Chauvin

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Château Chauvin – Saint-Émilion Grand Cru Classé

Vom Corbin-Fief zur Cazes-Dynastie: 500 Jahre Weinbau im Schatten von Cheval Blanc

Wer die berühmten Namen des westlichen Saint-Émilion aufzählt – Cheval Blanc, Figeac, La Dominique – sollte unbedingt einen vierten hinzufügen: Château Chauvin. Denn dieses Gut ist nicht nur geographisch der direkte Nachbar dieser Premier-Cru-Legenden, es teilt auch ihre historischen Wurzeln. Die Geschichte reicht zurück ins 16. Jahrhundert, als das Anwesen Teil des mächtigen Fief de Corbin war, eines riesigen Herrschaftsgebiets, das einmal den Großteil des westlichen Saint-Émilion umfasste
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Die moderne Geschichte beginnt mit einer Auktion im Jahr 1852: Das Corbin-Fief wurde zerschlagen, und Jean Fourcaud-Laussac, der gerade das benachbarte Cheval Blanc erworben hatte, erwarb auch die Chauvin-Parzelle. Er ließ umfangreiche Drainagearbeiten durchführen – die gleichen Arbeiten, die Cheval Blanc zu seinem legendären Terroir verhalfen. Doch während Cheval Blanc Weltruhm erlangte, blieb Chauvin für Jahrzehnte im Hintergrund, eine „Métairie“ (Landwirtschaftshof) des größeren Nachbarn
.
Die eigentliche Wende kam 1891, als Victor Ondet, ein erfolgreicher Geschäftsmann, das Gut erwarb. Er folgte der Mode der Belle Époque und suchte sich eine „Folie“ – eine ländliche Residenz zur Erholung. Was er fand, war mehr als ein Sommersitz: ein Weinberg mit bereits etablierter Reputation. Seine Nachkommen, besonders Henri Ondet in den 1950er Jahren, bauten das Gut auf seine heutige Größe aus und sicherten ihm 1954 den Status als Grand Cru Classé – eine Auszeichnung, die bei jeder Neuklassifikation bestätigt wurde, zuletzt 2012. Doch die wahre Renaissance begann 2014, als Sylvie Cazes das Gut erwarb – eine Frau, deren Name im Bordeaux synonym ist mit Exzellenz
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Die Cazes-Revolution: Wie eine Bordeaux-Ikone den rechten Ufer neu definiert

Sylvie Cazes ist keine Unbekannte. Als Co-Eigentümerin des legendären Château Lynch-Bages in Pauillac, ehemalige Direktorin von Château Pichon-Longueville Comtesse de Lalande und Präsidentin der Union des Grands Crus de Bordeaux bringt sie eine einzigartige Expertise beider Bordeaux-Ufer mit Ihre Vision für Chauvin war klar: das historische Erbe der Ondet-Familie wahren, aber mit der Präzision und dem Know-how der linken Ufer-Tradition neu definieren.
Gemeinsam mit ihren Kindern Julie, Pierre und François Régimbeau leitete sie ein umfassendes Restrukturierungsprogramm ein: Bodenanalyse, Neuanpflanzungen, Drainage der gesamten Weinberge, neue Keltertechnik und ein ambitioniertes Umweltprogramm. 2015 übernahm der junge Agraringenieur Jérémie Gravier die technische Leitung und führte die akribische Arbeit im Weinberg fort. 2021 wurde ein neuer, innovativer Kellereitrakt eingeweiht, entworfen vom Architekten Philippe Ducos – mit separaten Fasskellern, einer neuen Gärtankhalle und einem modernen Verkostungsraum mit Panoramablick über die Weinberge. Julie Régimbeau übernahm die Geschäftsführung und verantwortet heute Vertrieb und Marketing des Gutes
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Das Terroir: Sand, Ton und Eisencrasse am Pomerol-Rand

Die 15 Hektar Weinberge von Château Chauvin bilden einen einzigen, ungeteilten Block – eine Seltenheit in der zersplitterten Landschaft von Saint-Émilion. Das Gut liegt im Nordwesten der Gemeinde, auf halbem Weg zwischen Cheval Blanc und der Butte de Rol, direkt an der Grenze zur Pomerol-Appellation. Die Böden sind von charakteristischer Dreiteilung: Sandige Lehmböden mit Pseudogley (Wasserstau-Schichten) und einer Eisencrasse (Eisenoxid-Ablagerungen) im Unterboden, die stark an die berühmten Pomerol-Terroirs erinnert. Diese spezifische Bodenzusammensetzung – sandig-lehmig mit Eisenresiduen – ist der Schlüssel zum Chauvin-Stil: Sie sorgt für eine schnelle Reife der Trauben durch Wasserstress und gleichzeitig für mineralische Tiefe und strukturelle Eleganz
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Die Weinberge sind bestockt mit 75 % Merlot, 20 % Cabernet Franc und 5 % Cabernet Sauvignon. Die Merlot-Trauben gedeihen auf den sandigen Partien hervorragend und liefern die rundliche Fruchtigkeit, während Cabernet Franc und Cabernet Sauvignon auf den lehmhaltigeren, eisenreichen Zonen für zusätzliche Komplexität und Lagerfähigkeit sorgen. Die Reben haben ein durchschnittliches Alter von 30 Jahren, wobei etwa 35 % der Fläche Reben über 35 Jahre aufweist
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Die Vinifikation: Parzellentrennung und Cazes-Präzision

