Pfalz, 750ml
Trinkreife: 2026-2036
Der Sekthaus Krack 2023 Rosé brut zeigt eindrucksvoll, wie eigenständig und anspruchsvoll moderner deutscher Rosé-Sekt heute sein kann. Die Cuvée aus Pinot Noir und Pinot Meunier verbindet die saftige Frucht roter Burgundersorten mit einer präzisen Säurestruktur, feiner Perlage und einer zurückhaltenden Dosage von lediglich 4 g/l. Das Ergebnis ist kein vordergründig fruchtiger Rosé-Sekt, sondern ein vielschichtiger, ausgesprochen gastronomischer Jahrgangssekt mit Frische, Substanz und klarer Handschrift.
Das Sekthaus Krack in Deidesheim zählt zu jener jungen Generation deutscher Sekterzeuger, die den gesamten Herstellungsprozess vom Grundwein bis zum Degorgement konsequent auf Qualität ausrichtet. Anna und Christian Krack verstehen Sekt nicht als Nebenprodukt des Weinbaus, sondern als eigenständige Disziplin. Früh gelesene Trauben, schonende Pressung, spontan vergorene Grundweine, der Ausbau in unterschiedlichen Gebinden und die traditionelle Flaschengärung bilden das Fundament der charaktervollen Krack-Sekte.
Beim Rosé brut 2023 steht die Verbindung von saftiger Pinot-Frucht und animierender Frische im Mittelpunkt. Pinot Noir liefert Struktur, feine rote Frucht und eine dezente Würze, während Pinot Meunier die Cuvée mit Zugänglichkeit, Fruchtausdruck und geschmeidiger Fülle ergänzt. Trotz seiner offenen Frucht bleibt der Sekt präzise, trocken und angenehm unaufdringlich.
Verkostungsnotiz
Im Glas präsentiert sich der Krack Rosé brut 2023 in einem klaren, hellen Lachsrosa mit zarten kupferfarbenen Reflexen. Die feine, gleichmäßige Perlage steigt lebendig im Glas auf und verleiht dem Sekt bereits optisch einen eleganten und präzisen Eindruck.
Das Bouquet öffnet sich mit saftigen Aromen von roten Johannisbeeren, Himbeeren und frischen Walderdbeeren. Dahinter zeigen sich Hagebutte, weißer Pfirsich und ein Hauch reifer Grapefruit. Mit etwas Luft treten feinere Noten von Orangenzeste, getrockneten Kräutern und eine dezent hefige Würze hinzu. Die Aromatik wirkt klar und natürlich, ohne in eine süßlich-konfitürige Richtung abzudriften.
Am Gaumen besitzt der Rosé brut einen saftigen Auftakt mit reifer roter Frucht und einer feinen, cremig wirkenden Perlage. Die Fruchtfülle wird von einer lebendigen, aber gut eingebundenen Säure aufgefangen. Dadurch entsteht ein spannendes Wechselspiel zwischen Himbeere, roter Johannisbeere, Grapefruit und einer leicht herben Note, die an die Schale roter Beeren erinnert.
Im weiteren Verlauf gewinnt der Sekt an Kontur und zeigt eine subtile salzige Mineralität. Die Dosage von nur 4 g/l bleibt geschmacklich vollständig im Hintergrund und dient vor allem dazu, Frucht, Säure und Struktur miteinander zu verbinden. Der Nachhall ist trocken, frisch und erstaunlich lang. Rote Beeren, Zitruszeste und eine feine Würze bleiben am Gaumen zurück und regen unmittelbar zum nächsten Schluck an.
Herstellung und Ausbau
Die Grundlage des Sekthaus Krack 2023 Rosé brut bilden Pinot Noir und Pinot Meunier aus der Pfalz. Die Trauben wurden bewusst früh gelesen, um eine ausreichende natürliche Säure und die für hochwertigen Sekt notwendige Frische zu bewahren. Nach der schonenden Pressung vergoren die Grundweine spontan mit den natürlichen Hefen.
Der Ausbau erfolgte in einer Kombination aus Edelstahl und unterschiedlichen Holzfässern. Edelstahl bewahrt die klare, präzise Frucht, während der Ausbau im Holz dem Grundwein zusätzliche Struktur, Textur und aromatische Tiefe verleiht. Das Holz steht dabei nicht geschmacklich im Vordergrund, sondern unterstützt die Substanz und den komplexeren Aufbau des späteren Sektes.
Nach der Tirage im Juli 2024 begann die zweite Gärung in der Flasche. Es folgte eine längere Reifezeit auf der Hefe, während der sich die Perlage verfeinerte und die einzelnen Bestandteile der Cuvée harmonisch miteinander verbanden. Im April 2026 wurde der Sekt degorgiert und mit einer sehr zurückhaltenden Versanddosage auf 4 g/l Restzucker eingestellt.
Diese niedrige Dosage verleiht dem Rosé brut seine trockene und präzise Ausrichtung. Gleichzeitig besitzt der Jahrgang ausreichend Fruchtsubstanz, sodass der Sekt weder karg noch hart erscheint. Vielmehr entsteht eine gelungene Balance aus saftiger Pinot-Frucht, lebendiger Säure, feiner Hefetextur und mineralischer Frische.
