannahende Hagelstürme erkennen, sendet die Kanone Schallwellen aus, die die Eiskristalle zertrümmern oder ganz verhindern – ein futuristisches Schutzschild für die kostbaren Reben. Seit 2019 befindet sich das Gut in biologischer Umstellung, und der Jahrgang 2022 war der erste mit vollständiger Bio-Zertifizierung – daher die zwei Störche auf dem Etikett
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Die Weine im Glas: Von der rustikalen Vergangenheit zur eleganten Zukunft

Château Gruaud-Larose Rouge – Der Grand Vin

Lange Zeit galt Gruaud-Larose als „robuster Arbeitspferd-Claret" – tannisch, rustikal, fast skelettartig in schwächeren Jahrgängen. Die Kritiker waren unerbittlich: Robert Parker vergab den meisten 1990er-Jahrgängen zwischen 82 und 89 Punkte, und die Jahre 2002–2007 erreichten kaum 90 Punkte

Doch die Merlaut-Ära hat dieses Bild grundlegend verändert. Die jüngsten Jahrgänge zeigen eine bemerkenswerte Metamorphose:
  • 2024: „Blumen, Boysenbeeren, Himbeeren und Zigarrenkisten-Aromen. Hell, mit Noten von Schokolade, Kirschen, Johannisbeeren, Gewürzen, Mocca und erfrischendem Minz-Touch" – 93 Punkte (Wine Cellar Insider)
  • 2023: „Tabakblatt, Zeder, rote und schwarze Johannisbeeren, nasse Erde, Rauch und Brombeeren im Bukett. Hell, frisch, saftig, klassisch, fest, knackig – ein moderner Klassiker mit Lift und Präzision" – 94 Punkte (Wine Cellar Insider)
  • 2022: „Tabak, Zigarrenhüllen, Lakritz, Gewürze, Blumen, Brombeeren und Johannisbeeren. Konzentriert, reich, dicht, aber verfeinert, rund und saftig. Vibrant, energiegeladen, lang und frisch – trotz all des Gewichts" – 96 Punkte (Wine Cellar Insider), 94-96 Punkte (Wine Advocate), 96 Punkte (Vinous)
  • 2021: „Klassisch, fest, hell, knackig und fast rassig. Rote Johannisbeeren, Brombeeren und Kirschen mit pfeffriger Kante. Der Abgang ist knackig, körnig und fest" – 93 Punkte
  • 2018: „Tiefe Farbe, nasse Waldböden, Zigarrenkisten, Lakritz, Gewürze, Blumen und Johannisbeeren. Konzentriert, reich und dicht, aber verfeinert, rund und saftig" – 95-97 Punkte


Sarget de Gruaud-Larose – Der Zweitwein

Der Zweitwein, benannt nach dem Baron Sarget, einem frühen Besitzer, ist für den früheren Genuss konzipiert. Er bietet die typische Gruaud-Frucht in zugänglicherer Form und ist bereits wenige Jahre nach der Abfüllung ein Genuss
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Besonderheiten, die Gruaud-Larose auszeichnen

  1. 300-jährige Kontinuität: Nur vier Familien haben das Gut in fast drei Jahrhunderten geführt – eine außergewöhnliche Kontinuität für Bordeaux..
  2. Königliches Motto: „Le Roi des Vins, le Vin des Rois" – ein historischer Anspruch, der bis heute das Etikett ziert..
  3. Hagelabwehrkanone: Eines der wenigen Güter weltweit mit aktivem Hagel-Schallschutzsystem..
  4. Bio-Störche: Die zwei Störche auf dem Etikett seit 2022 signalisieren den Beginn der biologischen Zertifizierung..
  5. Merlaut-Metamorphose: Die radikale Qualitätssteigerung seit 1997 gilt als eine der erfolgreichsten Gut-Renaissances des modernen Bordeaux..
  6. Vierfache Sortierung: Inklusive optischer Sortierung – nur die perfektesten Trauben gelangen in den Grand Vin..
  7. Historische Jahrgänge: Die 1961er, 1982er und 1986er gelten als legendäre Bordeaux von nahezu Premier-Cru-Qualität.
    .

Servierempfehlung und Lagerfähigkeit

Château Gruaud-Larose ist ein Wein der Langstrecke. Der Grand Vin sollte mindestens 8-12 Jahre reifen, entfaltet sein volles Potenzial aber erst nach 15-25 Jahren. Die besten Jahrgänge (2009, 2015, 2016, 2018, 2022,2025) können problemlos 30-40 Jahre gelagert werden
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Serviertemperatur: 16-18 °C nach 1-2 Stunden Dekantation für junge Jahrgänge, ältere Weine profitieren von sanfter Belüftung zur Sedimentabscheidung.
Als kulinarische Begleiter eignen sich Lammkarree mit Kräuterkruste, gegrilltes Entrecôte, geschmorte Short Ribs, Wildgerichte (Reh, Hirsch), Trüffelrisotto und gereifter Hartkäse (Comté, Beaufort).

Fazit

Château Gruaud-Larose ist die Geschichte einer Wiedergeburt. Von den Fahnenmasten des exzentrischen Ritter Gruaud über die königliche Prädikation, die Zersplitterung des 19. Jahrhunderts, die Investoren-Ära des späten 20. Jahrhunderts bis zur Merlaut-Renaissance – dieses Gut hat mehr Transformationen durchlaufen als fast jeder andere Bordeaux-Zweite.
Heute steht Gruaud-Larose für elegante, präzise Saint-Julien-Weine, die ihre rustikale Vergangenheit hinter sich gelassen haben. Die Kombination aus historischem Erbe (300 Jahre, vier Familien), modernster Kellertechnik (vierfache Sortierung, Hagelkanone), ökologischer Vision (Bio-Zertifizierung 2022) und der unverwechselbaren Handschrift von Virginie Sallette macht diesen 2ème Cru Classé zu einem der aufregendsten Erfolgsgeschichten des Médoc.
Die Weine bieten ein hervorragendes Preis-Leistungs-Verhältnis für ihre Klassifikation – besonders im Vergleich zu den Premier Crus – und sind sowohl für den mittelfristigen Genuss als auch für die langfristige Kellerreifung bestens geeignet. Wer Saint-Julien in seiner modernsten, energiegeladensten Form erleben möchte, findet hier einen der charaktervollsten Vertreter der Appellation.


Technische Daten: Chateau Gruaud Larose

Rebfläche: 82 ha , Rebenalter: 49 Jahre. Rebsatz: Cabernet Sauvignon 70%, Merlot 20%, Cabernet Franc 7%, Petit Verdot 3%. Durchschnittliche Jahresproduktion: 300 000 Flaschen Durchschnittlicher Ertrag: 53.1 hl/ha Vinifikation und Ausbau: 21 bis 35-tägige temperaturgeregelte Gärung und Maischung, 16 bis 18-monatiger Ausbau in zu 50% neuen Eichenfässern.

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