Die Ernte erfolgt ausschließlich von Hand, und die Trauben durchlaufen eine strenge Selektion. Die Gärung findet in temperaturgeregelten Edelstahltanks statt, die zwischen 55 und 70 Hektolitern fassen und eine separate Vinifikation nach Parzellen ermöglichen. Diese parzellenspezifische Arbeit ist das Herzstück der Chauvin-Philosophie unter Sylvie Cazes – jeder Block wird individuell vergoren, bevor die Assemblage die finale Cuvée formt. Die malolaktische Gärung erfolgt hauptsächlich in Barriques und der Grand Vin reift anschließend 15 bis 18 Monate in französischen Eichenfässern, wobei 50-70 % neue Barriques zum Einsatz kommen. Besonders bemerkenswert: Der Wein wird nicht filtriert vor der Abfüllung – eine Entscheidung, die die natürliche Textur und aromatische Komplexität bewahrt. Seit 2014 arbeitet das Gut mit dem weltberühmten Önologen Michel Rolland zusammen – eine Partnerschaft, die die strukturelle Präzision und das Lagerpotenzial der Weine zusätzlich schärft.


Besonderheiten, die Château Chauvin auszeichnen

  1. Gemeinsame Wurzeln mit Cheval Blanc: Die 1852er Aufteilung des Corbin-Fiefs schuf sowohl Cheval Blanc als auch Chauvin – beide teilen die gleiche historische und geologische DNA..
  2. Cazes-Familie: Die neue Eigentümerfamilie bringt das Know-how von Lynch-Bages und Pichon-Lalande auf das rechte Ufer – eine einzigartige Synergie..
  3. Frauenpower: Mit Sylvie Cazes und ihrer Tochter Julie Régimbeau führt eine rein weibliche Führungsriege das Gut – eine Seltenheit im traditionell männlich dominierten Bordeaux..
  4. Eisencrasse-Terroir: Die sandig-lehmigen Böden mit Eisenoxid-Unterboden erzeugen einen unverwechselbaren mineralischen Stil, der an die besten Pomerols erinnert..
  5. Keine Filtration: Der Verzicht auf Filtration vor der Abfüllung bewahrt die natürliche Textur und aromatische Authentizität..
  6. Neue Kellerei 2021: Der von Philippe Ducos entworfene Kellereitrakt verbindet traditionelle Weinbereitung mit modernster Architektur und Besuchererfahrung
    .
  7. Weintourismus-Exzellenz: Mit Erlebnissen wie „Les Petits de Chauvin“ (ein kinderfreundlicher Parcours mit Traubensaft-Verkostung) und der „Esprit Chauvin“-Verkostung mit Jahrgangsvergleich bietet das Gut ein innovatives Besucherprogramm
    .

Servierempfehlung und Lagerfähigkeit

Die Rotweine von Château Chauvin sind für ihre frühe Zugänglichkeit bekannt, entfalten aber auch mit zunehmendem Alter beeindruckende Komplexität. Der Grand Vin sollte mindestens 3-5 Jahre reifen, kann aber problemlos 15-20 Jahre gelagert werden. Vor dem Genuss empfiehlt sich eine Dekantation von etwa einer Stunde. Serviertemperatur: 16-18 °C. Als kulinarische Begleiter eignen sich gegrilltes rotes Fleisch, Geflügel in Sauce, Pilzrisotto und gereifter Hartkäse besonders gut. Die frischen, mineralischen Noten harmonieren auch mit herzhaften Eintöpfen und mediterranen Gerichten.


Fazit

Château Chauvin ist die Geschichte eines Gutes, das fast 170 Jahre im Schatten seines berühmten Nachbarn Cheval Blanc stand, bevor eine neue Familie mit Vision und Expertise seine wahre Identität freilegte. Die Kombination aus historischem Erbe (Corbin-Fief, Ondet-Dynastie), visionärer Leitung (Cazes-Familie), einzigartigem Terroir (sandig-lehmig mit Eisencrasse) und akribischer Weinbereitung (parzellenspezifische Vinifikation, keine Filtration, Michel Rolland-Beratung) macht diesen Grand Cru Classé zu einem der aufregendsten „Sleeper“ des westlichen Saint-Émilion.
Die Weine bieten ein hervorragendes Preis-Leistungs-Verhältnis für ein Grand Cru Classé in dieser Nachbarschaft und sind sowohl für den kurzfristigen Genuss als auch für die mittelfristige Kellerreifung bestens geeignet. Wer Saint-Émilion jenseits der Premier-Cru-Preise erleben möchte – mit Eleganz, Balance und terroirtypischer Authentizität – findet hier einen der charaktervollsten Vertreter der Appellation.


Technische Daten: Chateau Chauvin

Rebfläche: 15 ha , Rebenalter: 30 Jahre, Rebsatz: Merlot 75% Cabernet Franc 20%, Cabernet Sauvignon 5%. Durchschnittliche Jahresproduktion: 50 000 Flaschen Durchschnittlicher Ertrag: 32.1 hl/ha Vinifikation und Ausbau: mehrwöchige temperaturgeregelte Gärung und Maischung, 15 bis 18-monatiger Ausbau in zu 50 bis 70% neuen Eichenfässern.


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