Der Jahrgang 2023
Der Jahrgang 2023 bringt beim Rosé brut eine besonders offene, saftige und unmittelbar zugängliche Frucht hervor. Im Vergleich zu einem lange gereiften, stärker von Hefe- und Reifearomen geprägten Sekt steht hier die lebendige Verbindung von roten Beeren, Zitrusfrische und feiner Würze im Vordergrund.
Dabei fehlt es dem 2023er keineswegs an Tiefe. Der sorgfältige Ausbau der Grundweine und die längere Flaschenreife verleihen ihm eine feine Textur und genügend Substanz, um über den Charakter eines einfachen Aperitif-Sektes deutlich hinauszugehen. Er präsentiert sich bereits jetzt sehr harmonisch, besitzt aber zugleich genügend Struktur für eine weitere Entwicklung in der Flasche.
Trinkempfehlung und Lagerpotenzial
Der Sekthaus Krack 2023 Rosé brut ist bereits jetzt sehr gut zu trinken. Seine offene rote Frucht, die feine Perlage und die harmonisch eingebundene Säure machen ihn unmittelbar zugänglich. Nach dem Öffnen sollte man ihm einige Minuten im Glas geben, damit sich neben der primären Beerenfrucht auch die feineren würzigen und hefigen Nuancen entwickeln können.
In den kommenden Jahren dürfte die Frucht etwas zurücktreten und sich stärker mit den Hefenoten verbinden. Dabei können zusätzliche Aromen von getrockneten roten Beeren, Blutorange, Gebäck und feinen Gewürzen entstehen. Wer die frische, saftige und besonders animierende Seite des Sektes bevorzugt, sollte ihn jung genießen. Eine Lagerung von ungefähr drei bis fünf Jahren ist unter guten Bedingungen dennoch problemlos möglich.
Die ideale Serviertemperatur liegt bei 8 bis 10 °C. Ein mittelgroßes Weißweinglas ist einer schmalen Sektflöte vorzuziehen, da sich die komplexe Frucht und die würzigen Aromen darin wesentlich besser entfalten können.
Speiseempfehlung
Dank seiner Verbindung aus roter Frucht, trockener Stilistik und feiner Struktur ist der Krack Rosé brut 2023 ein ausgesprochen vielseitiger Speisenbegleiter. Als Aperitif harmoniert er hervorragend mit kleinen salzigen Vorspeisen, luftgetrocknetem Schinken, mildem Salami, gerösteten Mandeln oder Blätterteiggebäck.
Besonders überzeugend ist die Kombination mit Lachs und Thunfisch. Gebratener oder leicht geräucherter Lachs greift die saftige Frucht und die dezente Würze des Sektes auf, während seine Säure die Fettigkeit des Fisches ausgleicht. Auch Tataki vom Thunfisch, Lachstatar oder Sashimi mit einer nicht zu scharfen Würzung passen ausgezeichnet.
Zu Geflügel empfiehlt sich der Rosé brut beispielsweise zu gebratener Entenbrust, rosa gebratener Taube oder Hähnchen mit mediterranen Kräutern. Dabei besitzt er genügend Struktur, um auch etwas kräftigere Aromen zu begleiten, ohne die Speise zu überdecken. Ebenfalls reizvoll ist die Verbindung mit asiatisch inspirierten Gerichten, sofern deren Schärfe nicht zu dominant ausfällt. Teriyaki-Lachs, Sesamhähnchen oder gebratene Garnelen mit Ingwer sind besonders passende Kombinationen.
Auch zu vegetarischen Gerichten bietet der Sekt zahlreiche Möglichkeiten. Gegrillte Paprika, Tomatentarte, Rote Bete, Pilzgerichte oder ein Salat mit Ziegenkäse greifen entweder seine Frucht, seine erdige Würze oder seine lebendige Säure auf. Zu Käse passen vor allem milde bis mittelkräftige Sorten wie Brie, Camembert, junger Comté oder cremiger Ziegenkäse.
Bei Desserts sollte die Süße bewusst zurückhaltend bleiben. Eine Tarte mit Himbeeren, Erdbeeren oder roten Johannisbeeren kann sehr gut funktionieren, wenn sie nur mäßig gesüßt ist. Stark zuckerhaltige Nachspeisen würden den trockenen Charakter des Sektes hingegen unnötig streng erscheinen lassen.
Fazit
Der Sekthaus Krack 2023 Rosé brut ist ein anspruchsvoller und dennoch ausgesprochen zugänglicher Rosé-Sekt aus der Pfalz. Die Cuvée aus Pinot Noir und Pinot Meunier verbindet saftige rote Beeren, Grapefruit und feine Würze mit einer lebendigen Säure, eleganten Perlage und dezent salziger Mineralität.
Die spontane Vergärung, der differenzierte Ausbau in Holz und Edelstahl, die traditionelle Flaschengärung und die niedrige Dosage von nur 4 g/l verleihen dem Sekt eine klare handwerkliche Prägung. Er funktioniert hervorragend als hochwertiger Aperitif, besitzt aber zugleich genügend Tiefe und Struktur, um ein vollständiges Menü zu begleiten. Ein charaktervoller deutscher Rosé-Sekt mit großer Trinkfreude und unverkennbarer Krack-Handschrift.
Abfüller: Erzeuger Sekthaus Krack, Heumarktstraße 20. 67146 Deidesheim, Germany.



